Beinwell
Wächst das bei mir?
Beinwell ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Boraginaceae
- Wuchsform
- Staude
- Wuchshöhe
- 1,2 m
- Kronenbreite
- 1,8 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 20 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 1 Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 5 – 8
- Synonyme
- Comfrey, Beinwurz
- In Gärten geplant
- 6×
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte |
Sorten (1)
1 Sorten von Beinwell sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
Nutzung
Essbar: Junge Blätter können gekocht oder roh gegessen werden. Sie sind behaart und haben eine schleimige Textur, was sie für die meisten Menschen nicht besonders angenehm macht. Man kann sie fein hacken und in Salaten verwenden, um die Haarigkeit zu reduzieren. Junge Triebe können als Ersatz für Spargel dienen, während die blanchierten Stiele verwendet werden. Ältere Blätter können getrocknet und als Tee genossen werden. Die geschälten Wurzeln können zerkleinert und in Suppen verwendet werden. Tee kann auch aus den getrockneten Blättern und Wurzeln hergestellt werden. Die gerösteten Wurzeln werden zusammen mit Löwenzahn- und Zichorienwurzeln zur Kaffeezubereitung genutzt.
Heilkunde: Beinwell ist ein häufig verwendetes pflanzliches Arzneimittel mit einer langen und bewährten Geschichte in der Behandlung verschiedener Beschwerden. Die Wurzel und die Blätter werden verwendet, wobei die Wurzel aktiver ist. Beinwell kann innerlich eingenommen oder äußerlich als Umschlag verwendet werden. Beinwell ist besonders nützlich bei der äußerlichen Behandlung von Schnitten, Prellungen, Verstauchungen, Wunden, Ekzemen, Krampfadern, Knochenbrüchen usw. Innerlich wird es bei der Behandlung einer Vielzahl von Lungenbeschwerden, inneren Blutungen usw. verwendet. Die Pflanze enthält eine Substanz namens „Allantoin“, ein Zellproliferant, der den Heilungsprozess beschleunigt. Diese Substanz wird heute in der pharmazeutischen Industrie synthetisiert und in Heilcremes verwendet. Wurzel und Blätter sind schmerzlindernd, adstringierend (mild), demulzierend, weichmachend, schleimlösend, blutstillend, kühlend und wundheilend. Etwas Vorsicht ist jedoch geboten, insbesondere bei der innerlichen Anwendung des Krauts. Äußere Anwendungen und innerlich eingenommene Tees oder Tinkturen der Blätter gelten als völlig unbedenklich, aber innere Anwendungen von Tabletten oder Kapseln werden als zu viele Nachteile für eine sichere Anwendung empfunden. Die Blätter werden im Frühsommer vor der Blüte der Pflanze geerntet, die Wurzeln werden im Herbst geerntet. Beide werden zur späteren Verwendung getrocknet. Ein homöopathisches Heilmittel wird aus der frischen Wurzel hergestellt, die geerntet wird, bevor die Pflanze blüht. Dies hat einen sehr begrenzten Anwendungsbereich, ist aber bei der Behandlung von Knochenbrüchen und Augenverletzungen von großem Nutzen.
Sonstige Nutzung: Die Pflanze wächst schnell und produziert viel Masse. Sie kann mehrmals im Jahr geschnitten werden und als sofortiger Kompost für Feldfrüchte wie Kartoffeln verwendet werden. Einfach die verwelkten Blätter auf den Boden des Kartoffelgrabens legen oder als Mulch in No-Dig-Gärten verwenden. Die Blätter können auch eingeweicht werden, um einen Flüssigdünger herzustellen, der besonders gut für kaliumintensive Pflanzen wie Tomaten ist. Zudem sind die Blätter eine wertvolle Zugabe für den Komposthaufen. Das aus den Wurzeln gewonnene Gummi wurde früher zur Behandlung von Wolle verwendet, bevor sie gesponnen wurde.
Anbau
Beinwell ist anspruchslos, solange er Nährstoffe und Feuchtigkeit bekommt. Er gedeiht in der Sonne wie im Halbschatten auf sandigen bis lehmigen, basen- und nährstoffreichen Böden, die frisch bis feucht sind; kalkhaltige Substrate sagen ihm besonders zu, Trockenheit verträgt er schlecht. Die kräftige Pfahlwurzel reicht tief und erschließt Nährstoffe aus Schichten, die flacher wurzelnden Kulturen verschlossen bleiben — das macht ihn zur klassischen Mulch- und Jauchepflanze, die sich zwei- bis dreimal pro Saison schneiden lässt. Gepflanzt wird mit reichlich Abstand, denn die Horste werden breit und langlebig. Zu bedenken ist die Vermehrung über Wurzelstücke: Jedes beim Umgraben zerteilte Stück treibt neu aus, weshalb der Standort gut überlegt sein will. Anfällig für: Nacktschnecken (fressen bei Neupflanzungen und frisch gesteckten Wurzelstecklingen das Herz, sodass die Pflanze gar nicht erst anwächst).
Vermehrung
Die Vermehrung läuft praktisch immer über die Wurzel. Ein Spatenstich, der die oberen Zentimeter des Wurzelstocks abtrennt, genügt: Die Mutterpflanze treibt wieder aus, und jedes abgetrennte Stück wächst zu einer eigenständigen Pflanze heran. Das gelingt fast ganzjährig, am zuverlässigsten im Frühjahr und im Herbst. Dieselbe Eigenschaft macht einen Bestand schwer rückbaubar — wer ihn auflösen will, muss jedes Wurzelstück erwischen, sonst steht der Beinwell im Folgejahr wieder da. Vor dem Pflanzen lohnt deshalb die Überlegung, ob der Standort dauerhaft passt. Anders als die sterilen Gartenhybriden bildet die Art keimfähigen Samen und sät sich auch selbst aus; für die gezielte Vermehrung ist die Aussaat trotzdem der umständlichere Weg. Aus der Praxis: Etwa fünf Zentimeter lange Wurzelstücke genügen, sie kommen in feuchte Erde und wachsen auf feuchten Standorten selbst dann an, wenn man sie direkt in die Wiese zwischen Brennnesseln und Disteln steckt; die Vorkultur im Topf funktioniert ebenfalls, verlangt dann aber zuverlässiges Gießen. Neben Wurzelstecklingen lassen sich Kopfstecklinge verwenden. Wer nur wenige Pflanzen braucht, teilt im Frühjahr den Horst.
Wert für Tiere
Die hängenden Glockenblüten des Beinwells sind auf langrüsselige Besucher zugeschnitten und gehören zu den ergiebigsten Hummelweiden überhaupt; über die lange Blühzeit hinweg wurden rund 22 Wildbienenarten festgestellt, zwei davon auf ihn spezialisiert. Kurzrüsselige Hummeln erreichen den Nektar nicht und beißen die Blüte seitlich auf — diesen Einbruch nutzen Honigbienen anschließend mit. Als Raupenfutter dient er sechs Schmetterlingsarten, darunter zwei enger gebundene, hinzu kommt der Schwarze Beinwell-Erdfloh, der ausschließlich an dieser Gattung lebt. Die dichten Horste geben Bodeninsekten und Amphibien Deckung.
Besonderheiten
Besonderheiten: sehr schnitttolerant, schützt vor Nährstoffauswaschung; Vermehrung einfach über Wurzelteilung (das ganze Jahr möglich); Zieht mit seiner Pfahlwurzel von tiefen Bodenschichten Nährstoffe in seine Blätter, die als MineralInstantkompost für Flachwurzler dienen; sät sich im Gegensatz zu den sterilen Gartenhybriden selbst aus;
Herkunft & Lebensraum
Eurasien: Europa bis Westsibirien und China. Der Echte Beinwell besiedelt ein weites eurasisches Areal, das von Spanien und Frankreich über Mitteleuropa bis nach Westsibirien und China reicht; die Nordgrenze verläuft durch Skandinavien, die Südgrenze über Italien und Rumänien. In Südeuropa tritt er nur zerstreut auf, während er im Norden vielerorts eingebürgert statt ursprünglich ist. In Österreich kommt er in allen Bundesländern vor. In den Alpen steigt er bis etwa 1100 Meter im Allgäu und 1460 Meter im Prättigau; als Kulturpflanze wurde er im Schnalstal noch auf 2000 Metern angebaut. Sein Schwerpunkt liegt jedoch in den planaren bis kollinen Lagen der Niederungen.
Beinwell ist eine Pflanze nasser bis wechselfeuchter Standorte: Nasswiesen, Moore, Au- und Bruchwälder sowie Gräben, Bach- und Flussufer sind seine typischen Lebensräume. Er zeigt stickstoffreiche, tiefgründige Böden an und wurzelt bis in 1,8 Meter Tiefe, was ihm hilft, sommerliche Trockenphasen zu überstehen. Bevorzugt werden basen- und nährstoffreiche, humose Lehm- und Tonböden in sonniger bis halbschattiger Lage; reine Sand- und Kiesböden besiedelt er nur dort, wo genug Feuchtigkeit nachkommt. Nach der Landolt-Skala steht er bei wechselnder Nässe, im Halbschatten, auf schwach saurem bis neutralem und nährstoffreichem Grund. Für die Gartenkultur bleibt davon vor allem eines wichtig: Trockenheit verträgt er schlecht.
⚠️ Gefahren
Alle Pflanzenteile, vor allem die Wurzel, enthalten Pyrrolizidinalkaloide, die leberschädigend wirken können; sie liegen hier überwiegend als Monoester vor. Die innerliche Anwendung gilt heute als überholt und wird nicht mehr empfohlen; dokumentiert sind Fälle einer Verschlusskrankheit der Lebervenen. Bei äußerlicher Anwendung werden nur geringe Mengen über die Haut aufgenommen — eine Anwendungsdauer von vier bis sechs Wochen pro Jahr gilt als vertretbar. Für die Küchenverwendung junger Blätter gilt dieselbe Einschränkung: Regelmäßiger Verzehr größerer Mengen ist nicht ratsam.
Häufige Fragen
Beinwell: Wie groß wird die Pflanze?
Beinwell (Symphytum officinale) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 1,2 m Höhe bei rund 1,8 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Beinwell: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Beinwell verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.
Beinwell: Ist die Pflanze winterhart?
Beinwell ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Beinwell: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Beinwell ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Beinwell: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.
Beinwell: Ist die Pflanze giftig?
Für Beinwell sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Beinwell: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 9/10, Sonstige Nutzung 9/10.
Welche Sorten von Beinwell gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 1 Sorten von Beinwell hinterlegt, darunter Bocking 4. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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