Dattel
Wächst das bei mir?
Dattel ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 9). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Die Sommerwärme, die sie zum Reifen braucht, erreicht das mitteleuropäische Freiland nicht – Gewächshaus oder Wintergarten.
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Steckbrief
- Familie
- Arecaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 20 m
- Kronenbreite
- 10 m
- Wachstum
- langsam
- Lebensdauer
- 150 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 80 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 12 t/ha
- Energieertrag
- 3400 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 9–12
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 6,5 – 8
- Synonyme
- Dattelpalme
Blüte & Ernte
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (16)
16 Sorten von Dattel sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Ajwa Die dunkle, religiös verehrte Dattel aus Medina – weich, mild und hochpreisig.
- Amber Große, längliche Premium-Weichdattel aus Medina mit kleinem Kern und feinem Aroma.
- Barhi Die einzige Dattel, die man gelb und knackig im Khalal-Stadium genießt – buttrig-süß.
- Dayri Lange, dunkle Weichdattel („Klosterdattel") mit sirupsüßem, mildem Fruchtfleisch.
- Deglet Noor Die halbtrockene „Dattel des Lichts" – durchscheinend, elegant und ein weltweiter Handelsstandard.
- Halawy „Die Süße" – kleine, weiche Dattel mit karamellig-honigsüßem, mildem Aroma.
- Hayany Ägyptens dunkelrote bis schwarze Frischdattel – weich, saftig, im Khalal-Stadium beliebt.
- Khadrawy Weiche, samtig-süße Feinschmeckerdattel, von Kennern besonders geschätzt.
- Khalas Die „Quintessenz"-Dattel des Golfs – ausgewogen süß, karamellig und universell beliebt.
- Mazafati Die dunkle, saftig-weiche Frischdattel aus Bam – gekühlt gelagert, sehr aromatisch.
- Medjool Die große, karamellig-weiche Königsdattel und weltweit beliebteste Tafeldattel.
- Piarom Die dunkle, längliche „Schokoladendattel" Irans – halbtrocken, karamellig-nussig, Premium.
- Sayer Die meistexportierte Verarbeitungsdattel des Nahen Ostens – weich, sirupsüß, robust.
- Sukkary Die „Zuckerdattel" aus Al-Qassim – knackig-süß im Khalal, karamellig im Rutab.
- Thoory Die trockene „Brotdattel" – fest, zäh, nussig und außergewöhnlich lange haltbar.
- Zahidi Robuste, halbtrockene Universaldattel mit nussig-mildem Geschmack und langer Lagerfähigkeit.
Nutzung
Essbar: Die Dattel ist eine der ältesten Kulturfrüchte der Welt und in den Trockengebieten Nordafrikas und Vorderasiens seit Jahrtausenden Grundnahrungsmittel. Je nach Reifegrad wird sie sehr unterschiedlich verwendet: knackig-herb im Stadium Khalal, saftig und weich als Rutab, vollreif und zuckerreich als Tamr, in dem sie sich monatelang ohne Kühlung hält. Getrocknete Datteln enthalten über 60 Prozent Zucker und liefern Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Sie werden roh gegessen, zu Paste und Sirup verarbeitet, in Gebäck und Süßspeisen gefüllt oder zu Essig und Branntwein vergoren. Eine Palme trägt bis zu 100 Kilogramm je Saison und beginnt nach fünf bis sechs Jahren zu fruchten. Neben der Frucht ist der zuckerreiche Stammsaft nutzbar, dessen Gewinnung die Palme allerdings das Leben kostet.
Sonstige Nutzung: An der Dattelpalme wird traditionell alles verwertet. Die bis sechs Meter langen Wedel liefern Material für Dächer, Matten, Körbe, Zäune und Besen, die Blattrippen ersetzen Holz für Kisten und Gerüste. Aus den Fasern am Blattgrund werden Seile, Sättel und Bürsten gedreht. Der Stamm, streng genommen kein Holz, sondern ein Bündel Leitgewebe, dient als Dachbalken und in Bewässerungsbauten. Wird der Vegetationskegel angeschnitten, tritt zuckerreicher Saft aus, aus dem Palmwein und Palmzucker gewonnen werden; das kostet die Palme allerdings das Leben, weshalb es meist nur an Bäumen am Ende ihrer Nutzungszeit geschieht. Aus den Früchten entstehen Dattelsirup, Essig und Branntwein, aus den Kernen Öl und geröstet ein Kaffeeersatz; gemahlen sind sie ein hochwertiges Viehfutter. Das Palmherz gilt als Delikatesse, ist aber ebenfalls nur beim Fällen zu haben.
Anbau
Standortwahl: In Mitteleuropa ist die Dattelpalme eine Kübel- und Wintergartenpflanze, im Freiland überlebt sie nicht. Kurzfristig erträgt sie leichten Frost bis etwa minus fünf Grad, Fruchtreife setzt aber Monate um 30 bis 35 Grad voraus, die hier niemand bietet: Wer Datteln erwartet, wird enttäuscht, wer eine Strukturpflanze will, bekommt eine eindrucksvolle. Sie braucht den sonnigsten Platz des Grundstücks. Zu bedenken ist die Spannweite der Wedel von mehreren Metern und vor allem ihre Bewehrung: Die untersten Fiedern sind zu harten, spitzen Dornen umgebildet, die auf Augenhöhe sitzen. Ein Kübel am Durchgang, neben Sitzplätzen oder dort, wo Kinder spielen, ist ein echtes Verletzungsrisiko; besser frei stehend mit Abstand. Pflege: Von Mai bis September reichlich wässern, die Palme verträgt kurzfristig sogar Staunässe, und wöchentlich mit Palmendünger versorgen. Überwintert wird hell bei 5 bis 12 Grad und deutlich trockener; im dunklen Keller vergeilt sie. Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre in ein hohes, tiefes Gefäß, denn die Palme wurzelt in die Tiefe. Entfernt werden nur vollständig vertrocknete Wedel und diese mit Handschuhen, der Vegetationspunkt in der Mitte darf nie verletzt werden, eine gekappte Dattelpalme treibt nicht wieder aus. Im Winterquartier sind Spinnmilben und Schildläuse das Hauptproblem; im Mittelmeerraum ist der Rote Palmrüssler meldepflichtig.
Vermehrung
Dattelkerne keimen leicht und zuverlässig: gewässert, in warmes, durchlässiges Substrat gelegt und bei etwa 25 bis 30 Grad gehalten, treiben sie nach vier bis zehn Wochen. Die Keimung erfolgt entfernt, das heißt der Keimling schiebt zunächst einen Stiel in die Tiefe und bildet erst dort die eigentliche Pflanze, weshalb tiefe Töpfe nötig sind. Für den Erwerbsanbau taugt die Aussaat allerdings nicht: Die Palme ist zweihäusig, das Geschlecht zeigt sich erst nach Jahren, und rund die Hälfte der Sämlinge sind Männchen; außerdem fallen sie nicht sortenecht aus. Deshalb wird sortenecht über Kindel vermehrt, die am Stammfuß austreiben und mit drei bis fünf Jahren samt eigenen Wurzeln abgetrennt werden. Eine Palme liefert nur wenige solcher Schösslinge, was die moderne Gewebekultur wirtschaftlich gemacht hat. Kommerziell kommen auf hundert weibliche Palmen zwei bis drei männliche.
Wert für Tiere
Die Dattelpalme ist windbestäubt und auf Insekten nicht angewiesen; der USDA-Bestäuberreport führt sie ausdrücklich als wind pollinated und verzeichnet keinen Bestäubungsbedarf. Honigbienen nehmen Nektar und Pollen unter bestimmten Bedingungen an, bewertet mit der schwächsten positiven Stufe, für Hummeln und Solitärbienen liegen keine Daten vor. Praktisch hat der Mensch die Bestäubung ohnehin übernommen: Das Ausschütteln männlicher Blütenstände über weiblichen Palmen ist seit Jahrtausenden Handwerk und auf assyrischen Reliefs abgebildet. Im Anbaugebiet ist die Palme vor allem als Struktur wertvoll, in ihrem Kronenschopf nisten Palmtauben, Sperlinge und Halsbandsittiche, und die abgestorbenen Blattbasen am Stamm bieten Höhlen für Fledermäuse und Insekten. In Mitteleuropa, wo sie im Kübel steht und nicht blüht, hat sie für die heimische Fauna keinen Wert.
Herkunft & Lebensraum
Vorderasien und Nordafrika: Arabische Halbinsel, Golfstaaten, Oman, Jordanien, Irak, Iran, Pakistan. Die Dattelpalme ist als Wildpflanze nicht mehr sicher fassbar; ihr Ursprungsgebiet wird im Bereich des Persischen Golfs und Mesopotamiens vermutet, wo sie seit mindestens sechstausend Jahren in Kultur steht und sich damit früher als fast jede andere Obstart vom Menschen abhängig gemacht hat. Über Handel und Eroberung gelangte sie nach Nordafrika, Spanien, an das Horn von Afrika, nach Indien und in die Neue Welt. Heute wird sie in allen ariden Subtropen angebaut. Die größten Erzeuger sind Saudi-Arabien mit rund 1,9 Millionen Tonnen, Ägypten mit 1,75 und Algerien mit 1,34 Millionen Tonnen im Jahr 2024; in Europa ist der Palmenhain von Elche in Spanien der bekannteste Bestand.
Die Dattelpalme ist die Charakterpflanze der Oase. Sie wächst an Stellen, an denen Grundwasser nahe genug an die Oberfläche reicht oder Bewässerung es ersetzt, umgeben von einem Klima, das für die meisten Kulturpflanzen zu heiß und zu trocken ist. Der arabische Merksatz beschreibt ihren Anspruch genau: die Füße im Wasser, den Kopf im Feuer. Der Wasserbedarf ist hoch, die Ansprüche an den Boden dagegen gering, und sie erträgt salzhaltiges Grundwasser und salzige Böden besser als fast jede andere Baumart, was sie in Trockengebieten mit versalzenden Böden unersetzlich macht. In der Oase bildet sie das oberste Stockwerk eines dreistufigen Systems: Unter ihrem Halbschatten wachsen Granatapfel, Feige und Zitrus, darunter Getreide und Gemüse. Die Fruchtreife verlangt über Monate Temperaturen um 30 bis 35 Grad und trockene Luft.
⚠️ Gefahren
Es ist ihr keine Giftigkeit nachgesagt, allerdings haben die Palmwedel an ihrem Beginn sehr spitze, lange Nadeln, die einen tief unter die Haut pieksen können und für Entzündungen sorgen können.
Häufige Fragen
Dattel: Wie groß wird die Pflanze?
Dattel (Phoenix dactylifera) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 20 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist langsam.
Dattel: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Dattel verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6,5 und 8 liegen.
Dattel: Ist die Pflanze winterhart?
Dattel ist für die Winterhärte Zone 9–12 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Dattel: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Dattel ist in Mitteleuropa nicht winterhart (Zone 9). Im Freien nur von Frühjahr bis Herbst, sonst als Kübelpflanze mit frostfreier Überwinterung. Die Sommerwärme, die sie zum Reifen braucht, erreicht das mitteleuropäische Freiland nicht – Gewächshaus oder Wintergarten.
Dattel: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.
Dattel: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von August bis September.
Dattel: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Dattel trägt erstmals nach 6 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 80 kg im Jahr, im Anbau bis 12 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Dattel: Ist die Pflanze giftig?
Für Dattel ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Dattel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 8/10.
Welche Sorten von Dattel gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 16 Sorten von Dattel hinterlegt, darunter Ajwa, Amber, Barhi, Dayri, Deglet Noor, Halawy, Hayany, Khadrawy, Khalas, Mazafati, Medjool, Piarom und 4 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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