Mittelmeer-Pinie
Wächst das bei mir?
Mittelmeer-Pinie ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung.
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Steckbrief
- Familie
- Pinaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 20 m
- Kronenbreite
- 10 m
- Wachstum
- mittel
- Lebensdauer
- 175 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 17 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 60 kg im Jahr
- Ertrag im Anbau
- bis 1 t/ha
- Energieertrag
- 15 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 8–10
- Schattentoleranz
- volle Sonne
- Boden
- Sand, Schluff
- Bodenfeuchte
- trocken – feucht
- pH-Wert
- 6 – 8
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Der Samen kann roh oder gekocht verzehrt werden. Er hat eine weiche Textur mit einem Hauch von Harz im Geschmack und eignet sich als köstlicher Snack oder Grundnahrungsmittel. Die Samen werden häufig in Eiscreme, Kuchen, Pudding und anderen Gerichten verwendet. Sie können auch zu Pulver gemahlen werden, um Suppen und andere Gerichte zu verdicken und zu aromatisieren. Mit einer Größe von bis zu 20 mm x 10 mm sind die Samen eine wichtige Quelle für Pinienkerne im Handel. Als Nebenprodukt anderer Harze, die aus dem Zellstoffholz freigesetzt werden, kann ein Vanillearoma gewonnen werden. Junge Tannenzapfen können ebenfalls zu Pulver gemahlen und als Aroma verwendet werden.
Heilkunde: Das aus dem Harz der Kiefern gewonnene Terpentin hat verschiedene gesundheitliche Vorteile. Es wirkt antiseptisch, harntreibend, rötend und wurmlösend. Terpentin wird innerlich bei Nieren- und Blasenbeschwerden angewendet und äußerlich bei rheumatischen Erkrankungen. Es kann auch bei Atemwegsproblemen wie Husten, Erkältungen und Grippe helfen. Äußerlich kann Terpentin bei Hautbeschwerden, Wunden, Verbrennungen und Furunkeln angewendet werden. Es wird in Form von Einreibungen, Umschlägen, Kräuterdampfbädern und Inhalatoren verwendet.
Sonstige Nutzung: Nadeln sind die Hauptbestandteile von Farbstoffen und Terpenen, die aus Harz und Terpentin gewonnen werden. Das Harz wird durch Destillation von Holz gewonnen, während Terpentin als Lösungsmittel verwendet wird, um Lacke herzustellen und medizinisch genutzt wird. Kolophonium ist ein Rückstand bei der Herstellung von Terpentin. Pech wird aus dem Harz gewonnen und das Holz wird für die Tischlerei und Möbelherstellung verwendet.
Vermehrung
Die Pinie wird aus Samen vermehrt — aus den Pinienkernen selbst. Die Zapfen reifen erst im Herbst des dritten Jahres nach der Blüte, die Befruchtung folgt rund vierundzwanzig Monate nach der Bestäubung; unter den Kiefern ist sie damit eine ausgesprochene Spätzünderin. Die Samen sind groß und schwer, das Tausendkorngewicht liegt zwischen 500 und 1100 Gramm, und der Flügel ist nur rudimentär ausgebildet. Zum Aussäen werden die Kerne aus den geöffneten Zapfen gelöst und einige Wochen feucht und kühl stratifiziert, was die Keimung deutlich gleichmäßiger macht. Gesät wird tief in sandiges, durchlässiges Substrat. Die Keimlinge tragen zehn bis zwölf Keimblätter und bilden früh eine kräftige Pfahlwurzel; sie gehören deshalb in hohe Töpfe und sollten jung an ihren endgültigen Platz, da ältere Pflanzen das Verpflanzen schlecht vertragen. Die ersten eigenen Zapfen erscheinen nach fünfzehn bis zwanzig Jahren.
Wert für Tiere
Die Pinie ist windbestäubt; für Bienen und Schwebfliegen hat ihre Blüte deshalb keinen Wert, Nektar bietet sie nicht, und der im Mai massenhaft anfallende Pollen wird allenfalls als Ersatzpollen gesammelt. Ihr Beitrag zur Tierwelt liegt anderswo. Die Samen sind groß, ölreich und tragen nur einen verkümmerten Flügel — ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Ausbreitung nicht dem Wind zufällt, sondern Vögeln und Nagern, die die Kerne verschleppen und verstecken; in den Mittelmeerbeständen sind die Zapfen eine verlässliche Winternahrung. Ebenso wichtig ist die Struktur: Die breite Schirmkrone steht ganzjährig belaubt und bietet Deckung, Windschutz und Brutplätze zu einer Zeit, in der Laubbäume kahl sind. Die grobrissige, schuppige Borke älterer Stämme beherbergt Spinnen, Käfer und überwinternde Insekten.
Besonderheiten
Besonderheiten: Zapfen reifen erst im 3. Jahr, Befruchtung ~24 Monate nach Bestäubung; Schirmkrone erst ab ~50 Jahren Alter; sehr dürreresistent; frosthart bis -25°C nur bei trockener Luft, bei hoher Luftfeuchte deutlich empfindlicher; Pfahlwurzel - Verpflanzen älterer Exemplare schwierig; erste Zapfen nach 15-20 Jahren; Holz harzreich+wenig dauerhaft (Bau+Möbel+Masten);
Herkunft & Lebensraum
Nördlicher Mittelmeerraum: von der Iberischen Halbinsel über Südfrankreich, Italien und die Balkanhalbinsel bis nach Anatolien, dazu die großen Mittelmeerinseln. Wo das ursprüngliche Areal endet und die Kultur beginnt, lässt sich kaum noch trennen — die Pinie wird seit der Antike ihrer essbaren Samen wegen angebaut, von Etruskern und Römern verbreitet und steht heute in ausgedehnten Beständen, die auf Anpflanzung zurückgehen; auch die Schirmpinien der italienischen Küstenlandschaft sind großenteils Kulturbestände. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Spanien, Portugal, der Türkei und Italien. Außerhalb des Mittelmeerraums wird sie in Kalifornien, Südafrika und Australien kultiviert; in Mitteleuropa gedeiht sie im Freiland nur in Weinbauklimaten, sonst als Kübelpflanze.
Die Pinie ist eine wärmeliebende Lichtbaumart der küstennahen Tieflagen. Sie besiedelt Dünen, sandige Küstenebenen, lichte Kiefernwälder und Macchie und steigt vom Meeresspiegel bis etwa 1000 Meter. Bevorzugt werden frische, schwach saure bis saure Sande, doch verträgt sie ein breites Spektrum von pH 4 bis 9 und damit auch kalkhaltigen Untergrund. Der Jahresniederschlag ihrer Standorte liegt zwischen 400 und 800 Millimetern; längere Sommertrockenheit übersteht sie dank tiefer Pfahlwurzel ausgesprochen gut. Schatten verträgt sie nicht und verliert jede Konkurrenz um Licht. Auf Küstendünen wirkt sie gegen Sandverwehung und Wind, weshalb große Bestände gezielt zur Küstenbefestigung angelegt wurden. Nach Norden begrenzt Winterkälte ihr Areal, besonders in Verbindung mit hoher Luftfeuchte.
⚠️ Gefahren
Das Holz, Sägemehl und Harze verschiedener Kiefernarten können bei empfindlichen Personen Dermatitis verursachen.
Häufige Fragen
Mittelmeer-Pinie: Wie groß wird die Pflanze?
Mittelmeer-Pinie (Pinus pinea) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 20 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist mittel.
Mittelmeer-Pinie: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Mittelmeer-Pinie verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.
Mittelmeer-Pinie: Ist die Pflanze winterhart?
Mittelmeer-Pinie ist für die Winterhärte Zone 8–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Mittelmeer-Pinie: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Mittelmeer-Pinie ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung.
Mittelmeer-Pinie: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Mittelmeer-Pinie: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.
Mittelmeer-Pinie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Mittelmeer-Pinie trägt erstmals nach 17 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 60 kg im Jahr, im Anbau bis 1 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Mittelmeer-Pinie: Ist die Pflanze giftig?
Für Mittelmeer-Pinie sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Mittelmeer-Pinie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 7/10.
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