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Spindelstrauch

Euonymus europaeus
Strauch6×4 mZone 3–7leichter Schatten

Wächst das bei mir?

Spindelstrauch ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Celastraceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
6 m
Kronenbreite
4 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
100 Jahre
Erster Ertrag
nach 5 Jahren
Winterhärte
Zone 3–7
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
5,3 – 8,6
heckentauglichNektarquellePollenquelle

Nutzung

Sonstige Nutzung: Das Holz des Pfaffenhütchens ist auffallend hart, zäh und feinfaserig und ließ sich deshalb zu sehr dünnen, festen Teilen verarbeiten. Aus ihm wurden Handspindeln gedreht, denen der Strauch seinen zweiten Namen Spindelstrauch verdankt, außerdem Schuhstifte, Webschützen und das sogenannte Putzholz der Uhrmacher. Verkohlt liefert es die feinste Zeichenkohle überhaupt, weich im Strich und leicht wegzuwischen, weshalb Künstlerkohle bis heute bevorzugt daraus gebrannt wird. Aus den ölhaltigen Samen wurde früher ein Öl gepresst und zu Seife verarbeitet; gepulvert dienten Samen und Rinde als Mittel gegen Ungeziefer bei Vieh und Mensch, eine Anwendung, die man wegen der Giftigkeit nicht wiederbeleben sollte. Im Landschaftsbau ist der Strauch als Böschungs- und Erosionsschutz und als Vogelschutzgehölz geschätzt.

Anbau

Standortwahl: Das Pfaffenhütchen bleibt mit 2,5 bis 5 Metern Höhe und 1,5 bis 3,5 Metern Breite ein gut beherrschbarer Großstrauch für Hecke, Waldrand und Feldgehölz und gedeiht von voller Sonne bis in den Halbschatten, auf kalkhaltigem, nährstoffreichem und nicht zu saurem Boden am besten. Bei der Standortwahl ist die Giftigkeit das entscheidende Kriterium: Alle Teile sind giftig, am stärksten die Samen, und die auffällig rosaroten Früchte mit orangenem Samenmantel sind für Kinder ausgesprochen attraktiv. In Gärten mit kleinen Kindern, an Spielplätzen und in Reichweite von Weiden und Kleintiergehegen gehört er nicht hin. Zweitens ist er der wichtigste Winterwirt der Schwarzen Bohnenlaus, die im Frühjahr auf Bohnen, Rüben und Mohn überwechselt: mindestens zwanzig bis dreißig Meter Abstand zum Gemüsebeet halten. Pflege: Anspruchslos und ohne Zusatzwasser auskommend, sobald er angewachsen ist; in den ersten beiden Jahren bei Trockenheit wässern. Er ist sehr schnittverträglich und treibt aus dem alten Holz willig wieder aus, lässt sich also auf Stock setzen und als geschnittene Hecke führen. Geschnitten wird im Spätwinter, wobei jeder Rückschnitt den Fruchtansatz des Folgejahres kostet, denn er blüht am mehrjährigen Holz; wer die Früchte will, schneidet nur ausdünnend. Er bildet Kriechsprosse und verjüngt sich damit selbst, an ungewollten Stellen abstechen. Regelmäßig tritt die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte auf und kann den Strauch im Frühsommer vollständig kahl fressen und einspinnen; das sieht dramatisch aus, ist aber harmlos, denn er treibt im Juli neu aus. Nichts tun ist hier die richtige Maßnahme.

Vermehrung

Der zuverlässigste Weg ist das Abstechen der Kriechsprosse: Das Pfaffenhütchen bildet von selbst bewurzelte Ausläufer, die sich im Frühjahr oder Herbst mit dem Spaten trennen und sofort weiterpflanzen lassen. Ebenso gut gelingen Absenker, die binnen eines Jahres Wurzeln bilden. Halbreife Stecklinge im Juni bis Juli bewurzeln unter Folie zügig, verholzte Steckhölzer im Winter etwas langsamer, aber ebenfalls zuverlässig. Die Aussaat ist der langwierige Weg: Die Samen haben eine tiefe Doppelruhe und laufen nach normaler Herbstaussaat oft erst im dritten oder vierten Frühjahr auf. Wer sie beschleunigen will, entfernt den orangefarbenen Samenmantel vollständig und gibt dem Samen eine warm-kalte Stratifikation von etwa drei Monaten bei Zimmertemperatur und anschließend vier Monaten im Kühlschrank. Beim Umgang mit den Samen Handschuhe tragen.

Wert für Tiere

Das Pfaffenhütchen ist ein hervorragendes Vogelschutzgehölz. An den Früchten wurden 24 Vogelarten nachgewiesen, die den fettreichen orangen Samenmantel abfressen und den Samen unverdaut wieder ausscheiden; Drosseln und Rotkehlchen sind die regelmäßigsten Gäste, und weil die Früchte erst im Oktober aufspringen, füllen sie eine Lücke im Spätherbst. Die unscheinbaren grünlichen Blüten im Mai geben offen liegenden Nektar frei und werden deshalb vor allem von Fliegen, Ameisen und kurzrüsseligen Insekten besucht; für Wildbienen ist der Strauch mit einer nachgewiesenen Art von geringer Bedeutung. Neun Raupenarten fressen an ihm, drei davon ausschließlich, darunter die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte, deren Gesellschaftsnester im Frühsommer ganze Sträucher überziehen. Der Kahlfraß schadet dem Strauch nicht, sondern ernährt in der Folge zahlreiche Vögel und Schlupfwespen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Name von der Frucht - vierkantig und rosarot wie das Birett katholischer Geistlicher; zweiter Name Spindelstrauch, weil aus dem harten Holz Handspindeln gedreht wurden; liefert die feinste Zeichenkohle überhaupt; Zweige sind auffällig vierkantig mit Korkleisten; Winterwirt der Schwarzen Bohnenlaus; Frucht+Samenmantel färben leuchtend rosa-orange und öffnen sich erst im Oktober.

Herkunft & Lebensraum

Europa und Vorderasien. Das Pfaffenhütchen hat seinen Schwerpunkt in Mitteleuropa und ist von Irland und Südschottland über Frankreich, Deutschland und Polen bis nach Lettland verbreitet; nach Süden reicht das Areal bis Nordspanien, Sizilien und Mittelgriechenland, nach Osten bis in den Kaukasus und nach Kleinasien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es heimisch und in den Hecken der Kulturlandschaft fast überall zu finden, am häufigsten in den kalkreichen Gebieten. In Nordeuropa läuft das Areal aus, in Nordamerika ist es als Ziergehölz eingeführt und stellenweise verwildert. In den Alpen steigt es bis in die submontane Stufe.

Das Pfaffenhütchen ist ein Strauch der Waldränder, Hecken, Feldgehölze und Hangbüsche und Charakterart der Schlehengebüsche, der Prunetalia spinosae. Es braucht nährstoffreiche, kalkhaltige und salzarme Böden und findet sich deshalb besonders auf Kalk und Löss, in Auen und an Flussufern, wo der Boden basenreich und frisch bleibt. Die Zeigerwerte beschreiben es als Art feuchter, halbschattiger, neutral bis basischer und mäßig nährstoffreicher Standorte der submontanen Stufe. Es wächst gern im Halbschatten am Rand größerer Gehölze, verträgt aber auch volle Sonne, und ist eine typische Begleitart von Schlehe, Weißdorn und Hartriegel in gewachsenen Feldhecken.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: stark giftig

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Spindelstrauch: Wie groß wird die Pflanze?

Spindelstrauch (Euonymus europaeus) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 6 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Spindelstrauch: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Spindelstrauch verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,3 und 8,6 liegen.

Spindelstrauch: Ist die Pflanze winterhart?

Spindelstrauch ist für die Winterhärte Zone 3–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Spindelstrauch: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Spindelstrauch ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Spindelstrauch: Ist die Pflanze giftig?

Spindelstrauch ist als stark giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

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