Wächst das bei mir?
Hanf ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Cannabaceae
- Wuchsform
- einjährig
- Wuchshöhe
- 2,5 m
- Kronenbreite
- 0,8 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 1 Jahr
- Erster Ertrag
- nach 1 Jahr
- Ertrag pro Pflanze
- bis 0 kg
- Ertrag im Anbau
- bis 1 t/ha
- Energieertrag
- 250 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 3–10
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr nass
- pH-Wert
- 6 – 7,5
- Synonyme
- Cannabis
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Der Samen der Pflanze kann roh oder gekocht gegessen werden. Er kann geröstet und als Gewürz verwendet oder zu Kuchen verarbeitet und gebraten werden. Der Samen ist ziemlich schmackhaft, aber es ist schwierig, ihn von der Schale zu trennen. Eine Möglichkeit ist, den Samen, die Schale und alles zusammen zu zermahlen, was jedoch zu einer körnigen Textur führen kann. Der Samen enthält etwa 27,1 % Protein, 25,6 % Fett, 7,4 % Kohlenhydrate und 6,1 % Asche. Ein sehr nahrhaftes Speiseöl, reich an essentiellen Fettsäuren, kann aus den Samen gewonnen werden. Die Blätter der Pflanze werden in Suppen verwendet und enthalten 0,215 % Carotin.
Heilkunde: Cannabis ist seit 2017 in Deutschland verschreibungsfähig und wird bei chronischen Schmerzen, bei Spastik im Rahmen einer Multiplen Sklerose sowie gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit unter Chemotherapie eingesetzt; wirksam sind vor allem die Cannabinoide THC und CBD aus den Blütenständen weiblicher Pflanzen. Die Abgabe erfolgt ausschließlich über Apotheken und ärztliche Verordnung. Von den Medizinalsorten streng zu trennen ist der Nutzhanf mit weniger als 0,3 Prozent THC, der für Faser und Samen angebaut wird und diese Wirkung nicht entfaltet. Überliefert ist die Anwendung weit älter: In der indischen und chinesischen Heilkunde wird Hanf seit Jahrtausenden geführt, und in der europäischen Volksheilkunde galten Umschläge aus Blättern als schmerzlinderndes Mittel bei Gelenkbeschwerden — beides ohne modernen Wirknachweis.
Sonstige Nutzung: Aus dem Samen der Pflanze wird ein trocknendes Öl gewonnen, das für verschiedene Zwecke wie Beleuchtung, Seifenherstellung, Farben und Lacke verwendet wird. In gemäßigten Klimazonen wird das Öl aus den weiblichen Pflanzen gewonnen, nachdem die faserproduzierenden männlichen Pflanzen geerntet wurden. Die Samen werden von den weiblichen Pflanzen geerntet, indem die Pflanzen geschüttelt werden, um die reifen Samen zu extrahieren. Die Samenernte erfolgt am besten am frühen Morgen, wenn die Früchte prall und die Bedingungen feucht sind, um Samenverlust durch Zerbrechen zu vermeiden. Die Stängel werden geschnitten und die Samen über Planen ausgeschüttelt oder mit Stöcken geschlagen, um die Samen zu gewinnen. Die Pflanze liefert auch eine starke und langlebige Faser, die zur Herstellung von groben Stoffen, Seilen und anderen Produkten verwendet wird. Die besten Fasern werden von den männlichen Pflanzen geerntet, wenn sie braun werden und die Blüten sich öffnen. Für die Papierherstellung werden die Stängel im Herbst geerntet, geröstet oder gedämpft, um die Fasern zu entfernen, und dann in Lauge gekocht und geschlagen. Das resultierende Papier ist cremefarben. Die Pflanze dient auch als gute Begleitpflanze für Kohl und andere Kohlarten, da sie den Kohlweißling abwehrt und eine flüchtige Essenz absondert, die pathogene Mikroorganismen im Boden hemmt.
Anbau
Standortwahl: Vor jeder Standortfrage steht die Rechtslage. Nutzhanf ist in Deutschland nur mit zertifiziertem Saatgut einer im EU-Sortenkatalog geführten Sorte unter 0,3 Prozent THC zulässig, und der Anbau ist der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung anzuzeigen. Der Platz muss vollsonnig und tiefgründig sein, im Halbschatten vergeilen die Pflanzen. Hanf ist zweihäusig und windbestäubt, sein Pollen fliegt weit — in der Nähe blühender Bestände ist mit Fremdbestäubung zu rechnen. Im Bestand wird er mannshoch bis fünf Meter und beschattet alles unter sich vollständig: als sommerlicher Sichtschutz brauchbar, für Nachbarbeete ein Problem. Sein Vorfruchtwert ist hoch, die tiefe Pfahlwurzel lockert verdichtete Böden und die dichte Belaubung unterdrückt Beikraut ohne jede Herbizidhilfe. Pflege: Ausgesät wird flach von Mitte April bis Mai, sobald der Boden etwa zehn Grad erreicht; die Keimung läuft in drei bis sieben Tagen. Für Fasern sät man dicht, für Samen weit — eng gestellte Pflanzen bleiben unverzweigt und schlank. Hanf zehrt stark und quittiert reichliche Stickstoffgaben mit Wuchs; bei Samennutzung gegen Ende zurückhaltend düngen. In der Jugend regelmäßig wässern, später trägt die Tiefwurzel die Pflanze durch. Schnittmaßnahmen entfallen, Krankheiten und Schädlinge spielen kaum eine Rolle. Die Faserernte fällt in die männliche Blüte, die Samenernte in den Spätsommer; geerntet wird am frühen Morgen bei feuchter Luft, sonst rieseln die Samen aus.
Wert für Tiere
Hanf blüht windbestäubt und gibt keinen Nektar — als Trachtpflanze im engeren Sinn fällt er damit aus. Sein Wert liegt im Pollen und vor allem im Zeitpunkt: Die männlichen Pflanzen stäuben im Spätsommer, wenn in der Agrarlandschaft kaum noch etwas blüht, und werden dann von Honigbienen und Hummeln gezielt angeflogen. Der Bestäubungsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums führt Hanf entsprechend als Pollenquelle für Honigbienen und Hummeln, ohne Nektarwert und ohne eigenen Bestäubungsbedarf. Spezialisierte Wildbienen sind nicht bekannt, und Raupenfutterpflanze mitteleuropäischer Falter ist er ebenfalls nicht. Deutlich messbar ist dagegen der Wert der Samen: Hanfsaat ist seit jeher Winterfutter für Finken, Ammern und Meisen, stehen gelassene Bestände werden im Herbst regelrecht abgeerntet. Dazu kommt Struktur — ein dichter Hanfbestand ist im Sommer Deckung für Bodenbrüter und Kleinsäuger.
Besonderheiten
Besonderheiten: Hanf ist die wahrscheinlich älteste Kulturpflanze: dem Menschen am Nächsten, ebenso das Hanfprotein+fett/ wird super aufgenommen; BangLaDesch bedeutet wörtlich HanfMenschenLand: Fundament der Kultur; Für Faser/Papier(120xbesser als Bäume), Medizin & Futter gibt es spezialisierte Züchtungen, hier auf 1 Karte zusammengefasst;
Herkunft & Lebensraum
Zentralasien: vermutlich Kasachstan und das nördliche Altai-Vorland. Von dort breitete sich Hanf schon im späten Pleistozän über weite Teile Asiens aus und wurde als eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt vom Menschen mitgenommen — nach Ostasien und Indien, nach Vorderasien und über Skythen und Römer nach Europa. Heute wächst er nahezu weltweit in den gemäßigten bis tropischen Zonen, teils in Kultur, teils verwildert. Ursprüngliche Wildbestände gibt es in Mitteleuropa nicht; was hier auftritt, sind Anbauflächen und kurzlebige Verwilderungen aus Vogelfutter und Feldbau, meist an stickstoffreichen Ruderalstellen. Der europäische Faseranbau konzentriert sich heute auf Frankreich, das mit Abstand die größten Flächen hält, dazu Rumänien, die Niederlande und Deutschland.
Hanf ist eine einjährige Pionierpflanze offener, nährstoffreicher Böden und verhält sich ökologisch wie ein ausgeprägter Stickstoffzeiger. In seinem Heimatareal besiedelt er Flussschotter, angeschwemmte Sedimente und steinige Hänge, überall sonst die überdüngten Stellen in Siedlungsnähe — Schuttplätze, Misthaufen, Wegränder, Bahngelände. Er verlangt tiefgründige, gut durchlüftete, gleichmäßig feuchte Böden ohne Staunässe und wurzelt dabei bis etwa 140 Zentimeter tief. Licht braucht er von Anfang an ungeschmälert; im Schatten bleibt er dünn und schießt auf. Der Wuchs ist außergewöhnlich plastisch: Je nach Standort und Bestandsdichte bleibt dieselbe Art zwanzig Zentimeter niedrig oder wird fünf Meter hoch. Die Blüte wird nicht von der Wärme ausgelöst, sondern von der Nachtlänge, und setzt erst ein, wenn die Dunkelphase zehn bis zwölf Stunden überschreitet.
⚠️ Gefahren
Die Pflanze ist ein Betäubungsmittel. Ihre Wirkung zielt fast ausschließlich auf die höheren Nervenzentren ab, sie kann eine berauschende Trunkenheit mit Halluzinationen hervorrufen und wird weit verbreitet als Straßendroge verwendet. Früher wurde sie auch häufig von Mystikern und Weisen verwendet, die mit den höheren Kräften der Natur kommunizieren wollten. Die Art der Wirkung hängt stark vom Temperament des Einzelnen ab. Viele Menschen halten den Gebrauch von Cannabis für weniger schädlich als Alkohol oder Tabak, dennoch wurde der Gebrauch in vielen Ländern der Welt, einschließlich den meisten westlichen Ländern, Neuseeland und Australien, verboten.
Häufige Fragen
Hanf: Wie groß wird die Pflanze?
Hanf (Cannabis sativa) wächst als einjährig und erreicht ausgewachsen etwa 2,5 m Höhe bei rund 0,8 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Hanf: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Hanf verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 7,5 liegen.
Hanf: Ist die Pflanze winterhart?
Hanf ist für die Winterhärte Zone 3–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Hanf: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Hanf ist einjährig und wächst in Mitteleuropa problemlos im Freiland – eine Saison von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst.
Hanf: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.
Hanf: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im September.
Hanf: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Hanf trägt bereits im ersten Jahr. Pro Pflanze sind bis zu 0 kg drin, im Anbau bis 1 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Hanf: Ist die Pflanze giftig?
Für Hanf ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Hanf: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 8/10, Heilkunde 9/10, Sonstige Nutzung 9/10.
Diese Pflanze in den eigenen Garten planen
Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.
Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen
Erfahrungen aus der Community
Was Permaplans-Nutzer zu dieser Pflanze geschrieben haben – unverändert aus der App übernommen. 1 Beitrag.
Betrifft Nutzhanf: Abgesehen davon, dass diese Pflanze wunderschön ist und in jedem Kultivierungsschritt beruhigend wirkt ;) lässt sie sich auch sehr vielfältig nutzen. Die händische Ernte, Sortierung, Säuberung und Trocknung der Samen ist sehr aufwändig. Die Ernte und Trocknung der Blätter und Blüten benötigt etwas Platz. Aus allem lassen sich relativ einfach wertvoller Tee, Alkohol- oder Ölauszüge mit CBD herstellen. Die dicken Stengel eignen sich gehäckselt sehr gut als relativ stabiler Mulch. Ich kultiviere den Hanf heuer im zweiten Jahr (20 m², mit Untersaat/Mischkultur-Versuchen) Er ist durchaus in der Lage, sich selbst auszusamen, was erheblich stabilere Pflanzen ergibt, als im Frühjahr ausgesäte oder gar unter Glas vorgezogene. (Hinweis: Alles nur mit Registrierung bei zuständiger Behörde, mit zertifizieren Saatgut und der in Kaufnahme von jährlichen Kontrollen erlaubt). Ob eine Verbesserung des Bodens durch Hanf-Mulch und die enormen Wurzeln eintritt, kann ich noch nicht beurteilen.
Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.
💬 App laden und mitschreiben