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Kiwi – Actinidia deliciosa

Kiwi

Actinidia deliciosa
frühlich kletterndes produktives Superfood
Essbarkeit9Heilwirkung6Sonstiger Nutzen3
Kletterpflanze9,5×2 mZone 7–11Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Kiwi ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Actinidiaceae
Wuchsform
Kletterpflanze
Wuchshöhe
9,5 m
Kronenbreite
2 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
50 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 90 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 40 t/ha
Energieertrag
400 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 7–11
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
5 – 6
Synonyme
Actinidia chinensis
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (13)

13 Sorten von Kiwi sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde6 von 10
Sonstige Nutzung3 von 10

Essbar: Die Frucht ist eine 5 bis 8 cm lange, braun behaarte Beere mit grünem, strahlig gemustertem Fruchtfleisch und zahlreichen winzigen schwarzen Samen. Sie wird roh gegessen, ausgelöffelt oder geschält, und eignet sich für Obstsalate, Kuchenbeläge, Chutneys und Konfitüren. Hervorzuheben ist der sehr hohe Vitamin-C-Gehalt von rund 45 bis 90 mg je 100 g, dazu kommen Kalium, Ballaststoffe und Folsäure. Geerntet wird hart und unreif, kurz vor den ersten stärkeren Frösten; die Früchte reifen bei 15 bis 20 Grad in wenigen Tagen nach, neben Äpfeln durch deren Ethylen deutlich schneller. Kühl und dunkel bei 0 bis 2 Grad gelagert halten sie mehrere Monate. Rohe Kiwi lässt Gelatine nicht gelieren und macht Milchprodukte nach kurzer Zeit bitter, weil das Enzym Actinidin die Eiweiße spaltet; kurzes Erhitzen zerstört es. Die Frucht enthält außerdem Oxalate, die auf empfindlichen Schleimhäuten kratzen.

Sonstige Nutzung: Die Kiwi trägt an einjährigem Holz, das aus zweijährigen Ruten austreibt, sowie an kurzen Fruchttrieben am älteren Holz – daraus ergibt sich das gesamte Schnittsystem. Die Ranken werden als lebendes Grün für Pergolen und Laubengänge genutzt, weil die großen, rundlichen Blätter dichten Schatten werfen und die Pflanze rasch zuwächst. Frisches Fruchtfleisch enthält das eiweißspaltende Enzym Actinidin; es macht die Frucht zum natürlichen Fleischzartmacher, verhindert aber umgekehrt, dass Gelatine mit roher Kiwi fest wird und lässt Milchprodukte bitter werden. Gelbfruchtige Arten und Sorten enthalten weniger Actinidin und sind deshalb für Joghurt und Quark besser geeignet. Die Triebe und Wurzeln enthalten Stoffe, die auf Katzen ähnlich wirken wie Baldrian oder Katzenminze, weshalb junge Pflanzen zerbissen und zerscheuert werden können.

Anbau

Standortwahl: Die Kiwi ist eine Starkwuchs-Liane, die je nach Sorte 6 bis 10 m Ranklänge erreicht und ein tragfähiges Dauergerüst braucht – Pergola, Spalier oder T-Gerüst aus Stahl oder Hartholz, kein Rankgitter aus dem Baumarkt. Sie will einen vollsonnigen, unbedingt windgeschützten Platz, weil die großen Blätter bei Wind zerreißen und die jungen Triebe abknicken; eine Südwand mit Vordach ist ideal. Der Boden muss humos, gleichmäßig feucht und schwach sauer sein; ab pH 7 tritt Chlorose auf, Kalkböden scheiden aus. Wichtigster Planungspunkt ist die Zweihäusigkeit: Zu jeder Fruchtsorte gehört ein männlicher Befruchter im Umkreis von etwa 10 m, üblich sind 'Matua' oder 'Tomuri' zu 'Hayward'. Nur 'Jenny' und 'Solo' tragen ohne Partner, dann aber schwächer. Katzen graben und scheuern gern an jungen Actinidia-Pflanzen und können sie ruinieren. Pflege: Der Wasserbedarf ist hoch, die flach wurzelnde Pflanze braucht in Trockenphasen regelmäßige Gaben und eine dauerhafte Mulchdecke; Staunässe verträgt sie dennoch nicht. Gedüngt wird stickstoffbetont im Frühjahr, nicht nach Juli, damit das Holz ausreift. Ausgereifte Pflanzen vertragen in der Winterruhe etwa -15 bis -18 Grad, der junge Austrieb erfriert dagegen schon bei leichtem Spätfrost – in Spätfrostlagen lohnt ein Vlies über dem Gerüst. Geschnitten wird zweimal: im Winter werden die abgetragenen Fruchtruten auf zwei bis drei Knospen hinter dem letzten Fruchtansatz zurückgenommen, im Sommer werden überlange Triebe eingekürzt. Ohne Schnitt verkahlt die Pflanze innen und trägt nur noch am Rand. Die ersten Früchte kommen nach vier bis fünf Jahren. Geerntet wird vor dem ersten stärkeren Frost noch hart; die Früchte reifen im Lager nach.

Vermehrung

Die Kiwi wird über Stecklinge und Veredelung vermehrt, weil aus Samen gezogene Pflanzen erst nach Jahren erkennen lassen, ob sie männlich oder weiblich sind. Grüne Stecklinge schneidet man im Juni und Juli von halbreifen Trieben mit zwei bis drei Knospen, kürzt die Blätter zur Hälfte ein und bewurzelt sie unter Folie oder Sprühnebel bei etwa 20 bis 25 Grad Bodenwärme; die Bewurzelung dauert vier bis sechs Wochen. Verholzte Steckhölzer aus dem Winterschnitt bewurzeln deutlich schlechter. Sorten werden im Winter auf Sämlingsunterlagen kopuliert oder im August okuliert. Die Aussaat lohnt nur zur Unterlagenanzucht: Die Samen aus vollreifen Früchten werden ausgewaschen, getrocknet und brauchen etwa drei Monate feucht-kalte Schichtung bei 2 bis 5 Grad; sie keimen anschließend bei rund 10 bis 20 Grad. Sämlinge blühen erst nach vier bis sieben Jahren, sodass sich das Geschlechterverhältnis erst dann zeigt.

Wert für Tiere

Die Kiwi ist ein Neophyt aus Zentralchina ohne Bindung an heimische Insekten; als Raupenfutterpflanze spielt sie keine Rolle. Ihre großen, cremeweißen Blüten im Mai und Juni sind vor allem Pollenlieferanten; Bestäuber fliegen sie überwiegend des Pollens wegen an. In Mitteleuropa sind fünf Hummelarten regelmäßig an den Blüten nachgewiesen, darunter Erd-, Stein-, Wiesen- und Baumhummel; im Erwerbsanbau wird die Bestäubung mit Bienenvölkern oder maschinell abgesichert, weil auch der Wind einen Teil des Pollens überträgt. Für Vögel ist die Pflanze wenig ergiebig, reife oder aufgeplatzte Früchte werden aber angenommen, ebenso von Wespen. Der eigentliche Beitrag im Garten liegt in der Struktur: Das dichte Rankwerk einer eingewachsenen Pergola gibt Vögeln Deckung und Nistgelegenheit.

Besonderheiten

Besonderheiten: Zweihäusig - männlicher Befruchter ('Matua', 'Tomuri') je Fruchtsorte nötig, nur 'Jenny'+'Solo' selbstfruchtend; braucht tragfähiges Dauergerüst, 6-10 m Ranklänge; kalkempfindlich, ab pH 7 Chlorose; windempfindliche Großblätter; erster Ertrag nach 4-5 Jahren; hart ernten, reift nach; Actinidin verhindert Gelieren mit Gelatine; Katzen zerstören Jungpflanzen; junger Austrieb schon bei leichtem Spätfrost verloren;

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Zentralchina. Das natürliche Areal der Art liegt im Einzugsgebiet des Jangtsekiang, vor allem in den Provinzen Hubei, Sichuan, Shaanxi und Hunan. Erst 1904 brachte die neuseeländische Lehrerin Mary Isabel Fraser Saatgut nach Neuseeland, wo die ersten Auslesen entstanden; 1952 begann von dort der kommerzielle Export nach England, 1959 erhielt die Frucht in London den Handelsnamen Kiwi. Heute wird sie weltweit in den wintermilden Zonen angebaut. China ist mit rund 64 Prozent der Welternte 2024 mit Abstand größter Erzeuger, gefolgt von Neuseeland, Italien, Chile, Griechenland und der Türkei.

In ihrer Heimat wächst die Kiwi als kräftige, verholzende Liane in den sommergrünen Berg- und Schluchtwäldern Zentralchinas, meist in Höhenlagen zwischen 500 und 1800 m. Sie klettert an Bäumen und Sträuchern in die Kronen, wurzelt aber in der feuchten, humusreichen und schwach sauren Waldbodenschicht im Halbschatten. Das Klima ist sommerfeucht-subtropisch mit hoher Luftfeuchte, milden Wintern und einer langen, frostfreien Vegetationszeit von sechs bis acht Monaten. Charakteristisch ist die Kombination aus ganzjährig gleichmäßiger Bodenfeuchte und Windschutz durch den umgebenden Wald – beides erklärt die Ansprüche der Kulturpflanze. Echte Wildbestände sind durch Waldrodung stark zurückgegangen.

⚠️ Gefahren

Allergie, Kreuzallergie zu Latex, Schleimhautreizung Die Kiwi gehört zu den häufigeren Auslösern von Nahrungsmittelallergien, besonders bei Kindern. Hauptallergen ist das eiweißspaltende Enzym Actinidin; die Reaktionen reichen von Kribbeln und Brennen im Mund über Schwellungen der Lippen bis in seltenen Fällen zum anaphylaktischen Schock. Es besteht eine ausgeprägte Kreuzallergie im Rahmen des Latex-Frucht-Syndroms, also zu Naturlatex sowie zu Banane, Avocado und Esskastanie; wer darauf reagiert, sollte Kiwi meiden. Unabhängig davon reizen die enthaltenen Oxalatkristalle empfindliche Schleimhäute und erzeugen auch bei Nichtallergikern ein kratzendes Gefühl im Mund. Gelbfruchtige Sorten enthalten weniger Actinidin und werden oft besser vertragen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Kiwi: Wie groß wird die Pflanze?

Kiwi (Actinidia deliciosa) wächst als Kletterpflanze und erreicht ausgewachsen etwa 9,5 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Kiwi: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Kiwi verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 6 liegen.

Kiwi: Ist die Pflanze winterhart?

Kiwi ist für die Winterhärte Zone 7–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Kiwi: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Kiwi ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Kiwi: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Kiwi: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.

Kiwi: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Kiwi trägt erstmals nach 5 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 90 kg im Jahr, im Anbau bis 40 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Kiwi: Ist die Pflanze giftig?

Für Kiwi ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Kiwi: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 3/10.

Welche Sorten von Kiwi gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 13 Sorten von Kiwi hinterlegt, darunter Abbott, Allison, Atlas, Blake, Bruno, Chico, Elmwood, Greensill, Hayward, Matua, Monty, Saanichton 12 und 1 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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