Schokoladenwein
Wächst das bei mir?
Schokoladenwein ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Lardizabalaceae
- Wuchsform
- Kletterpflanze
- Wuchshöhe
- 13,5 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 40 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 4 Jahren
- Vollertrag
- nach 15 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 20 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 30 t/ha
- Energieertrag
- 1600 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 4–8
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5 – 8
- Synonyme
- Akebie
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (6)
6 Sorten von Schokoladenwein sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Alba Rein weiss blühende Form mit hellen, oft weisslich bereiften Fruchtschoten.
- Deep Purple Auslese mit besonders dunklen, fast schwarzpurpurnen Blüten.
- Purple Rain Reich blühende Auslese mit tief purpurroten, vanilleartig duftenden Blüten.
- Silver Bells Elfenbeinweisse bis cremefarbene Blüten mit schokoladenbraunem Auge und feinem Duft.
- Variegata Panaschierte Zierform mit weiss-grün marmoriertem Laub und blass rosa-purpurnen Blüten.
- White ChocolateAkebia-Sorte mit hellen, cremeweißen Bluten.
Nutzung
Essbar: Obst - roh. Süß, aber fad. Die Frucht hat einen zarten Geschmack und eine weiche, saftige Textur. Manchmal wird der Frucht Zitronensaft zugesetzt, um den Geschmack zu verstärken. Die bittere Schale der Frucht wird gebraten und gegessen. Die Frucht ist 5 - 10 cm lang und bis zu 4 cm breit. Weiche junge Triebe werden in Salaten verwendet oder eingelegt. Die Blätter werden als Teeersatz verwendet.
Heilkunde: In China und Japan gilt die getrocknete Rinde der Akebie als überliefertes Heilmittel; sie wird dort unter dem Namen Mu Tong geführt und traditionell bei Harnwegsbeschwerden und zur Förderung der Laktation verwendet. Ein Wirknachweis nach heutigen Maßstäben liegt dafür nicht vor. Wichtig ist eine Abgrenzung: Unter dem Handelsnamen Mu Tong wurden in der Vergangenheit auch Arten der Gattung Aristolochia geführt, deren Aristolochiasäuren nierenschädigend und krebserregend sind und die in der EU deshalb nicht verkehrsfähig sind. Verwechslungen haben in Europa zu schweren Nierenschäden geführt. Eine Selbstanwendung der Akebienrinde ist daher nicht vertretbar.
Sonstige Nutzung: Die langen, biegsamen Triebe der Akebie sind in Japan ein traditionelles Flechtmaterial für Körbe und Gefäße; sie werden geschält oder ungeschält verarbeitet und ergeben ein besonders zähes Geflecht. Im Garten liegt ihr Hauptwert in der Begrünung: Sie überzieht Pergolen, Wände, Zäune und größere Bäume rasch und dicht, bleibt in milden Lagen bis in den Winter belaubt und wird ihres Blütendufts wegen gern an Sitzplätze und Hauseingänge gesetzt. Auf größeren Flächen lässt sie sich auch als Bodendecker führen, allerdings nur dort, wo das Weiterwandern kontrolliert werden kann. In China und Japan gilt die getrocknete Rinde der Pflanze als überliefertes Heilmittel.
Anbau
Standortwahl: Die Akebie braucht ein tragfähiges Gerüst — sie windet sechs bis zehn Meter hoch und wird mit den Jahren schwer; leichte Drahtspanner und dünne Rankhilfen versagen. Sie will es warm, windgeschützt und sonnig bis halbschattig, gedeiht aber auch an Nordwänden, und sie ist eine Pflanze für Weinbauklima: Wintertemperaturen bis etwa minus zehn bis minus fünfzehn Grad verträgt sie, in der Jugend ist sie deutlich frostempfindlicher. Der wichtigste Punkt betrifft den Ertrag: Obwohl beide Geschlechter an derselben Pflanze sitzen, kann eigener Pollen die eigenen Blüten in der Regel nicht befruchten — eine Einzelpflanze bleibt fruchtlos. Es braucht eine zweite, genetisch andere Akebie oder eine Akebia trifoliata daneben. Und sie gilt als invasiv: Sie verwildert über Vogelsamen und über selbst bewurzelnde Triebe, weshalb sie nicht in die Nähe von Wäldern und Hecken gehört. Früchte und Rückschnitt nicht auf den offenen Kompost geben. Pflege: Der Boden soll gleichmäßig feucht bleiben, Trockenstress quittiert sie mit Blattfall und ausbleibendem Fruchtansatz. Die ersten Jahre wächst sie zögerlich, die ersten Blüten erscheinen etwa im fünften Standjahr — danach legt sie deutlich zu. Geschnitten wird nach der Blüte, denn die Blüten sitzen am vorjährigen Holz; ein regelmäßiges Auslichten ist nötig, sonst verkahlt sie innen und bildet einen dichten Filz aus abgestorbenen Trieben. Bodennah wurzelnde Ausläufer und Sämlinge regelmäßig entfernen, sonst wandert die Pflanze weiter, als man möchte. Junge Exemplare in den ersten Wintern schützen. Geerntet wird im September und Oktober, sobald sich die Balgfrüchte an der Naht öffnen; danach fallen sie rasch ab. Bei Raumtemperatur halten die Früchte etwa zwei Wochen, kühl eingelagert bis zu drei Monate. Nennenswerte Schädlinge und Krankheiten treten nicht auf.
Vermehrung
Am schnellsten geht es über Absenker: Bodennah liegende Triebe bewurzeln sich von selbst und müssen nur abgestochen und umgesetzt werden — dieselbe Eigenschaft, die die Akebie zur Problempflanze macht, ist in der Vermehrung ein Vorteil. Daneben gelingen halbreife Stecklinge im Juli und August unter Folie oder im Frühbeet; sie bewurzeln langsam, aber zuverlässig. Für die Aussaat werden die Samen frisch aus der reifen Frucht gelöst, vom Fruchtfleisch gereinigt und sofort ausgesät, denn sie vertragen kein Austrocknen; sie keimen an der Oberfläche, hell und bei etwa fünfzehn Grad innerhalb von ein bis drei Monaten. Gelagertes Saatgut braucht einen Monat Kältestratifikation und keimt dann nur noch schlecht. Ein Hinweis zur Planung: Stecklinge und Absenker ergeben Klone der Mutterpflanze, und Klone befruchten einander nicht. Wer ernten will, zieht die zweite Pflanze aus Samen oder kauft sie aus anderer Herkunft.
Wert für Tiere
Für die mitteleuropäische Tierwelt hat die Akebie wenig anzubieten. Als ostasiatischer Neophyt hat sie hier weder Wildbienen noch Schmetterlingsraupen an sich gebunden; dokumentierte Artenzahlen gibt es nicht. Ihre nach Vanille und Schokolade duftenden Blüten im April und Mai werden in der Heimat von kleinen Fliegen und Käfern bestäubt — genau diese Bestäuber fehlen hier, was neben der Selbstunverträglichkeit der zweite Grund für den oft mageren Fruchtansatz ist. Ein struktureller Wert bleibt: Das dichte, lange belaubte Rankwerk an Wand und Pergola gibt Vögeln Deckung und Nistgelegenheit, und die Samen werden von Vögeln gefressen. Letzteres ist zugleich das Problem, denn so gelangt die Art in die Landschaft; in Nordamerika ist daraus ein ernsthafter Waldschaden geworden. Wer Fassade und Pergola vorrangig für Tiere begrünen will, erreicht mit Efeu, Waldgeißblatt oder Gewöhnlicher Waldrebe ein Vielfaches.
Besonderheiten
Besonderheiten: gelingt an Nordwänden, bevorzugt Halbschatten+lehmigen Boden; 2 Wochen halten sich die Frücht bei Raumtemperatur; 3 Monate bei Einlagerung; Es wird der Pflanze an manchen Orten ein invasives Verhalten nachgesagt; Es gibt Fruchtselektionen: 'White Chocolate' & 'Alba', ...; befruchtung auch mit artverwandter Akebia trifoliata möglich;
Herkunft & Lebensraum
Ostasien: China, Japan und Korea. Dort wächst die Fingerblättrige Akebie in Höhenlagen zwischen 300 und 1.500 Metern und wird seit langem sowohl als Frucht- als auch als Heilpflanze genutzt. Nach Europa kam sie 1845 als Zierpflanze und blieb hier lange eine Liebhaberei für Pergolen und Hauswände. In den Vereinigten Staaten, wo sie seit dem 19. Jahrhundert gepflanzt wird, hat sie sich im gesamten Osten von New England bis Georgia eingebürgert und überzieht dort den Waldboden flächig — sie gilt in mehreren Bundesstaaten als invasiv. In Mitteleuropa steht sie auf der Warnliste invasiver Arten, ist aber nicht auf der EU-Unionsliste geführt und damit nicht verboten.
In ihrer Heimat besiedelt die Akebie lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder, Bachtäler und Gebüsche des ostasiatischen Berglandes. Sie ist eine hochwindende Liane, die sich an Bäumen und über Felsen sechs bis zehn Meter emporzieht und dabei die Kronen kleinerer Gehölze überwächst; am Boden bildet sie dichte, sich selbst bewurzelnde Teppiche. Ihre Blätter sind sommergrün, bleiben in milden Weinbaulagen jedoch fast den ganzen Winter über hängen. In den eingebürgerten Beständen Nordamerikas zeigt sich, wozu diese Wuchsform führt, wenn Fraßfeinde und Konkurrenz fehlen: Dort ersetzt sie in Laubwäldern die gesamte Krautschicht und verhindert die Naturverjüngung der Bäume.
⚠️ Gefahren
Der Samen schmeckt bitter, wenn ich darauf kaue. Ich schätze, dass er giftige Substanzen enthält.
Häufige Fragen
Schokoladenwein: Wie groß wird die Pflanze?
Schokoladenwein (Akebia quinata) wächst als Kletterpflanze und erreicht ausgewachsen etwa 13,5 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Schokoladenwein: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Schokoladenwein verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.
Schokoladenwein: Ist die Pflanze winterhart?
Schokoladenwein ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Schokoladenwein: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Schokoladenwein ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Schokoladenwein: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Schokoladenwein: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Schokoladenwein: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Schokoladenwein trägt erstmals nach 4 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 15 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 20 kg im Jahr, im Anbau bis 30 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Schokoladenwein: Ist die Pflanze giftig?
Für Schokoladenwein sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Schokoladenwein: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 5/10.
Welche Sorten von Schokoladenwein gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 6 Sorten von Schokoladenwein hinterlegt, darunter Alba, Deep Purple, Purple Rain, Silver Bells, Variegata, White Chocolate. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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