Kartoffel-Rose
Wächst das bei mir?
Kartoffel-Rose ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 2 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 50 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 8 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 10 t/ha
- Energieertrag
- 1620 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 3–9
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 4,5 – 6,5
- Synonyme
- Apfelrose, Japan-Rose, Sylter Rose
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Frucht (roh, gekocht): Marmelade, Tee; 10 Tonnen pro Hektar entsprechen etwa 1620 Kalorien pro Quadratmeter. Blüte (roh, gekocht): Aromatisieren. Zarte Frühjahrs-Triebe (gekocht) und Samen (reich an Vitamin E) können zu Mehl oder Nahrungsergänzungsmitteln pulverisiert werden. Blätter eignen sich für die Zubereitung von Tee. Junge Blätter können als Aromastoff, zur Säureknabberei oder zur Teezubereitung verwendet werden. Blüten können als Würzmittel, für Getränke oder als Nektar genutzt werden.
Heilkunde: Früchte sind sehr reich an Vitaminen A, C (0,8g/100g!), E, Mineralstoffen, Flavanoiden, bioaktiven Verbindungen und essentiellen Fettsäuren. Die Blätter helfen bei Fieber, die Blüten fördern die Durchblutung und können bei Appetitlosigkeit, Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden sowie Problemen mit Milz und Leber helfen. Die Wurzel ist gut bei Husten.
Sonstige Nutzung: Salz- und schadstofftolerante Hecke für den Meereswind; Zierpflanze für den Erosionsschutz von Sanddünen. Eine Hecke, die salz- und schadstofftolerant ist und starken Meereswind standhält, eignet sich ideal für den Schutz von Sanddünen vor Erosion. Diese Hecke dient nicht nur als dekoratives Element, sondern trägt auch dazu bei, die Umwelt zu schützen und die Landschaft zu erhalten.
Anbau
Standortwahl: Die wichtigste Entscheidung fällt vor dem Spatenstich, denn die Kartoffel-Rose ist kaum wieder loszuwerden. Sie treibt kräftige, weitreichende Ausläufer und bildet binnen weniger Jahre undurchdringliche Dickichte; ohne Rhizomsperre oder eine regelmäßig gemähte Fläche ringsum wandert sie durch Beete und unter Zäunen hindurch. Als bewusst gesetzte Grenzhecke, an Böschungen und zur Bodenbefestigung ist das ihre Stärke, im Staudenbeet ein Fehler. Die dicht borstig bestachelten Triebe machen sie zum ausgezeichneten Sicht- und Zugangsschutz, an Wegen und Spielflächen aber zur Verletzungsquelle. Sie braucht Sonne und einen sauren bis neutralen, durchlässigen Boden; auf Kalk wird sie chlorotisch. In Küstennähe und im Umkreis von Dünen, Heiden und Magerrasen sollte man auf sie verzichten — dort ist sie ein ernsthafter Verdränger. Pflege: Pflegeleichter ist kaum ein Strauch. Sie ist außerordentlich frosthart, verträgt Salz, Wind und Stadtluft und ist gegen Sternrußtau, Mehltau und Rost weit unempfindlicher als Gartenrosen — Spritzungen erübrigen sich. Gedüngt werden muss nichts; zu viel Stickstoff fördert nur die Ausläufer. Der Schnitt beschränkt sich im Wesentlichen auf das Zurücknehmen der Fläche: einmal jährlich im zeitigen Frühjahr die Ausläufer außerhalb der gewünschten Kontur abstechen oder abmähen. Alle paar Jahre verjüngt ein Rückschnitt alter Triebe auf etwa 30 Zentimeter den Bestand, kostet aber die Hagebutten des Folgejahres. Blüte und Fruchtreife laufen von August bis Oktober nebeneinander her — mehrmals durchpflücken bringt die beste Qualität, und wer Hagebutten ernten will, lässt die verblühten Blüten stehen, statt sie auszuputzen.
Vermehrung
Der einfachste Weg ist zugleich der, den die Pflanze von selbst geht: Ausläufer werden im Frühjahr oder Herbst mit dem Spaten abgestochen, samt Wurzelstück ausgegraben und versetzt; sie wachsen fast ausnahmslos an. Ebenso zuverlässig sind Wurzelschnittlinge — etwa zehn Zentimeter lange Stücke fingerdicker Wurzeln im Winter waagerecht in sandigen Boden legen. Steckhölzer aus ausgereiftem einjährigem Holz bewurzeln im Spätherbst im Freiland ohne besondere Vorkehrungen. Aussaat ist möglich, aber langwierig: die Nüsschen aus den Hagebutten lösen, vom Fruchtfleisch befreien und im Herbst ins Freiland säen; sie brauchen erst eine Warm-, dann eine Kaltphase und keimen meist erst im zweiten Frühjahr. Sämlinge fallen in Blütenfarbe und Wuchs unterschiedlich aus. Wichtiger als die Technik ist die Zurückhaltung: In Küstennähe sollte man die Art nicht vermehren und weder Schnittgut noch Früchte in der Landschaft entsorgen.
Wert für Tiere
Die großen, schalenförmig offenen und stark duftenden Blüten von Mai bis in den Oktober sind für Bienen bequem zugänglich: Sie bieten reichlich Pollen und werden von Hummeln, Honigbienen und pollensammelnden Wildbienen stark beflogen, wobei einfach blühende Formen um ein Vielfaches wertvoller sind als gefüllte Sorten. Als Raupenfutterpflanze dient sie unter anderem dem Goldafter, dessen Gespinste im Frühjahr in den Trieben zu finden sind. Die bis 2,5 Zentimeter großen, fleischigen Hagebutten bleiben bis in den Winter hängen und sind für Amseln, Drosseln und Grünfinken ein wichtiges Spätfutter, während das dornige Dickicht Deckung und sichere Brutplätze für Heckenbrüter und Kleinsäuger bietet. Dieser hohe Einzelwert ist allerdings gegen den Flächenschaden zu rechnen: In Dünen und auf Magerstandorten verdrängen ihre dichten Bestände eine artenreiche, hoch spezialisierte Vegetation. Im Siedlungsbereich ist sie ein Gewinn, in der offenen Küstenlandschaft nicht.
Besonderheiten
Besonderheiten: bildet viele Ausläufer: (Rhizomsperre oder zurückhacken); wird trotz betörendem Duft, schönen Blüten, dem dichtesten Bewuchs und den größten fleischigen Hagebutten als "invasiver Neophyt" bekämpft; es gibt über 200 Wildrosenarten, weitere Kultivierte sind: Hunds-, Vitamin-, Apfel-, Alpen- &Damaszener(Blüten)-Rose;
Herkunft & Lebensraum
Ostasien: Nordostchina, Korea, Japan und der russische Ferne Osten bis Kamtschatka. Ihr natürlicher Schwerpunkt liegt an den Küsten des Japanischen und des Ochotskischen Meeres, wo sie bis unmittelbar an die Brandungszone reicht. 1854 kam sie nach Europa und wurde als robuster Zier- und Heckenstrauch, zur Dünenbefestigung und im Straßenbegleitgrün massenhaft gepflanzt. Von dort ist sie an Nord- und Ostseeküste, in Dänemark, den Niederlanden und im Baltikum großflächig verwildert und verdrängt die Vegetation der Graudünen. In Deutschland steht sie auf der Managementliste invasiver Arten; auf der EU-Unionsliste ist sie nicht geführt, ein Pflanzverbot besteht also nicht.
Küstendünen, sandige und kiesige Meeresufer, Steilküsten und Salzwiesenränder — ein Lebensraum aus Salzsprühnebel, Sandverwehung, Trockenheit und voller Sonne, an den kaum ein anderes Gehölz angepasst ist. Die Art wurzelt tief und bildet ein weitreichendes Rhizomnetz, das den Flugsand festhält; genau diese Eigenschaft macht sie in ihrem Ursprungsgebiet zum wertvollen Pioniergehölz und in Europa zum Problem. Sie verlangt saure bis neutrale, durchlässige Böden, optimal zwischen pH 4 und 5, und wird auf kalkreichen Standorten chlorotisch. Staunässe verträgt sie nicht, Trockenheit, Wind und Streusalz dagegen mühelos — aus demselben Grund hält sie sich an Straßenrändern weit im Binnenland.
⚠️ Gefahren
Es gibt eine Schicht von Haaren um die Samen direkt unter dem Fruchtfleisch der Frucht. Diese Haare können bei Einnahme Reizungen im Mund und im Verdauungstrakt verursachen.
Häufige Fragen
Kartoffel-Rose: Wie groß wird die Pflanze?
Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 2 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Kartoffel-Rose: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Kartoffel-Rose verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,5 und 6,5 liegen.
Kartoffel-Rose: Ist die Pflanze winterhart?
Kartoffel-Rose ist für die Winterhärte Zone 3–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Kartoffel-Rose: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Kartoffel-Rose ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Kartoffel-Rose: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis August.
Kartoffel-Rose: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von August bis September.
Kartoffel-Rose: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Kartoffel-Rose trägt erstmals nach 3 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 8 kg im Jahr, im Anbau bis 10 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Kartoffel-Rose: Ist die Pflanze giftig?
Für Kartoffel-Rose sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Kartoffel-Rose: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 6/10.
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