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Europäische Lärche – Larix decidua

Europäische Lärche

Larix decidua
warmhärziger Berg-Feen-Wohn&Weideland
Essbarkeit3Heilwirkung7Sonstiger Nutzen8
Baum47,5×16 mZone 3–7volle Sonne

Wächst das bei mir?

Europäische Lärche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Pinaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
47,5 m
Kronenbreite
16 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
500 Jahre
Erster Ertrag
nach 14 Jahren
Winterhärte
Zone 3–7
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 7
Synonyme
Lärche
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar3 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung8 von 10

Essbar: Die Innere Rinde des Baumes kann roh gegessen oder getrocknet werden. Sie kann auch zu Pulver gemahlen und mit Getreidemehlen zur Herstellung von Brot verwendet werden. Aus dem Stamm des Baumes wird ein süß schmeckendes Manna gewonnen, das roh verzehrt oder hauptsächlich medizinisch verwendet wird. Es wird berichtet, dass im Sommer ein süßes 'Briancon Manna' aus den Blättern des Baumes ausgeschieden wird. Dieses Manna ist weiß, süß und fast geruchlos.

Heilkunde: Die Blätter sind gallentreibend und abführend. Sie haben eine ähnliche Wirkung wie Tabak und wurden daher zur Behandlung von Nikotinismus eingesetzt. Die Pflanze ist sehr giftig und sollte nicht ohne fachmännische Aufsicht innerlich angewendet werden. Die Blätter der Pflanze haben eine abführende und gallentreibende Wirkung, die mit der von Tabak vergleichbar ist. Aufgrund dieser Eigenschaften wurden sie früher zur Behandlung von Nikotinismus verwendet. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Pflanze sehr giftig ist und daher nicht ohne fachmännische Aufsicht innerlich angewendet werden sollte.

Sonstige Nutzung: Die Lärche liefert das dauerhafteste Holz unter den mitteleuropäischen Nadelbäumen. Es ist harzreich, zäh, elastisch und leicht zu spalten, bleibt auch ohne chemischen Schutz jahrzehntelang witterungsbeständig und widersteht Holzwürmern — verwendet wird es für Fassadenschalung und Schindeln, im Wasser- und Brückenbau, für Bootsplanken, Fenster, Treppen und Gartenmöbel. Der zweite Rohstoff ist das Harz: Aus schräg durch die Stammmitte gebohrten Löchern fließt Lärchenterpentin, das früher in großem Maßstab für Firnisse, Lacke, Holzschutzmittel und Salben gesammelt wurde; ein einmal angelegtes Bohrloch trägt über Jahrzehnte. Die Rinde enthält rund elf Prozent Tannin und diente der Lohgerberei. Im Waldbau wird sie als schnellwüchsige, tiefwurzelnde Pionierart auf Kahlflächen und Rohböden eingesetzt, wo sie rasch Schirm und Streu liefert und den Boden für nachfolgende Baumarten vorbereitet.

Anbau

Standortwahl: Die Lärche duldet keine Beschattung — unter älteren Bäumen oder an einer Nordwand geht sie ein, sie braucht den freien, vollsonnigen Stand. Dort wird sie mit dreißig bis vierzig Metern und einem Stammdurchmesser von über einem Meter groß, was den Platzbedarf zur eigentlichen Standortfrage macht. Ihr Herzwurzelsystem macht sie ausgesprochen sturmfest und geeignet als freistehender Einzelbaum, und weil Wurzelverletzungen rasch verharzen, ist die Wurzelfäulegefahr gering. Zwei Lagen meidet man: aufgeheizte, sommertrockene Tieflagen, in denen sie unter Trockenstress gerät, und milde ozeanische Gebiete, in denen der Lärchenkrebs regelmäßig zuschlägt. In Städten mit hoher Luftbelastung bleibt sie schlechtwüchsig. Das feine Nadelkleid fällt im Herbst vollständig ab, verstopft Dachrinnen und säuert die Bodenauflage leicht an. Pflege: Gepflanzt wird klein — zwei- bis dreijährige Pflanzen wachsen rasch an und überholen große Ware innerhalb weniger Jahre. In den ersten Standjahren ist Wild das Hauptproblem: Rehe fegen an den glatten Jungstämmen, Hasen benagen im Winter die Rinde, deshalb Manschette oder Drahthose setzen. Gewässert wird nur in der Anwuchsphase und in Trockenjahren, gedüngt gar nicht. Entscheidend ist der Verzicht auf Schnitt: Lärchen treiben aus altem Holz nicht wieder aus, und jeder Schnitt am lebenden Ast führt zu starkem Harzfluss — entfernt werden nur tote Äste, und zwar im Spätwinter. Die Lärchenminiermotte lässt die Nadeln im Juni silbrig vergrauen, was unschön aussieht und folgenlos bleibt; der Graue Lärchenwickler tritt in Gebirgslagen zyklisch auf. Vom Lärchenkrebs befallene Äste werden ins gesunde Holz zurückgenommen.

Wert für Tiere

Die Lärche ist windblütig und liefert weder Nektar noch nennenswerten Bienenpollen — ihr Wert für die Tierwelt liegt woanders. Achtzehn Schmetterlings- und Motten-Raupenarten leben an ihr, sechs davon ausschließlich, dazu zwei an sie gebundene Käferarten; der Graue Lärchenwickler ist der bekannteste dieser Spezialisten und in den Alpen ein zyklisch massenhaft auftretender Bestandteil des Ökosystems. Die kleinen geflügelten Samen sind Winternahrung für Fichtenkreuzschnabel, Erlenzeisig und Meisen, die die Zäpfchen aufbrechen. Für Vögel ist sie darüber hinaus ein gern genutzter Nist- und Ansitzbaum, alte Exemplare liefern Höhlen und Totholz. Ihre stillste Leistung ist die Mykorrhiza: Am Fuß der Lärche wachsen mit Goldröhrling, Hohlfußröhrling sowie Grauem und Rostrotem Lärchenröhrling gleich mehrere Pilze, die ohne sie nicht vorkommen — ein ganzes Artenset hängt allein an diesem Baum.

Besonderheiten

Besonderheiten: Lawinen+Wetter+Erosionsschutz, Waldvorbereiter; Verträgt Extremtemp., aber keine Luftverschmutzung; Bsp: prof. Harzernte: Bohrung 50-80cm tief, 3cmØ bei 80-120J. alten Bäumen schräg abwärts durch Stammmitte Richtung Hauptwurzel; 10-15Jahre lang etwa 200-370g/Baum/Jahr möglich; 2,9% des dt Waldes, BW=1700kWh/rm, 4,4kWh/kg;

Herkunft & Lebensraum

Mitteleuropäische Gebirge: Alpen, Sudeten und Westkarpaten. Das Areal zerfällt in drei getrennte Teile — die Gewöhnliche Europäische Lärche in Alpen und Sudeten, die Karpaten-Lärche in den östlichen und südlichen Karpaten und die Polnische Lärche mit einem abgesprengten Vorkommen im polnisch-norddeutschen Flachland. In den Zentral- und Ostalpen steigt sie bis 2.500 Meter und bildet dort die obere Waldgrenze mit. Entgegen einer verbreiteten Angabe reicht ihr natürliches Areal nicht nach Nordrussland oder Sibirien; dort wachsen mit der Sibirischen und der Dahurischen Lärche eigenständige Arten. Forstlich wird sie seit Jahrhunderten weit außerhalb ihrer Heimat in den mitteleuropäischen Mittelgebirgen und im Flachland angebaut, wo ihr die zunehmende Sommertrockenheit inzwischen erheblich zusetzt.

Die Lärche ist der Lichtbaum der obermontanen bis subalpinen Stufe und in ihrem Kerngebiet an das subkontinentale Gebirgsklima gebunden: kalte schneereiche Winter, kurze und nicht zu schwüle Sommer. Wälder bildet sie vor allem gemeinsam mit der Fichte, sie tritt in Föhren- und Spirkenwäldern auf und formt mit der Zirbe den Arven-Lärchenwald an der oberen Waldgrenze. Ihre Nährstoffansprüche sind gering bis mittel, lehmige Böden werden bevorzugt; sie kommt auf Kalk wie auf Silikat vor und besiedelt frische bis mäßig trockene, oft skelettreiche Standorte. Als einziger heimischer Nadelbaum wirft sie im Herbst die Nadeln ab und entgeht damit der Frosttrocknis in Lagen, in denen immergrüne Nadelbäume im Spätwinter vertrocknen. Sie erträgt minus vierzig Grad ebenso wie Hochsommerhitze, ist als ausgesprochene Lichtart unter Schirm aber nicht lebensfähig.

⚠️ Gefahren

Hautreizung bei Berührung Das Harz der Lärche enthält Harzsäuren, die auf empfindlicher Haut Rötungen und Reizungen auslösen können; betroffen sind vor allem Personen, die beim Schnitt oder bei der Harzernte längeren Kontakt haben. Frisches Harz lässt sich mit Öl, nicht mit Wasser entfernen. Nadeln, Rinde und Zapfen sind ungiftig.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Europäische Lärche: Wie groß wird die Pflanze?

Europäische Lärche (Larix decidua) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 47,5 m Höhe bei rund 16 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Europäische Lärche: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Europäische Lärche verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7 liegen.

Europäische Lärche: Ist die Pflanze winterhart?

Europäische Lärche ist für die Winterhärte Zone 3–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Europäische Lärche: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Europäische Lärche ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Europäische Lärche: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.

Europäische Lärche: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Europäische Lärche: Ist die Pflanze giftig?

Für Europäische Lärche ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Europäische Lärche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 8/10.

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