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Taglilie – Hemerocallis fulva

Taglilie

Hemerocallis fulva
wunderschöne Delikatesse
Essbarkeit5Heilwirkung4Sonstiger Nutzen7
Staude1,2×0,5 mZone 3–10Halbschatten

Wächst das bei mir?

Taglilie ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Xanthorrhoeaceae
Wuchsform
Staude
Wuchshöhe
1,2 m
Kronenbreite
0,5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
5 Jahre
Erster Ertrag
nach 1 Jahr
Winterhärte
Zone 3–10
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr nass
pH-Wert
6 – 7,5
Bodendecker

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar5 von 10
Heilkunde4 von 10
Sonstige Nutzung7 von 10

Essbar: Blätter und junge Triebe können gekocht werden und dienen als Ersatz für Spargel oder Sellerie. Sie haben einen ausgezeichnet süßen Geschmack, aber Vorsicht ist geboten, da die Blätter schnell faserig werden können. Die Blumen können roh oder gekocht gegessen werden, wobei die Blütenblätter dick und knusprig sind und eine angenehme Süße haben. Die Blüten können auch getrocknet und als Verdickungsmittel in Suppen verwendet werden. Sie sind eine reiche Eisenquelle. Die Blütenknospen haben einen erbsenähnlichen Geschmack und können roh oder gekocht gegessen werden. Sie können auch getrocknet und als Relish verwendet werden. Die getrockneten Blüten enthalten etwa 9,3 % Protein, 25 % Fett, 60 % Kohlenhydrate (reich an Zucker) und 0,9 % Asche. Sie sind reich an Vitamin A. Die Knollen haben einen nussigen Geschmack und können roh oder gekocht gegessen werden. Junge Knollen sind am besten, obwohl der zentrale Teil älterer Knollen auch gut ist.

Sonstige Nutzung: Das zähe, getrocknete Laub wird zu Schnur geflochten und zur Herstellung von Schuhen verwendet. Pflanzen bilden einen sich ausbreitenden Klumpen und eignen sich als Bodendecker, wenn sie in jeder Richtung einen Abstand von etwa 90 cm haben. Das abgestorbene Laub sollte im Winter auf dem Boden belassen werden, um eine wirksame Abdeckung zu gewährleisten. Besonders erwähnt wurde die Sorte 'Kwanso Flore Pleno'.

Anbau

Die Taglilie gehört zu den anspruchslosesten Stauden überhaupt. Sie gedeiht auf sandig-lehmigem, nährstoffreichem Boden in voller Sonne; im Halbschatten wächst sie zwar, blüht aber deutlich spärlicher. Frische bis mäßig trockene Verhältnisse sind ideal, Staunässe schadet ihr. Winterhärte ist unter mitteleuropäischen Bedingungen kein Thema. Nach dem Pflanzen braucht sie ein bis zwei Jahre, bis sie richtig in Fahrt kommt. Der eigentliche Planungspunkt ist ihre Ausbreitung: Über kurze Rhizome schiebt sich der Horst stetig nach außen, die Horste werden breit, und aus jedem im Boden verbliebenen Wurzelstück wächst eine neue Pflanze. Die verdickten, fleischigen Speicherwurzeln — oft fälschlich ebenfalls als Rhizome bezeichnet — legen dabei Wasser und Nährstoffe für Trockenperioden ein. Kräftige Sorten wie Europa durchdringen sogar geschlossene Rasenflächen. Wer sie im Beet halten will, gibt ihr reichlich Abstand oder grenzt sie ein. Nach etwa zehn Jahren lässt die Blühfreude nach — dann wird geteilt und umgesetzt. Junge Triebe sind im Frühjahr bei Schnecken beliebt. Praktisch nutzbar ist der Ausbreitungsdrang, statt ihn zu bekämpfen: Solange sich noch keine dichten Bestände gebildet haben, lassen sich die Pflanzen bei feuchtem, lockerem Boden mit der Grabegabel leicht herausnehmen oder sogar herausziehen. Wer dabei die verdickten Wurzeln mitnimmt, beerntet und begrenzt den Bestand in einem Arbeitsgang. In milden Jahren beginnt der Austrieb bereits im Februar, sodass die erste Ernte sehr früh im Jahr möglich ist.

Vermehrung

Die in Europa verbreitete triploide Sippe ist steril und bildet kaum keimfähige Samen; Aussaat führt bei ihr nicht weiter, und wo doch einmal Samen ansetzen, fallen die Sämlinge uneinheitlich aus. Vermehrt wird deshalb durch Teilung, und die ist denkbar einfach: Im Frühjahr oder nach der Blüte im Spätsommer sticht man den Horst mit dem Spaten ab und zerlegt ihn; jedes Rhizomstück mit einem Auge wächst an. Größere Teilstücke kommen direkt an den neuen Platz, kleinere wurzeln sicherer erst im Topf ein. Gelegentlich bilden sich an den Blütenstängeln Brutpflänzchen, die sich ablösen und von selbst bewurzeln — auch sie lassen sich abnehmen und eintopfen. Dass jedes Bruchstück wieder austreibt, ist zugleich der Grund, warum ein einmal angelegter Bestand sich nur schwer wieder entfernen lässt.

Wert für Tiere

Für heimische Insekten ist die Taglilie von geringem Wert. Nektar- und Pollenangebot werden beide mit nur einer von vier Stufen bewertet, und spezialisierte Wildbienen- oder Falterarten sind für sie nicht bekannt — als ostasiatischer Neophyt fehlt ihr in Mitteleuropa jede eingespielte Nahrungsbeziehung. Belastbare Zahlen zu Blütenbesuchern liegen nicht vor; NaturaDB vermerkt für diese Art ausdrücklich, dass keine genauen Daten zum Wert für Bienen und Schmetterlinge verfügbar sind. Hinzu kommt, dass jede Blüte nur einen einzigen Tag geöffnet ist und die in Europa verbreitete triploide Sippe steril bleibt, also weder Samen noch Früchte für Vögel liefert. Ihr ökologischer Beitrag im Garten liegt anderswo: Die dichten Horste geben Bodentieren Deckung und befestigen Böschungen.

Besonderheiten

Besonderheiten: jede Blüte öffnet sich nur für einen Tag, die Pflanze schiebt aber über rund 6 Wochen immer neue nach; nach ca. 10 Jahren lässt die Blühfreude nach -> teilen und an neuen Platz umsetzen; die in Europa verbreitete Sippe ist triploid+steril und vermehrt sich nur über Rhizome, aus jedem Wurzelstück wächst eine neue Pflanze -> ausbreitungsfreudig und schwer rückbaubar; die in China als „goldene Nadeln" gehandelten getrockneten Blütenknospen stammen nach heutigem Kenntnisstand von H. citrina, H. lilioasphodelus oder H. altissima, nicht von H. fulva; Vermehrung jederzeit durch Rhizomteilung

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Korea, China, Japan. Das natürliche Areal der wildwachsenden Varietäten umfasst die gemäßigten und subtropischen Gebiete Koreas, Chinas und Japans, eine Unterart reicht bis nach Indien. Nach Europa gelangte die Art früh: Conrad Gessner beschrieb sie bereits 1561, im 17. Jahrhundert bürgerte sich die Kulturform ein und verbreitete sich über den Kontinent; gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte Nordamerika. Die in Europa verbreitete Sippe ist dreifach chromosomensätzig und damit weitgehend steril — sie setzt kaum keimfähige Samen an und breitet sich stattdessen über kräftige Rhizome aus. Gerade diese rein vegetative Vermehrung hat sie in beiden Erdteilen zu einem beständigen Neophyten gemacht, der an Wegrändern und Böschungen verwildert.

Als eingebürgerter Neophyt besiedelt die Taglilie in Europa vor allem Ruderalstandorte: Wegränder, Bahndämme, Böschungen, verlassene Gärten und Waldsäume. In ihrer ostasiatischen Heimat wächst sie auf Wiesen und in lichten Wäldern. Sie steigt vom Flachland bis etwa 1000 Meter und kommt mit Böden zwischen pH 6 und 8 zurecht, meidet aber Staunässe. Verlangt wird ein sonniger bis licht halbschattiger Stand auf sandig-lehmigem, nährstoffreichem Grund, frisch bis mäßig trocken. Bemerkenswert ist ihre Beständigkeit: Einmal etablierte Horste halten sich jahrzehntelang an Stellen, die längst nicht mehr gepflegt werden, und überdauern dort ohne jede Samenbildung allein über die fleischigen Rhizome.

⚠️ Gefahren

Ich kann nur von meiner Erfahrung des Verzehrs unzähliger verschiedener Taglilien sprechen, dass manche Blüten im Verzehr enorm reizend im Mundraum waren, dass ich später immer noch spucken musste, um es loszuwerden. Daher sollten die Blüten vorher probiert werden, bevor sie in einen Salat kommen und vermischt werden. Am besten und sichersten ist der traditionelle erhitzte Verzehr der Knospen. Vom rohen Verzehr der Blüten der in Europa verbreiteten Sippe wird auch allgemein abgeraten; größere Mengen Wurzelgewebe können abführend wirken. Für Katzen ist die Pflanze stark nierengiftig und kann Nierenversagen auslösen — in Haushalten mit Katzen ist das ernst zu nehmen. Auch das Blattgrün ist nicht bei allen Sippen gleich bekömmlich: Nach dem Verzehr einer kleinen Menge Blattgrün einer hellorangen Gartenform kam es in einem Erfahrungsbericht zu Erbrechen, während die Blüten derselben Pflanze vertragen wurden. Blätter und Triebe daher immer erst in kleiner Menge probieren.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Taglilie: Wie groß wird die Pflanze?

Taglilie (Hemerocallis fulva) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 1,2 m Höhe bei rund 0,5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Taglilie: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Taglilie verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.

Taglilie: Ist die Pflanze winterhart?

Taglilie ist für die Winterhärte Zone 3–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Taglilie: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Taglilie ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Taglilie: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Taglilie: Ist die Pflanze giftig?

Für Taglilie sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Taglilie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 5/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 7/10.

Erfahrungen aus der Community

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