Quitte
Wächst das bei mir?
Quitte ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 7,2 m
- Kronenbreite
- 6 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 50 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Vollertrag
- nach 25 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 25 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 20 t/ha
- Energieertrag
- 500 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–9
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 5 – 7
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (23)
23 Sorten von Quitte sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
- Ananasquitte
- Astheimer Perlquitte Aromatische fränkische Apfelquitte aus Astheim.
- Bereczki Birnenquitte
- Champion
- Cydopom
- Cydora
- Cydora Robusta
- Danuviana
- Hemus
- Honigquitte
- Ingenheimer Bombenquitte
- Ispolinskaja Großfrüchtige Quitte osteuropäischer Herkunft.
- Konstantinopeler ApfelquitteApfelförmige, aromatische Quitte aus Konstantinopel.
- Krymskaja Aromatnaja Aromatische Quitte von der Krim.
- Limon Ayvasi
- Muskatnaja
- Portugiesische Birnenquitte
- Riesenquitte von Leskovac
- Rohköstler
- Triumph
- Turuchanskaja
- Vranja
- Wolgograder Weichfruchtige
Nutzung
Essbar: Die Quittenfrucht ist stark aromatisch, ihr Fleisch fest, eher körnig und ausgesprochen pektinreich. Die gängigen mitteleuropäischen Sorten bleiben hart und herb und werden vor dem Verzehr gekocht; sie bekommen hier selten die Wärmemenge ab, die für volle Reife nötig wäre. Davon ausgenommen ist eine kleine Gruppe gerbstoffarmer, weichfleischiger Sorten, denen die harten Steinzellen fehlen und die auch nördlich der Alpen roh gegessen werden: die türkischen Süßquitten, im Handel als 'Shirin' oder 'Esme Ayva' geführt, die osteuropäischen Auslesen 'Aromatnaya', 'Kuganskaya' und 'Krymskaja Aromatnaja' sowie 'Karp's Sweet' und die als 'Rohköstler' verkaufte Auslese. Für alle übrigen Sorten gilt die Regel unverändert: erst kochen. Nach Praxisberichten schmecken auch die rohessbaren Sorten unmittelbar nach der Ernte noch zusammenziehend und sauer und entwickeln ihr volles, sehr frisches Aroma erst, wenn man sie einige Tage nachreifen lässt. Verarbeitet ergibt die Quitte Gelee, Marmelade, Mus, Saft und Wein, und wegen des hohen Pektingehalts dient sie zugleich als Gelierhilfe für pektinarme Früchte. Mitgekocht verleiht sie Apfelkompott ein kräftiges Aroma; das Kerngehäuse nimmt man dabei besser heraus, weil die Kerne dem Saft einen bitteren Ton geben. Je nach Sorte werden die Früchte apfel- oder birnenförmig und bis etwa zehn Zentimeter lang. Aus den getrockneten, zerstoßenen Samen lässt sich ein schleimhaltiges Getränk bereiten: etwa fünf Minuten köcheln und nach Geschmack süßen. Auch die Blüten sind essbar.
Heilkunde: Die Quitte gehört zu den alten Heilpflanzen Europas. Traditionell verwendet werden zwei Zubereitungen: der Schleim der Samen und das Fruchtmus. Quittensamen enthalten rund 20 % Schleimstoffe, die in kaltem Wasser aufquellen; der so gewonnene Schleim wurde äußerlich auf gereizte Haut und Schleimhäute sowie bei Husten und Halsbeschwerden eingesetzt. Das gekochte Fruchtmus galt wegen seines hohen Pektingehalts als Mittel bei Verdauungsbeschwerden. Wichtig ist dabei der sichere Umgang mit den Samen: Sie enthalten bis zu 1,5 % Amygdalin, aus dem beim Zerkleinern, Zerkauen oder Mahlen Blausäure frei wird. Für die Schleimgewinnung dürfen die Samen deshalb nur im Ganzen eingeweicht und müssen anschließend abgeseiht werden; zerstoßene Samen sind nicht zu verwenden, und das Kerngehäuse darf nicht mitgekocht werden.
Sonstige Nutzung: Ein aus der Samenschale gewonnener Schleim wird als Ersatz für Gummi arabicum verwendet, um dem Material Glanz zu verleihen. Der Samen enthält 20 % Schleimstoffe und 15 % fette Öle. Die Frucht ist reich an Pektin, welches den Körper vor Strahlung schützen soll. Die Blätter enthalten 11 % Tannin.
Anbau
Standortwahl: Warm, vollsonnig und luftig — in Mitteleuropa zuverlässig nur in Weinbaulagen oder an einer Süd- bis Westwand. Der luftige Stand ist kein Komfort, sondern Krankheitsvorsorge: Feuchte, schattige Ecken begünstigen die Quittenblattbräune erheblich. Auf kalkreichen Böden reagiert sie mit Chlorosen. Ein Vorteil ihrer späten Blüte im Mai und Juni ist, dass sie den Spätfrösten entgeht, die andere Obstgehölze treffen — sie eignet sich damit auch für Lagen mit Frostgefahr im April. Auch die rohessbaren Sorten sind von der Wärmefrage nicht ausgenommen: Sie brauchen einen warmen, geschützten Stand, um genug Zucker einzulagern — an einem kühlen Platz bleiben auch sie hart. Pflege: Sparsam schneiden, denn sie blüht an den Spitzen der einjährigen Triebe; ein Auslichtungsschnitt im Spätwinter genügt, starker Rückschnitt kostet die Ernte. Während der Fruchtentwicklung im Sommer soll der Boden gleichmäßig feucht bleiben. Falllaub im Herbst konsequent entfernen — darin überwintert der Blattbräune-Pilz und infiziert im Frühjahr neu. Die Art ist hochgradig feuerbrandanfällig, auch als robust vermarktete Sorten; plötzlich braunschwarz verdorrte Triebspitzen sind ein Verdachtsfall und je nach Region meldepflichtig. Geerntet wird September bis Oktober vor den ersten stärkeren Frösten. Im trockenen Süden lohnt es sich, die Unterlage gleich am endgültigen Standort aus einem 1 m langen, 70 cm tief eingeschlagenen Steckholz zu ziehen und erst im Folgejahr zu veredeln — siehe Vermehrung.
Vermehrung
Die Vermehrung aus Stecklingen oder Abrissen gelingt bei Kultursorten nur gelegentlich, weshalb Handelspflanzen fast ausnahmslos veredelt werden — meist auf eigens gezogene Quittenunterlagen. Diese Unterlagen sind über die Art hinaus bedeutsam: Die Quitte ist die klassische schwachwüchsige Unterlage für Birnen und bestimmt dort Wuchsstärke und Ertragsbeginn. Aus Samen lässt sich die Quitte ziehen, doch fallen Sämlinge nicht sortenecht; die Kerne werden aus dem Kerngehäuse gelöst, gewaschen und über Winter kühlfeucht stratifiziert, bevor sie im Frühjahr keimen. Absenker sind eine weitere gangbare Methode für den Hausgarten. Veredelte Bäume tragen früh, oft schon im dritten bis vierten Standjahr. Portugal-Praxis (Taro): Im Winter ein etwa besenstieldickes, rund 1 m langes Steckholz schneiden und senkrecht 70 cm tief in den Boden einschlagen — nur eine Handbreit schaut heraus. Die Quitte wurzelt an dem tief liegenden Holz zuverlässig an, und weil die Wurzeln von Anfang an unterhalb der austrocknenden Bodenschicht sitzen, hat die junge Pflanze im ersten Sommer Anschluss ans Bodenwasser. Genau das entscheidet im trockenen Süden über Anwachsen oder Vertrocknen, und es spart die Bewässerung im ersten Standjahr. Im Jahr darauf wird auf den angewurzelten Trieb die gewünschte Quitten- oder Birnensorte veredelt — man erzeugt sich die Unterlage also direkt am endgültigen Standort, ohne Topfkultur und ohne Verpflanzschock.
Wert für Tiere
Die Quitte blüht spät, im Mai und Juni, wenn die meisten anderen Obstgehölze längst verblüht sind, und füllt damit eine Lücke im Trachtkalender. Ihre großen, rosafarbenen Einzelblüten sind zwittrig und werden von rund 29 Wildbienenarten angeflogen, von denen keine auf sie spezialisiert ist; Honigbienen nutzen Nektar und Pollen gleichermaßen, wenn auch nicht in herausragender Menge. Als Kulturpflanze aus dem Kaukasusraum hat die Quitte hierzulande kaum Raupen an sich gebunden — sie ist eher Nahrungsquelle für Blütenbesucher als Kinderstube. Die schweren, aromatischen Früchte bleiben oft lange hängen; heruntergefallenes Obst wird von Wespen, Amseln und Säugern angenommen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Sehr schattentolerant, aber für hohen Fruchtertrag viel Licht+ Wärme nötig; Die Ernte ist vor Frosteintritt abzuschließen; 6-9Wochen lagerbar; Um den Samen-Schleim zu erhalten, werden die Kerne 1Stunde in Wasser aufgeweicht. schwach-wachsende Unterlage für Birnen; bildet Ausläufer: im Frühjahr trennen; Absenker brauchen 1 Jahr;
Herkunft & Lebensraum
Östlicher Kaukasus und Transkaukasien. Die Quitte stammt ursprünglich aus dem östlichen Kaukasus und dem Transkaukasus. Die Vorkommen in der Türkei, im Iran, in Turkmenistan, Syrien und Afghanistan gehen auf eine weit zurückliegende Verbreitung durch den Menschen zurück. Erste Kultivierungsnachweise reichen rund 4000 Jahre zurück; in Griechenland ist sie ab etwa 600 v. Chr. bezeugt, bei den Römern ab 200 v. Chr., in Mitteleuropa seit dem 9. Jahrhundert. Heute wird sie in Südeuropa, Vorderasien und Zentralasien angebaut und verwildert im Mittelmeerraum gelegentlich; in Mitteleuropa bleibt sie auf Gärten und Streuobstbestände beschränkt.
In ihrem Ursprungsgebiet wächst die Quitte an Waldrändern, in Gebüschen und an Hängen der kaukasischen Berglandschaften, meist an lichten, sommerwarmen Stellen mit ausreichender Bodenfeuchte. Sie ist wärmeliebend und in Mitteleuropa auf Weinbauklima angewiesen. Frische, nährstoffreiche und durchlässige Böden sagen ihr zu; Staunässe und wechselfeuchte Standorte schädigen sie, hohe Calciumgehalte im Boden führen zu Chlorosen. Volle Sonne ist Voraussetzung dafür, dass die Früchte ausreifen — in Mitteleuropa bewährt sich eine Süd- oder Westwand. Fröste unter etwa -20 °C können Schäden verursachen. Als Neophyt fügt sie sich hier in Gärten und Streuobstbestände ein, ohne in naturnahe Vegetation vorzudringen.
⚠️ Gefahren
Der Samen ist giftig. Wie viele Arten in der Familie Rosaceae enthält er Blausäure (dies ist die Substanz, die Mandeln ihren charakteristischen Geschmack verleiht). In übermäßigen Mengen kann sie jedoch zu Atemversagen und sogar zum Tod führen.
Häufige Fragen
Quitte: Wie groß wird die Pflanze?
Quitte (Cydonia oblonga) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 7,2 m Höhe bei rund 6 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Quitte: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Quitte verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7 liegen.
Quitte: Ist die Pflanze winterhart?
Quitte ist für die Winterhärte Zone 5–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Quitte: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Quitte ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Quitte: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Quitte: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Quitte: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Quitte trägt erstmals nach 3 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 25 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 25 kg im Jahr, im Anbau bis 20 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Quitte: Ist die Pflanze giftig?
Für Quitte sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Quitte: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 5/10.
Welche Sorten von Quitte gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 23 Sorten von Quitte hinterlegt, darunter Ananasquitte, Astheimer Perlquitte, Bereczki Birnenquitte, Champion, Cydopom, Cydora, Cydora Robusta, Danuviana, Hemus, Honigquitte, Ingenheimer Bombenquitte, Ispolinskaja und 11 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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