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Gemüsespargel

Asparagus officinalis
Essbarkeit6Heilwirkung5Sonstiger Nutzen1
Staude1,5×0,8 mZone 4–9leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Gemüsespargel ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Asparagaceae
Wuchsform
Staude
Wuchshöhe
1,5 m
Kronenbreite
0,8 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
20 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Vollertrag
nach 6–7 Jahren
Ertragsjahre
15–20 Jahre
Winterhärte
Zone 4–9
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,6 – 7,6

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Gegessen werden die jungen Sprossachsen, und die Erntweise entscheidet über die Farbe: Bleichspargel wird gestochen, bevor die Triebe die Dammkrone durchbrechen, Grünspargel wächst über der Erde und bildet durch das Licht Chlorophyll; violetter Spargel steht dazwischen. In Europa wird je nach Region von März bis Juni geerntet. In Deutschland überwiegt heute der Bleichspargel, im englischsprachigen Raum — wie früher auch hierzulande — der Grünspargel. Klassisch werden die Stangen geschält und in Salzwasser gekocht oder gedünstet; Grünspargel muss man kaum schälen und eignet sich gut zum Braten und Grillen. Dünne Stangen lassen sich roh und fein gehobelt als Salat verwenden. Weiter gehen Suppe aus den Schalen, Quiche und Risotto. Die roten Beeren der zweihäusigen Sorten sind schwach giftig und gehören nicht auf den Teller.

Sonstige Nutzung: Der Nutzen jenseits der Ernte ist beim Spargel überschaubar und wird oft überzeichnet. Real ist die floristische Verwendung: Das feinnadelige Sommerlaub und die roten Beeren der weiblichen Pflanzen sind als Schnittgrün und Trockenschmuck brauchbar, weshalb verwandte Arten der Gattung als Zierspargel gezogen werden. Als tiefwurzelnde Rhizomstaude bindet er außerdem lockere Sandböden. Zwei verbreitete Behauptungen sollte man dagegen mit Vorsicht behandeln: Dass Spargel Nematoden abwehre, die Tomaten befallen, und dass Tomaten umgekehrt das Spargelhähnchen fernhielten, ist als Mischkulturregel weit verbreitet, aber nicht belastbar belegt — die Asparagusinsäure der Wurzeln wirkt im Laborversuch nematodenhemmend, was für die Gartenpraxis noch keine Aussage ist. Als Heil- oder Färbepflanze spielt er keine Rolle.

Anbau

Standortwahl: Spargel ist eine Dauerkultur — ein gut angelegtes Beet trägt 15 bis 20 Jahre, die Standortwahl gilt also für zwei Jahrzehnte. Er braucht volle Sonne und einen lockeren, sandigen, tiefgründigen und steinfreien Boden ohne Staunässe; auf schweren oder steinigen Böden werden die Stangen krumm. Der Platz muss dauerhaft frei bleiben, weil jede Bodenbearbeitung in der Nähe das flach unter der Dammkrone liegende Wurzelwerk verletzt. Wichtig für die Planung: Spargel nie nach Spargel — eine Neuanlage gehört an eine andere Stelle, sonst holen Bodenmüdigkeit und Fusarium die junge Pflanzung ein. Als Nachbarn gelten Tomate, Petersilie und Basilikum als günstig. Und eine Entscheidung fällt beim Sortenkauf: Die heutigen rein männlichen Hybriden setzen keine Beeren, alte zweihäusige Sorten dagegen tragen rote, schwach giftige Beeren, die Kleinkinder anlocken und sich selbst aussäen. Nach der Ernte wachsen die Triebe bis eineinhalb Meter hoch und beschatten die Umgebung. Pflege: Für die Anlage hebt man im Herbst einen Graben von etwa 30 Zentimetern aus, arbeitet Mist oder anderen organischen Dünger in die Sohle ein, setzt im Frühjahr ein- bis zweijährige Pflanzen — wegen ihrer langen, fleischigen Wurzeln Klauen genannt — ein und deckt sie mit Erde ab; im Laufe des Jahres wird der Graben gefüllt. Ab dem dritten Jahr wirft man über der Reihe einen kniehohen Wall auf, den Bifang, und beginnt zu ernten; Grünspargel wächst ohne Wall. Das Ernteende liegt traditionell am 24. Juni, dem Johannistag: "Kirschen rot, Spargel tot" — danach braucht die Pflanze das Laub, um Reserven für das nächste Jahr aufzubauen. Im Herbst schneidet man die Stängel ab und entfernt sie, um Spargelfliege und Pilzen die Grundlage zu nehmen, und gibt Kompost. Die Hauptschädlinge sind Spargelhähnchen und Zwölfpunkt-Spargelkäfer, Spargelfliege, Spargelrost und Fusarium; Rehe und Hasen fressen gern die jungen Triebe.

Vermehrung

Aus Samen dauert es lange: Ausgesät wird im März unter Glas oder im April ins Freiland, die Keimung braucht bei etwa 20 Grad drei bis vier Wochen. Aus den Sämlingen zieht man in einem Jahr die sogenannten Klauen, die im folgenden Frühjahr an den endgültigen Platz kommen — wer gekaufte ein- bis zweijährige Klauen setzt, spart genau diese Zeit und erntet ein bis zwei Jahre früher. Eine Teilung des Rhizoms ist möglich, liefert aber schwächere Pflanzen und lohnt sich nur, um eine bestimmte alte Pflanze zu erhalten. Zu beachten: Die heute angebauten Sorten sind rein männliche Hybriden und lassen sich aus Samen nicht reproduzieren; sortenecht nachbauen kann man nur die alten Landsorten wie Ruhm von Braunschweig oder Huchels Leistungsauslese, die über Samen erhalten werden. Der erste nennenswerte Ertrag fällt im dritten Standjahr.

Wert für Tiere

Der Spargel ist ein gutes Beispiel dafür, dass niedrige Artenzahlen nicht gleich geringer Wert sind. NaturaDB verzeichnet nur eine einzige Wildbienenart an ihm — die Spargel-Sandbiene (Andrena chrysopus) —, doch die ist auf ihn spezialisiert und ohne Spargel nicht lebensfähig. Dazu kommen zwei Falterarten, deren Raupen an ihm fressen, die Gemüseeule (Lacanobia oleracea) und die Ampfer-Seidenglanzeule (Spodoptera exigua), sowie zwei Käferarten, die im Anbau als Schädlinge gelten und gleichzeitig zur Artenvielfalt gehören: das Gemeine Spargelhähnchen (Crioceris asparagi) und der Zwölfpunkt-Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata). Der USDA-Bericht bewertet Spargel sowohl für Honigbienen-Nektar als auch für Pollen mit "+", also attraktiv unter bestimmten Bedingungen, und vermerkt, dass für die Samenproduktion Bestäubung erforderlich ist — das gilt nur für die zweihäusigen Sorten, denn die heutigen rein männlichen Hybriden blühen ohne Fruchtansatz. Die roten Beeren werden von Vögeln gefressen, die dadurch die Samen verbreiten, und das filigrane Sommerlaub bietet Kleintieren Deckung. Wer den Wert heben will, lässt das Laub bis zum Frühjahr stehen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Zweihäusige Rhizomstaude, deren Beet 15-20 Jahre trägt; Saisonende traditionell am Johannistag 24.6. → "Kirschen rot, Spargel tot"; 1952 erste Hybridsorte "Schwetzinger Meisterschuss", 1975 erste rein männliche "Lucullus" → heute stehen fast nur noch solche im Anbau; die DDR-Sorte "Eros" war die erste tetraploide+fiel durch besonders dicke Stangen auf; nach Fläche Deutschlands wichtigstes Freilandgemüse;

Herkunft & Lebensraum

Östlicher Mittelmeerraum, heute weltweit in Kultur. Als Heimat des Gemüsespargels gilt der östliche Mittelmeerraum; wilde Vorläufer und Verwandte kommen in Mittel- und Südeuropa, Vorderasien, Westsibirien und Nordafrika vor. In Süd- und Nordamerika sowie in Neuseeland ist er stellenweise eingebürgert. Ob die schon von mittelalterlichen Autoren erwähnten Bestände auf den Kies- und Sandbänken von Rhein, Main und Donau echte Wildvorkommen sind oder auf Verwilderung zurückgehen, ist ungeklärt. In Deutschland ist Spargel nach Anbaufläche die wichtigste Freilandgemüseart: Die Fläche wuchs von 15.500 Hektar im Jahr 2000 auf rund 28.500 Hektar bis 2018, mit den größten Anteilen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg — allein diese drei Länder stellen über die Hälfte.

Verwilderter Spargel wächst in Mitteleuropa auf trockenen, mäßig nährstoffreichen, sandigen Standorten: auf Dämmen, an Wegrändern, in Dünen und in ruderalen Trockenrasen. Pflanzensoziologisch gedeiht er meist in Gesellschaften der Silbergrasfluren (Corynephoretalia), aber auch in Saumgesellschaften der Origanetalia und in Halbtrockenrasen der Festuco-Brometea. Das Muster passt zu seinem Bau: Als tiefwurzelnde Rhizomstaude speichert er Reserven im Boden, treibt im Frühjahr schnell aus und übersteht Sommertrockenheit gut, während er Staunässe, Verdichtung und steinigen Untergrund meidet. Sein natürlicher Lebensraum ist damit offen, warm und sandig — die klassischen Spargelgebiete auf den märkischen und niederrheinischen Sanden bilden genau diese Bedingungen nach.

⚠️ Gefahren

Größere Mengen der Triebe können die Nieren reizen. Die Beeren sind schwach giftig.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Gemüsespargel: Wie groß wird die Pflanze?

Gemüsespargel (Asparagus officinalis) wächst als Staude und erreicht ausgewachsen etwa 1,5 m Höhe bei rund 0,8 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Gemüsespargel: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Gemüsespargel verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,6 und 7,6 liegen.

Gemüsespargel: Ist die Pflanze winterhart?

Gemüsespargel ist für die Winterhärte Zone 4–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Gemüsespargel: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Gemüsespargel ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Gemüsespargel: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Gemüsespargel: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Gemüsespargel trägt erstmals nach 3 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 6–7 Jahren. Die Ertragsphase dauert etwa 15–20 Jahre. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Gemüsespargel: Ist die Pflanze giftig?

Für Gemüsespargel ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Gemüsespargel: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 1/10.

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