Brombeere
Wächst das bei mir?
Brombeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 3 m
- Kronenbreite
- 3 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 30 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 2 Jahren
- Vollertrag
- nach 3 Jahren
- Ertragsjahre
- 6–25 Jahre
- Winterhärte
- Zone 5–9
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- sehr trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 4,5 – 8
- Synonyme
- Brombeeren
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (16)
16 Sorten von Brombeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Asterina Moderne dornenlose Sorte mit süßen, aromatischen Früchten und langer Ernte.
- Black Satin Ertragreiche dornenlose Sorte mit saftigen, glänzend schwarzen Früchten.
- Chester Thornless Winterharte, sehr ertragreiche dornenlose Spätsorte für den kommerziellen Anbau.
- Dirksen Thornless
- Karaka Black Neuseeländische Sorte mit extrem langen, glänzenden Früchten und langer Erntezeit.
- Kiowa Bedornte Sorte mit den größten Früchten unter den Brombeeren.
- Loch Ness Beliebteste dornenlose Gartenbrombeere Europas mit aufrechtem, kompaktem Wuchs.
- Loch Tay Frühe, dornenlose Sorte mit süßen Früchten und kompaktem, aufrechtem Wuchs.
- Navaho
- Ouachita Dornenlose, aufrechte Sorte mit süßen, festen Früchten und hoher Lagerfähigkeit.
- Reuben Erste ertragreiche herbsttragende (primocane) Brombeere mit sehr großen Früchten.
- Theodor Reimers Bewährte, sehr winterharte deutsche Standardsorte mit intensiv aromatischen Früchten.
- Thornfree Bewährte dornenlose Semi-Rankbrombeere für den Hausgarten mit langer Erntezeit.
- Thornless Evergreen Robuste, dornenlose Klassikersorte mit riesigen Erträgen und geschlitzten Blättern.
- Triple Crown Dornenlose Sorte mit hervorragendem, süßem Geschmack und großen Früchten.
- Wilsons Frühe Historische, sehr frühe bedornte Sorte, lange die Standard-Frühbrombeere.
Nutzung
Essbar: Die glänzend schwarzen Sammelsteinfrüchte bestehen aus zwanzig bis fünfzig Einzelfrüchtchen und reifen von August bis Oktober, bei guten Sorten bis in den November hinein. Anders als bei der Himbeere löst sich die Frucht beim Pflücken nicht vom kegelförmigen Blütenboden — der bleibt als heller Zapfen in der Beere und ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden. Vollreif sind Brombeeren sehr saftig und aromatisch; unreif geerntet schmecken sie nicht nur sauer, sondern liegen manchen Menschen auch schwer im Magen. Neben dem Frischverzehr ergeben sie Saft, Most, Wein, Likör, Kompott, Konfitüre, Gelee und Fruchtleder. Getrocknete Blätter, am besten junge, sind ein klassischer Bestandteil von Kräuterteemischungen. Nicht nur die Frucht ist essbar: Die jungen Schösslinge im März und April schmecken, von der stacheligen Mittelrippe befreit, roh leicht säuerlich und lassen sich wie Spinat dünsten.
Heilkunde: Getrocknete Brombeerblätter sind ein traditioneller Bestandteil von Kräuterteemischungen, denen entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben und die überliefert bei Fieber und Erkrankungen der Atemwege getrunken werden. Den Früchten wurde nachgesagt, sie seien magenstärkend und blutbildend, vereinzelt auch rheumalindernd. Es handelt sich durchweg um überlieferte Anwendungen ohne Wirksamkeitsnachweis.
Sonstige Nutzung: Aus den Früchten lässt sich ein violetter bis mattblauer Farbstoff gewinnen, der früher auch zum Nachfärben von Rotwein diente. Die zähen Ruten geben, von Stacheln und Rinde befreit, ein brauchbares Flecht- und Bindematerial für Körbe und Schnüre. Ihre größte Wirkung entfaltet die Art aber im Bestand: Als Pionier überzieht sie Kahlschläge, Brandflächen und aufgelassene Nutzflächen, befestigt mit ihrem weitreichenden Wurzelwerk Böschungen und schützt sie vor Erosion. In Knicks und Feldhecken bildet sie blickdichte, praktisch unüberwindbare Riegel, die Kleintieren und Vögeln Deckung geben — und Jungbäume so wirksam vor Verbiss schützen, dass unter dem Dornenschutz ganze Gehölzgenerationen hochkommen.
Anbau
Brombeeren sind anspruchslos: Ein mäßig nährstoffreicher, durchlässiger Boden von kalkhaltig bis leicht sauer genügt; Staunässe und salzhaltige Standorte meiden sie. Sonne bringt die süßesten Früchte, im Halbschatten reifen sie später und spärlicher. Der wunde Punkt ist die Frosthärte — weil viele Typen winter- bis halbimmergrün sind, gelten sie nur als mäßig frosthart und danken einen wintermilden, geschützten Platz; in rauen Lagen ist Winterschutz sinnvoll. Im Ertragsanbau zieht man die Ruten an einem Drahtrahmen mit drei bis vier Spanndrähten, aufrecht wachsende Sorten als Fächer, rankende waagerecht; der Pflanzabstand liegt je nach Sorte bei 1,5 bis 4 m, der Reihenabstand bei 2,5 bis 3 m. Der Schnitt folgt dem Zweijahresrhythmus: Abgetragene Ruten kommen nach der Ernte bodennah heraus, die neuen Jahrestriebe werden angebunden.
Vermehrung
Am einfachsten vermehrt man Brombeeren vegetativ, denn die langen Ruten helfen dabei von selbst: Biegt man eine Rutenspitze im Sommer nieder und bedeckt sie mit Erde, bewurzelt sie dort binnen weniger Wochen und lässt sich im Herbst als eigenständige Pflanze abtrennen. Ebenso zuverlässig sind Absenker ganzer Triebe und das Abstechen bewurzelter Ausläufer. Daneben gelingen Grünstecklinge im Sommer und Wurzelschnittlinge im Winter. Aussaat ist möglich, spielt aber nur in der Züchtung eine Rolle: Die Samen erntet man vor der Vollreife und stratifiziert sie. Weil sich die meisten Kleinarten ungeschlechtlich fortpflanzen und die Gartensorten Hybriden sind, fallen Sämlinge ohnehin nicht sortenecht aus.
Wert für Tiere
Die Brombeere gehört zu den wertvollsten Wildgehölzen überhaupt. An ihren lange und gestaffelt blühenden Dolden wurden 53 Wildbienenarten nachgewiesen, dazu kommen Schwebfliegen, Käfer und Tagfalter in großer Zahl; weil sich die Blütezeit über Wochen zieht, ist sie eine verlässliche Sommertracht. Als Raupenfutter dient sie 21 Schmetterlingsarten, vier davon spezialisiert. Die Früchte nutzen 32 Vogelarten sowie zahlreiche Säugetiere von der Haselmaus bis zum Fuchs. Ihr eigentliches Kapital ist jedoch die Struktur: Undurchdringliche, dornige Verhaue sind Bruthabitat für Neuntöter, Grasmücken und Braunelle und geben Igeln und Kleinsäugern Deckung vor Fressfeinden.
Besonderheiten
Besonderheiten: Dürreresistent; Sie überwuchert schnell große+gestörte Flächen durch meterlange Ranken, die sich am Ende neubewurzeln & Wurzelausläufer; Schützt junge Bäume gegen Wildverbiss; Die Triebe sterben, nachdem sie Früchte tragen, aber die Wurzel kann> 100 Jahre alt werden; Es gibt unzählige Sorten & bekannte Arten, auch ohne Dornen;
Herkunft & Lebensraum
Europa bis zum Mittelmeerraum und Makaronesien. Hinter dem Namen steht keine einzelne Art, sondern eine Sammelart aus mehreren hundert nah verwandten Kleinarten, die sich überwiegend ungeschlechtlich vermehren und sich deshalb kaum sauber abgrenzen lassen. Die Artengruppe besiedelt weite Teile der Nordhalbkugel bis in arktische Breiten und kommt auch in tropischen Gebirgen vor. In Mitteleuropa ist die Wilde Brombeere heimisch und reicht vom Flachland bis in Höhenlagen um 1.700 m. An den Gartensorten sind mindestens sechzehn verschiedene Rubus-Arten beteiligt; botanisch führt man sie deshalb nicht mehr als Rubus fruticosus, sondern als Rubus sect. Rubus.
Die Brombeere ist die Pflanze der Übergänge. Sie besiedelt Kahlschläge, Waldränder, Gebüschsäume, lichte Wälder und Schutthalden — überall dort, wo eine Fläche gestört wurde und noch kein geschlossener Wald steht. Mäßig nährstoffreiche Böden genügen ihr, von kalkhaltig bis leicht sauer ist ihr fast alles recht; einzig Salz verträgt sie schlecht. Am besten gedeiht sie auf frischen bis trockenen Standorten in sonniger bis halbschattiger Lage. In dieser Rolle wirkt sie als Pionier: Ihre dornigen Verhaue halten Wild von jungen Baumsämlingen fern, sodass unter ihrem Schutz die nächste Waldgeneration aufwachsen kann.
⚠️ Gefahren
Keine giftigen Pflanzenteile bekannt. Die Ruten und Blattmittelrippen sind kräftig bestachelt — bei Ernte und Schnitt Handschuhe tragen.
Häufige Fragen
Brombeere: Wie groß wird die Pflanze?
Brombeere (Rubus fruticosus) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 3 m Höhe bei rund 3 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Brombeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Brombeere verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 8 liegen.
Brombeere: Ist die Pflanze winterhart?
Brombeere ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Brombeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Brombeere ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Brombeere: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juni.
Brombeere: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im August.
Brombeere: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Brombeere trägt erstmals nach 2 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 3 Jahren. Die Ertragsphase dauert etwa 6–25 Jahre, bei einer Lebensdauer von rund 30 Jahren. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Brombeere: Ist die Pflanze giftig?
Für Brombeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Brombeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 4/10.
Welche Sorten von Brombeere gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 16 Sorten von Brombeere hinterlegt, darunter Asterina, Black Satin, Chester Thornless, Dirksen Thornless, Karaka Black, Kiowa, Loch Ness, Loch Tay, Navaho, Ouachita, Reuben, Theodor Reimers und 4 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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