Honigbeere
Wächst das bei mir?
Honigbeere ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien. Sie braucht echte Winterkälte und tut sich in den mildesten Lagen (Weinbauklima, Zone 8) schwerer. Sie mag kühle Sommer und leidet in heißen, trockenen Tieflagen.
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Steckbrief
- Familie
- Caprifoliaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 2,5 m
- Kronenbreite
- 1,6 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 30 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Winterhärte
- Zone 3–6
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5 – 7
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte |
Sorten (36)
36 Sorten von Honigbeere sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Amur
- Atut
- Aurora Große, süße Beeren und zuverlässiger Bestäuber der Boreal-Serie.
- Balalaika
- Berry Blue
- Blue Belle
- Blue Velvet
- Boreal Beast Spät reifende, festfleischige Sorte und guter Bestäuber der Boreal-Reihe.
- Boreal Beauty PBR
- Boreal Blizzard Bekannt für außergewöhnlich große Beeren mit ausgewogenem Geschmack.
- Borealis
- Brązowa
- Czarna
- Czelabinka
- Duet
- Eisbär
- Fialka
- Honey Bee
- Indigo Gem
- Kalinka®
- Mailon
- Maistar
- Maitop
- Morena
- Nymphe
- Rebeka
- Sibirnaya
- Siniczka
- Siniglaska
- Strawberry SensationAromatische Haskap mit erdbeerartiger Geschmacksnote.
- Tomiczka
- Tundra
- Uslada Süße, milde russische Sorte mit angenehmem Aroma.
- Vostorg
- Wojtek
- Zielona
Nutzung
Essbar: Die länglichen blauen Beeren reifen sehr früh im Jahr, oft noch vor den Erdbeeren, und schließen damit eine Lücke am Anfang der Obstsaison. Sie sind saftig und roh wie gekocht genießbar; der Saft färbt tief rot und lässt sich als natürlicher Farbstoff für andere Speisen nutzen. Verarbeitet werden sie zu Marmelade, Gelee, Kompott, Fruchtpüree, Saft und Fruchtleder, kommerziell auch zu gefriergetrockneten Beeren, Müsliriegeln und Fruchtjoghurt; daneben zu Likören, Obstweinen und Bränden. Beim Einfrieren behalten sie je nach Sorte ihre Form oder zerfallen zu Mus. In der Europäischen Union ist die Art seit Ende 2018 als neuartiges Lebensmittel zugelassen und darf kommerziell vertrieben werden. Der Geschmack schwankt stark nach Sorte, von süß-aromatisch bis deutlich bitter.
Sonstige Nutzung: Neben der Frucht ist die Honigbeere vor allem als Strauch brauchbar. Mit ein bis zwei Metern Höhe, dichtem Aufbau und einer Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten eignet sie sich als niedrige, pflegearme Hecke und als Unterpflanzung unter lichten Obstbäumen, wo ihr der Halbschatten nichts ausmacht. Weil sie extrem frosthart ist und früh austreibt, deckt sie in rauen Lagen und Nordgärten eine Nische ab, die sonst kaum zu besetzen ist. Der tiefrote Beerensaft färbt kräftig und wurde in Osteuropa traditionell zum Färben von Lebensmitteln und Stoffen benutzt — im Garten heißt das vor allem, dass Ernteschürze und Terrassenplatten Farbe annehmen.
Anbau
Die Honigbeere ist außerordentlich frosthart und übersteht bis zu minus 45 Grad; selbst geöffnete Blüten vertragen noch etwa minus sieben Grad, was Ertragsausfälle durch Spätfrost praktisch ausschließt. Umgekehrt braucht sie 1000 bis 1200 Kältestunden unter sieben Grad und gedeiht in wintermilden Lagen schlecht. Sie will einen eher sauren Boden mit pH 5,5 bis 6,5, mäßig nährstoffreich und humos; sehr nasse und schwere Böden meidet sie ebenso wie trockene Sande und salzhaltige Substrate. Als lichtbedürftige Art braucht sie mindestens sechs Sonnenstunden am Tag, in wärmeren Regionen ist Nachmittagsschatten günstig. Entscheidend ist die Befruchtung: Die Pflanzen sind selbstinkompatibel, es werden mindestens zwei bis drei genetisch verschiedene Sorten benötigt. Geschnitten wird in den ersten fünf bis sieben Jahren gar nicht.
Vermehrung
Vermehrt wird die Honigbeere fast ausschließlich vegetativ, weil Sämlinge nicht sortenecht fallen und die Sortenwahl über Geschmack und Ertrag entscheidet. Sowohl verholzte Steckhölzer, im späten Winter geschnitten, als auch grüne Stecklinge im Frühsommer bewurzeln gut; ebenso gelingen Absenker, indem bodennahe Triebe niedergelegt und angehäufelt werden. Ältere Sträucher lassen sich teilen. Die Aussaat bleibt der Züchtung vorbehalten: Die Samen brauchen eine Kaltphase, und wegen der Selbstinkompatibilität sind für Saatgut ohnehin mindestens zwei verschiedene Sorten nötig. Beim Kauf ist darauf zu achten, gezielt verschiedene Sorten zu wählen, da zwei Pflanzen derselben Sorte keinen Fruchtansatz ergeben.
Wert für Tiere
Der Wildtierwert der Honigbeere liegt fast ganz im Zeitpunkt. Sie blüht ab März, bei milder Witterung schon Ende Februar, und ihre Blüten überstehen leichten Frost unbeschadet — damit steht sie genau dann, wenn Hummelköniginnen ihre ersten Flüge machen und Sandbienen schlüpfen, während die meisten Gehölze noch kahl sind. Nektar und Pollen sind mengenmäßig nur mäßig, aber in dieser Jahreszeit zählt die Verfügbarkeit mehr als die Menge. An der verwandten Blauen Heckenkirsche sind zwei Wildbienenarten und neunundzwanzig Raupenarten erfasst, eine davon spezialisiert. Die früh reifenden Beeren sind bei Vögeln so begehrt, dass Amsel, Wacholderdrossel und Sumpfmeise den Strauch oft leeren, bevor der Mensch dazukommt — sieben Vogelarten sind dokumentiert. Der niedrige, dichte Wuchs gibt zusätzlich Deckung in Bodennähe.
Besonderheiten
Besonderheiten: winterhart bis -45°C, Blüte ab März frostunempfindlich früheste Obsternte des Jahres (meist vor der Erdbeere); mindestens 2 verschiedene Sorten nötig selbstunfruchtbar, einzeln kein Fruchtansatz; Wuchs nur 1-2m, sehr langlebig erster Schnitt ab dem 8.-10. Jahr, Verjüngung erst nach 20-25 Jahren; Beeren bei Vögeln stark begehrt ohne Netz oft Totalverlust; Beeren reifen ungleichmäßig mehrmals durchpflücken;
Herkunft & Lebensraum
Kühlgemäßigte Nordhalbkugel: Alpen, Nordeuropa bis Ostasien. Die Honigbeere ist eine Zuchtform der Blauen Heckenkirsche, deren Areal sich über die kühlgemäßigte Zone der Nordhalbkugel erstreckt. In Europa liegt ein Schwerpunkt in den Alpen und im Alpenvorland: In Deutschland kommt sie wild nur in Baden-Württemberg und Bayern vor, in Österreich in fast allen Bundesländern, in der Schweiz in Alpen, Jura und Mittelland. Weitere Vorkommen gibt es in den Pyrenäen, im Bayerischen Wald sowie in den Gebirgen Italiens, Bulgariens und Rumäniens. Ein zusammenhängendes nördliches Areal reicht von Schweden und Finnland über das Baltikum und weite Teile Nordrusslands bis in die Ukraine. Die als Obst genutzten Sorten stammen aus der kamtschatischen Sippe des russischen Fernen Ostens und wurden dort erst im 20. Jahrhundert in Kultur genommen.
In ihrem natürlichen Areal wächst die Blaue Heckenkirsche in feuchten Wäldern, Gebüschen und Hochmooren sowie in der Krummholzregion oberhalb der Waldgrenze. Sie bevorzugt feuchte bis nasse, nährstoff- und kalkarme Rohhumusböden und gilt als Charakterart bodensaurer Fichtenwälder. Ihr Schwerpunkt liegt in der montanen und subalpinen Stufe, in den Alpen steigt sie bis auf etwa 2100 Meter. Diese Herkunft erklärt ihre Eigenschaften im Garten: Sie ist extrem frosthart, verlangt aber einen gleichmäßig feuchten, eher sauren Boden und verträgt Trockenheit und kalkreiche Substrate schlecht.
Häufige Fragen
Honigbeere: Wie groß wird die Pflanze?
Honigbeere (Lonicera kamtschatica) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 2,5 m Höhe bei rund 1,6 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Honigbeere: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Honigbeere verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7 liegen.
Honigbeere: Ist die Pflanze winterhart?
Honigbeere ist für die Winterhärte Zone 3–6 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Honigbeere: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Honigbeere ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien. Sie braucht echte Winterkälte und tut sich in den mildesten Lagen (Weinbauklima, Zone 8) schwerer. Sie mag kühle Sommer und leidet in heißen, trockenen Tieflagen.
Honigbeere: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Honigbeere: Ist die Pflanze giftig?
Für Honigbeere ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Honigbeere: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10.
Welche Sorten von Honigbeere gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 36 Sorten von Honigbeere hinterlegt, darunter Amur, Atut, Aurora, Balalaika, Berry Blue, Blue Belle, Blue Velvet, Boreal Beast, Boreal Beauty PBR, Boreal Blizzard, Borealis, Brązowa und 24 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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