Japanische Scheinquitte
Wächst das bei mir?
Japanische Scheinquitte ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rosaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 1,4 m
- Kronenbreite
- 2 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 80 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 3 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 6 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 10 t/ha
- Energieertrag
- 600 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–8
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 6 – 8
- Synonyme
- Zierquitte, Scheinquitte
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Sorten (1)
1 Sorten von Japanische Scheinquitte sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.
Nutzung
Essbar: Obst - roh oder gekocht. Sehr scharf und sauer roh, aber duftend, wenn es gekocht wird und Marmeladen und Gelees einen starken angenehmen Geschmack verleiht, es ist besonders gut gekocht mit Äpfeln in Apfelkuchen. Die Frucht ist apfelförmig und hat einen Durchmesser von etwa 4 cm. Der reichhaltige aromatische Saft, so herb wie eine Zitrone, wird gepresst und für kulinarische Zwecke verwendet.
Sonstige Nutzung: Die Triebe legen sich sparrig über den Boden und wurzeln dabei an — daraus ergibt sich die verbreitetste Nebennutzung: flächendeckende, undurchdringliche Bepflanzung an Böschungen, wo die Scheinquitte den Boden festhält und Betreten verhindert. Im Abstand von etwa einem Meter gesetzt, schließt sie in wenigen Jahren. Die niedrigere Form C. japonica alpina bleibt etwa halb so groß und eignet sich für Beeteinfassungen und schmale Streifen. Weil die Früchte über Monate stark und angenehm duften, wurden sie in Ostasien in den Wäschekasten gelegt; sie parfümieren einen Raum wochenlang, ohne zu verderben. Wegen der Dornen und der Unempfindlichkeit gegenüber Stadtluft wird die Art im öffentlichen Grün als pflegearmes Abstandsgehölz gepflanzt.
Anbau
Standortwahl: Die Scheinquitte verträgt Schatten, trägt aber nur in der Sonne nennenswert — das ist die wichtigste Entscheidung vor dem Pflanzen. Sie ist streng selbstunfruchtbar: Ohne eine zweite Sorte oder einen Sämling in Reichweite bleibt der Strauch fruchtleer, zwei verschiedene Sorten sind Pflicht. Die Triebe sind bedornt und legen sich sparrig über den Boden; an Wegen, Sitzplätzen und Spielflächen wird das zur Stolper- und Kratzfalle, als niedrige undurchdringliche Hecke oder als Unterpflanzung größerer Gehölze ist genau das ihr Vorzug. Sie bildet Ausläufer und breitet sich langsam flächig aus — Abstand zu Staudenbeeten halten oder eine Kante setzen. Auf stark kalkhaltigen Böden wird sie chlorotisch; Stadtluft und Straßennähe machen ihr dagegen nichts aus, weshalb sie sich auch für Dachgärten und Kübel eignet. Pflege: Der Strauch ist winterhart bis etwa -25 °C und braucht keinen Winterschutz. Entscheidend ist der Schnitt: Die Früchte entstehen vor allem an drei- und mehrjährigem Holz, ein routinemäßiger Rückschnitt kostet deshalb die Ernte. Geschnitten wird sparsam und direkt nach der Blüte, indem man alte, vergreiste Triebe bodennah herausnimmt und den Rest stehen lässt. Gedüngt werden muss kaum, eine Kompostgabe im Frühjahr reicht. Ausläufer im Frühjahr abstechen, bevor sie sich weit vom Strauch entfernen. Die Früchte reifen im Oktober, bleiben steinhart und sind roh ungenießbar; geerntet wird spät, kühl gelagert halten sie mehrere Monate und duften dabei kräftig. Vögel nehmen sie erst an, wenn Frost sie mürbe gemacht hat.
Vermehrung
Die Aussaat ist unkompliziert, liefert aber keine sortenechten Pflanzen: Kerne aus reifen Früchten im Herbst herauslösen, waschen und sofort in ein Saatbeet oder einen Topf im Freien geben. Die Winterkälte übernimmt die Stratifikation, im Frühjahr laufen die Sämlinge auf; trocken gelagertes Saatgut braucht dagegen etwa acht bis zwölf Wochen Kühllagerung in feuchtem Sand. Weil die Art selbstunfruchtbar ist, sind Sämlinge ohnehin immer Kreuzungen und fallen uneinheitlich aus — im Ertragsanbau dienen sie deshalb vor allem als Bestäuberpflanzen. Sortenechte Vermehrung gelingt am einfachsten über die reichlich gebildeten Ausläufer, die man im Frühjahr mit Wurzelballen absticht, sowie über halbreife Stecklinge im Sommer. Auch Absenker bewurzeln zuverlässig, weil die Triebe dem Boden ohnehin aufliegen.
Wert für Tiere
Die Scheinquitte blüht im März und April, lange bevor die meisten Obstgehölze aufgehen, und ist damit eine der ersten verlässlichen Trachtquellen des Jahres. NaturaDB verzeichnet 30 Wildbienenarten an der Art — Sand-, Schmal- und Mauerbienen sowie Hummeln —, spezialisiert ist keine davon. Der Pollenwert wird als hoch eingestuft (3 von 4), der Nektarwert als mäßig (2 von 4); für früh fliegende Hummelköniginnen zählt vor allem der Pollen. Ein zweiter Wert liegt in der Struktur: Der niedrige, sparrige und bedornte Wuchs ergibt ein ausgezeichnetes Vogelschutzgehölz, in dem kleine Singvögel gedeckt brüten. Die harten Früchte hängen bis in den Winter und werden erst angenommen, wenn Frost sie mürbe gemacht hat. Als ostasiatischer Neuankömmling hat die Art in Mitteleuropa keine an sie gebundenen Raupenarten.
Besonderheiten
Besonderheiten: bildet Ausläufer; beste Fruchtbildung an 3-jährigen Trieben; wird kommerziell in Lettland angebaut auf >100ha; Ertragssorten sind: 'Cido' !'Nivalis', 'Rasa' , sowie diverse Hybride (C. x superba) 'Fusion', dann am besten 2 verschiedene Sorten für gesicherten Ertrag; lässt sich auf Birnen- oder Mehlbeerstämmchen aufveredeln;
Herkunft & Lebensraum
Ostasien: Japan und Koreanische Halbinsel. In Japan wächst die Art auf Honshu, Shikoku und Kyushu vom Hügelland bis in die montane Stufe. Nach Europa kam sie 1874 als Ziergehölz und ist seither in Gärten und Parks allgegenwärtig; verwildert tritt sie nur vereinzelt an Böschungen und Waldrändern auf, ohne sich als Neophyt durchzusetzen. Wirtschaftliche Bedeutung hat sie überraschenderweise in Lettland gewonnen, wo sie seit den 1990er Jahren auf über hundert Hektar als eigenständige Obstart angebaut und zu Saft, Sirup und Konzentrat verarbeitet wird.
Lichte Berg- und Hügelwälder, Waldsäume, Gebüsche und Felshänge des japanischen Berglands, meist auf frischen, durchlässigen und eher sauren Böden. Als niedriger, sparrig wachsender Strauch von 80 bis 150 Zentimetern besetzt die Art dort die Übergangszone zwischen geschlossenem Wald und offener Fläche und behauptet sich über Ausläufer in der Konkurrenz. Sie ist ausgesprochen anpassungsfähig: Schwere Tonböden, städtische Luftbelastung und tiefer Schatten werden vertragen, nur stark alkalische Böden führen zu Chlorose. Für den Fruchtansatz braucht sie allerdings deutlich mehr Licht, als ihre Schattenverträglichkeit vermuten lässt.
⚠️ Gefahren
Obwohl für diese Art keine spezifische Erwähnung gefunden wurde, gehört sie zu einer Gattung, in der die meisten, wenn nicht alle Mitglieder der Gattung Cyanwasserstoff produzieren, ein Gift, das Mandeln ihren charakteristischen Geschmack verleiht. Dieses Gift befindet sich hauptsächlich in den Blättern und Samen und ist an seinem bitteren Geschmack leicht erkennbar. Es ist normalerweise in zu geringer Menge vorhanden, um Schaden anzurichten, aber sehr bittere Samen oder Früchte sollten nicht gegessen werden. In übermäßigen Mengen kann es jedoch zu Atemversagen und sogar zum Tod führen.
Häufige Fragen
Japanische Scheinquitte: Wie groß wird die Pflanze?
Japanische Scheinquitte (Chaenomeles japonica) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,4 m Höhe bei rund 2 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Japanische Scheinquitte: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Japanische Scheinquitte verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.
Japanische Scheinquitte: Ist die Pflanze winterhart?
Japanische Scheinquitte ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Japanische Scheinquitte: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Japanische Scheinquitte ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Japanische Scheinquitte: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.
Japanische Scheinquitte: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.
Japanische Scheinquitte: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Japanische Scheinquitte trägt erstmals nach 3 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 6 kg im Jahr, im Anbau bis 10 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Japanische Scheinquitte: Ist die Pflanze giftig?
Für Japanische Scheinquitte sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Japanische Scheinquitte: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 6/10.
Welche Sorten von Japanische Scheinquitte gibt es?
Im Permaplans-Sortenfinder sind 1 Sorten von Japanische Scheinquitte hinterlegt, darunter Cido. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.
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