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Efeu – Hedera helix

Efeu

Hedera helix
anhaftender treuer Schutz & LebensbegLeiter
Heilwirkung5Sonstiger Nutzen9
Kletterpflanze18,5×10 mZone 5–10Vollschatten

Wächst das bei mir?

Efeu ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Araliaceae
Wuchsform
Kletterpflanze
Wuchshöhe
18,5 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
450 Jahre
Erster Ertrag
nach 9 Jahren
Winterhärte
Zone 5–10
Schattentoleranz
Vollschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr nass
pH-Wert
5,5 – 8
In Gärten geplant
3×
immergrünNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Efeu ist kein Nahrungsmittel. Sämtliche Pflanzenteile enthalten Triterpensaponine, vor allem Hederasaponin C und dessen Abbauprodukt Alpha-Hederin, dazu Falcarinol. Die schwarzblauen Beeren schmecken ausgeprägt bitter, was die Aufnahme größerer Mengen unwahrscheinlich macht; bereits zwei bis drei Beeren können bei Kindern Brennen im Rachen, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und beschleunigten Puls auslösen. Die für den Samen genannten Werte von rund 16 Prozent Protein und 35 Prozent Fett stammen aus einer Inhaltsstoffanalyse und sind kein Hinweis auf Essbarkeit. Historisch wurden Blätter in Notzeiten an Schafe und Ziegen verfüttert, die sie besser vertragen als Rinder und Pferde; für die menschliche Küche gibt es keine belegte Verwendung.

Sonstige Nutzung: Ausgekochte Efeublätter liefern eine saponinhaltige Lauge, die früher als Waschmittel für dunkle Textilien diente: Sie reinigt, ohne die Farbe auszuziehen, und frischt schwarze Stoffe wieder auf; dieselbe Abkochung wurde als dunkelnde Haarspülung verwendet. Aus den Zweigen lassen sich gelbe und braune Farbtöne gewinnen. Das Holz alter, baumförmig gewordener Stämme ist fein und zäh und wurde zu Spazierstockgriffen, Drechslerarbeiten und Intarsien verarbeitet; lange Ranken sind klassisches Bindematerial für Kränze. Der größte praktische Nutzen liegt heute in der Fassadenbegrünung: Eine geschlossene Efeudecke wirkt als Dämmschicht, puffert sommerliche Aufheizung ab, hält Schlagregen von der Wand und bindet Staub. Als immergrüner Bodendecker begrünt Efeu Flächen unter Bäumen, auf denen Rasen nicht gedeiht.

Anbau

Standortwahl: Efeu ist eine Entscheidung für Jahrzehnte, denn er lässt sich später kaum mehr auslösen. An intaktem Mauerwerk richtet er keinen Schaden an und schützt es sogar vor Schlagregen und Temperaturwechsel; in schadhafte Fugen, unter Dachziegel und hinter Holzverkleidungen wächst er hinein und treibt sie auseinander. Junge oder geschwächte Bäume kann er in der Krone überwachsen, alte gesunde trägt er ohne Schaden. Er klettert mit Haftwurzeln und braucht kein Gerüst. Wer die späte Blüte für Insekten und die Winterbeeren für Vögel will, muss ihm eine Fläche geben, an der die obere Partie ausreifen darf. An vollsonniger Südwand leidet das immergrüne Laub unter Frosttrocknis. Pflege: Schnitt ist fast jederzeit möglich, am besten im Frühjahr vor dem Austrieb. Einmal jährlich an Dachrinne, Fensterrahmen und Ziegeln zurücknehmen, sonst arbeitet er sich unbemerkt hinein. Zum Verjüngen darf man bodennah radikal schneiden, er treibt zuverlässig wieder aus. Düngung ist überflüssig. In den ersten zwei Jahren und an trockenen Sonnenstandorten wässern, danach ist er ausgesprochen trockenheitsverträglich. Schnittgut nicht in Tiergehege werfen. Beim Arbeiten Handschuhe tragen, der Saft löst bei empfindlichen Personen Kontaktekzeme aus.

Vermehrung

Efeu vermehrt sich am einfachsten über Stecklinge, und zwar getrennt nach Wuchsform. Stecklinge der kriechenden Jugendform bewurzeln fast immer: halbreife Triebe von Juli bis September oder verholzte Triebe im Winter, zehn bis fünfzehn Zentimeter lang, in sandiges Substrat an schattigem Ort gesteckt, treiben binnen weniger Wochen Wurzeln. Wer einen aufrechten Strauchefeu will, muss die Stecklinge ausdrücklich von der blühenden Altersform schneiden; sie behalten diese Form dauerhaft bei und klettern nicht mehr. Absenker gelingen ohne Zutun, weil kriechende Triebe an den Knoten von selbst wurzeln, ein bewurzeltes Stück lässt sich fast ganzjährig abtrennen. Aussaat lohnt nur für die Nachzucht der Wildform: Das Fruchtfleisch der im Frühjahr reifen Beeren muss abgewaschen werden, danach keimt der Samen nach etwa vier Wochen Kältereiz.

Wert für Tiere

Efeu ist für Tiere vor allem deshalb wertvoll, weil er zur falschen Jahreszeit blüht. Von September bis in den November, wenn fast alles andere abgeblüht ist, tragen die kugeligen Dolden Nektar und Pollen und ziehen Honigbienen, Hummeln, Wespen, Hornissen und Schwebfliegen an; Admiral, Tagpfauenauge und C-Falter tanken dort vor der Überwinterung auf. Die Efeu-Seidenbiene sammelt ausschließlich Efeupollen für ihre Brut und ist ohne die Pflanze nicht lebensfähig. Der zweite Wert liegt im Winter: Die Beeren reifen erst zwischen Januar und April und sind dann Notnahrung für Amsel, Sing-, Mistel- und Wacholderdrossel, Star, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Ringeltaube; mindestens zwölf Vogelarten sind belegt. Das immergrüne, dichte Rankwerk an Stamm und Mauer liefert zugleich Nist- und Schlafplätze sowie Winterquartiere für Insekten. Als Raupenfutterpflanze ist Efeu mit sechs Arten dagegen unbedeutend.

Besonderheiten

Besonderheiten: Dürre+Schmutztolerant; Schützt unbeschadetes Mauerwerk vor Regen & Temperaturschwankungen + gibt Insekten, Vögeln,.. Lebensraum; Efeu reinigt die Luft von Benzol, Formaldehyd, Xylolen und Toluol (daher auch gut als Zimmerpflanze); Pflanzen bilden Hecken entlang von Zäunen; Viele dekorative Sorten zu div. Zwecke, manche nur >2m hoch; Nicht parasitär: bezieht gesamte Nährstoffe aus Sonne + Boden;

Herkunft & Lebensraum

Europa und Vorderasien: von Irland und der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus und Nordiran. Das Areal folgt dem atlantisch bis submediterran getönten Klima. Nach Norden reicht Efeu bis Südskandinavien und in den baltischen Küstenraum, nach Osten dünnt er mit zunehmender Winterkälte aus und fehlt im kontinentalen Inneren. Im Süden greift er über Nordafrika, Kleinasien und den Kaukasus aus. In Mitteleuropa ist er im Tiefland und in den Mittelgebirgen verbreitet und steigt in den Alpen bis etwa 1000 Meter. Nach Nordamerika, Australien und Neuseeland wurde er als Zierpflanze eingeführt und gilt dort gebietsweise als invasiv, weil er ohne die heimischen Fraßfeinde ganze Waldböden überzieht und junge Bäume erstickt.

Efeu wächst in Laub- und Mischwäldern, Auwäldern, Hecken, Schluchten und an schattigen Felsen, häufig in Buchen- und Eichen-Hainbuchenwäldern. Er ist die einzige heimische Liane von Bedeutung und erklimmt Bäume, Mauern und Felsen mit Haftwurzeln, ohne ihnen Wasser oder Nährstoffe zu entziehen; wo nichts zum Klettern da ist, bildet er flächige Teppiche über dem Waldboden. Die Art ist ausgesprochen schattenverträglich und bleibt im Halbdunkel jahrzehntelang in der nicht blühenden Jugendform; erst im Licht bildet sie die aufrechten Altersformen mit ungelappten Blättern, Blüten und Früchten. Bevorzugt werden frische, nährstoffreiche, gern kalkhaltige und durchlässige Böden. Staunässe, stark saure Rohhumusauflagen und ausgesprochen trockene Sandheiden meidet er.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: stark giftig

Die Pflanze soll in großen Mengen giftig sein, obwohl die Blätter von verschiedenen Säugetieren bedenkenlos gefressen werden, ohne dass schädliche Auswirkungen erkennbar sind. Die Blätter und Früchte enthalten das saponinhaltige Glykosid Hederagenin, das bei Einnahme Atembeschwerden und Koma verursachen kann. Der Saft kann Dermatitis mit Blasenbildung und Entzündung verursachen, vermutlich aufgrund des Vorhandenseins von Polyacetylenverbindungen.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Efeu: Wie groß wird die Pflanze?

Efeu (Hedera helix) wächst als Kletterpflanze und erreicht ausgewachsen etwa 18,5 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Efeu: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Efeu verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 8 liegen.

Efeu: Ist die Pflanze winterhart?

Efeu ist für die Winterhärte Zone 5–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Efeu: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Efeu ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Efeu: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.

Efeu: Ist die Pflanze giftig?

Efeu ist als stark giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Efeu: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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