Weißtanne
Wächst das bei mir?
Weißtanne ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Pinaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 50 m
- Kronenbreite
- 14 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 600 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 30 Jahren
- Winterhärte
- Zone 5–8
- Schattentoleranz
- Vollschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr nass
- pH-Wert
- 4 – 5,5
- Synonyme
- Tanne
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Die Weißtanne ist keine Nahrungspflanze im engeren Sinn, liefert aber mehrere Zutaten aus Nadeln, Trieben und Zapfen. Die hellgrünen Maitriebe schmecken harzig und leicht zitronig; sie werden zu Sirup, Würzzucker und Likör verarbeitet oder frisch über Salate gegeben. Aus den Nadeln lässt sich ein vitaminhaltiger Tee aufbrühen — Sebastian Kneipp empfahl ihn gegen Husten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde aus Trieben und Nadeln ein Tannenbier gebraut, das als Mittel gegen Skorbut galt, ein Hinweis auf den nennenswerten Vitamin-C-Gehalt der frischen Nadeln. Unreife Zapfen lassen sich zu Zapfensirup einkochen. Das aus Zapfen wasserdampfdestillierte Templinöl ist ein Duft- und Aromastoff, kein Lebensmittel im eigentlichen Sinn. Früchte im gärtnerischen Sinn gibt es nicht; die geflügelten Samen sind essbar, aber harzig und ohne kulinarischen Wert.
Heilkunde: Die Knospen sind antibiotisch, antiseptisch und balsamisch. Die Rinde ist antiseptisch und adstringierend. Es kann ganzjährig nach Bedarf geerntet werden. Die Blätter sind schleimlösend und ein Beruhigungsmittel für die Bronchien. Sie werden am besten im Frühjahr geerntet und können für die spätere Verwendung getrocknet werden. Das Harz ist antiseptisch, balsamisch, harntreibend, eupeptisch, schleimlösend, vasokonstriktorisch und wundheilend. Sowohl die Blätter als auch das Harz sind häufige Bestandteile von Heilmitteln gegen Erkältungen und Husten, die entweder innerlich eingenommen oder als Inhalationsmittel verwendet werden. Die Blätter und/oder das Harz werden in der Volksmedizin zur Behandlung von Bronchitis, Blasenentzündung, Fluor, Geschwüren und Blähungskoliken eingesetzt. Das Harz wird auch äußerlich in Badeextrakten, Massageölen usw. zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen und Neuralgien verwendet. Terpentinöl, das aus dem Stamm des Baumes gewonnen wird, wird gelegentlich anstelle der Blätter oder des Harzes verwendet. Das Öl ist auch rötend und kann äußerlich bei der Behandlung von Neuralgie angewendet werden.
Sonstige Nutzung: Aus blasenartigen Verdickungen in der Rinde wird ein Oleoharz gewonnen. Dieses Harz wird im Sommer geerntet und frisch, getrocknet oder destilliert verwendet. Es wird in der Parfümerie, Medizin und zum Abdichten von Schiffen eingesetzt. Bekannt ist es auch als „Straßburger Terpentin“. Terpentinöl ist ein wichtiges Lösungsmittel in der Lackindustrie. Der Rückstand, bekannt als „Kolophoniumöl“, wird zur Herstellung von Lacken, Farben und Ruß verwendet. Das Harz wird im Frühjahr von etwa 60-80 Jahre alten Bäumen abgezapft und für die Öldestillation genutzt. Aus den Blättern wird ein ätherisches Öl gewonnen, das als Desinfektionsmittel sowie in der Medizin und Parfümerie Verwendung findet. Es ist eine häufige Zutat in Badeprodukten und verleiht diesen ihren charakteristischen Pinienduft. Die Rinde ist eine Quelle für Tannine. Das Holz dieses Baumes ist leicht, weich, strapazierfähig und elastisch. Es wird aufgrund seiner Leichtigkeit für Konstruktionen, Möbel, Kisten, Zellstoff und vieles mehr verwendet.
Anbau
Standortwahl: Die Weißtanne ist der Gegenentwurf zur Kiefer — sie will Schatten, Kühle und gleichmäßige Bodenfeuchte. Als extrem schattenverträgliche Art ist sie eine der wenigen, die unter einem bestehenden Altbestand gepflanzt werden können; auf offener, sonnenverbrannter Freifläche versagt sie. Auf kalten, nassen, tonigen Böden ist sie jeder anderen heimischen Baumart überlegen. Entscheidend ist der Wildverbiss: Rehe, Rothirsche und Gämsen bevorzugen die Tanne deutlich vor Fichte und Buche, vielerorts unterbleibt die Verjüngung deshalb vollständig — ohne Schutz ist eine Pflanzung im wildreichen Umfeld sinnlos. Sie ist die schadstoffempfindlichste heimische Baumart und reagiert schon auf geringe Schwefeldioxid-Konzentrationen; verkehrs- und industrienahe Standorte scheiden aus. Platz einplanen: Die Seitenwurzeln reichen bis zu zehn Meter über den Kronenrand hinaus und verwachsen häufig mit Nachbarbäumen. Pflege: Verbiss- und Fegeschutz in den ersten Jahren ist die wichtigste Maßnahme; im Winter kommen Schälschäden durch Rotwild hinzu. Gedüngt wird nicht — wichtiger ist eine geschlossene Streu- und Humusdecke, die den Boden kühl und feucht hält. Geschnitten wird ebenfalls nicht: Wie alle Tannen treibt sie aus altem Holz nicht wieder aus, ein Kappen des Gipfeltriebs zerstört die Form dauerhaft. In Trockenperioden der ersten Jahre wässern; danach ist sie dank der Pfahlwurzel wenig trockenheitsempfindlich, anhaltender Trockenstress macht sie aber für Borkenkäfer angreifbar. Zu beobachten sind Tannenkrebs mit Hexenbesen und Rädertannen, Tannenschütte in feuchten Jungbeständen, Hallimasch an geschwächten Wurzeln und die eingeschleppte Weißtannentrieblaus; befallene Triebe herausschneiden und entfernen.
Wert für Tiere
Die Weißtanne trägt eine reiche Begleitfauna und -flora, hat mit den Wildtieren aber auch ein Problem. Als Raupenfutterpflanze dient sie unter anderem Kiefernspanner, Kiefernspinner, Nonne, Klosterfrau und Kieferneule — Arten, die im Wirtschaftswald bei Massenvermehrung gefürchtet sind, im Gartenmaßstab aber vor allem Vogelnahrung liefern. Unter der Erde ist sie in ein ungewöhnlich breites Mykorrhiza-Netz eingebunden: Pfifferling und Trompetenpfifferling, Grünling, Schneckling, Reiftäubling und Milchlinge gehören ebenso dazu wie Röhrlinge und zahlreiche Schleierlinge. Ihre dichten, immergrünen Kronen bieten ganzjährig Deckung, Schlafplätze und Brutgelegenheit, gerade im Winter, wenn Laubgehölze kahl stehen; alte Bäume mit Höhlen und Weißfäule sind Lebensraum für Spechte und Fledermäuse. Die von Vögeln verbreitete Tannenmistel lebt als Halbschmarotzer auf ihr. Der Wildverbiss ist die Kehrseite: Rehe, Rothirsche und Gämsen bevorzugen Tannenjungwuchs so deutlich, dass die Verjüngung vielerorts vollständig ausbleibt.
Besonderheiten
Besonderheiten: mag kühl-feuchtes spätfrostgeschütztes Klima+anfangs langsam im Schatten wachsen; Später dann schnelles Wachstum; Wurzelt 10m tief; Nach 60 Jahren Beginn der HarzErnte. Sehr beliebt bei Schalenwild! empfindlich gegenüber Luftverschmutzung; Honigtau für Bienen; ~1,6% am deutschen Wald; 1400KWh/rm; 4,4KWh/kg
Herkunft & Lebensraum
Mittel- und Südeuropa. Das Areal deckt sich weitgehend mit den europäischen Mittel- und Hochgebirgen: von den Pyrenäen über die Alpen, den Schweizer Jura, den Schwarzwald und den Thüringer Wald bis in die Niederlausitz, ostwärts über den gesamten Karpatenbogen, südwärts auf die Balkanhalbinsel, in die südlichen Apennin-Ausläufer und nach Korsika; die Nordgrenze verläuft südlich von Warschau. Die Höhenlage steigt von Nord nach Süd deutlich an: im Thüringer Wald und Fichtelgebirge liegt der Schwerpunkt um 800 Meter, in den Seealpen bei 2100, im Pirin-Gebirge bis 2900 Meter. Nur im Nordosten des Areals reicht sie ins Flachland hinunter. In Deutschland hält sie 1,7 Prozent der Waldfläche und steht auf der Roten Liste, in der Schweiz dagegen über zwölf Prozent.
Die Weißtanne ist eine Klimaxbaumart der montanen und subalpinen Stufe und erträgt tiefen Schatten wie keine andere heimische Baumart — Jungpflanzen überdauern jahrzehntelange Unterdrückung ohne bleibenden Schaden und wachsen nach der Freistellung normal weiter. Ihre typischen Waldgesellschaften sind Tannen-Buchenwälder im ozeanisch getönten Bereich und Fichten-Tannenwälder der Bergstufe; reine Tannenwälder entstehen nur unter extremen Bedingungen. Sie wächst auf frischen, kühlen, humosen und steinig-lehmigen Böden über Kalk wie über Silikat und kommt selbst auf vergleytem Untergrund zurecht — eine gute Wasserversorgung zählt für sie mehr als eine gute Nährstoffversorgung. Die vorwüchsige Pfahlwurzel erschließt anderthalb bis drei Meter Bodentiefe. Sie verlangt ozeanisches bis mäßig kontinentales Klima mit mindestens drei frostfreien Monaten und ist gegen Spätfrost und Frosttrocknis empfindlich.
⚠️ Gefahren
Schleimhautreizung durch ätherische Öle Die ätherischen Öle aus Nadeln und Zapfen — insbesondere das aus Zapfen destillierte Templinöl — reizen Haut und Schleimhäute in konzentrierter Form und werden nur verdünnt angewendet. Ätherische Nadelbaumöle gehören nicht in die Augen und nicht in die Nähe von Säuglingen und Kleinkindern, bei denen sie Krämpfe der Atemwege auslösen können. Nadeln, junge Triebe und Zapfen selbst sind ungiftig.
Häufige Fragen
Weißtanne: Wie groß wird die Pflanze?
Weißtanne (Abies alba) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 50 m Höhe bei rund 14 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Weißtanne: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Weißtanne verträgt Vollschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4 und 5,5 liegen.
Weißtanne: Ist die Pflanze winterhart?
Weißtanne ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Weißtanne: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Weißtanne ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Weißtanne: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.
Weißtanne: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Weißtanne: Ist die Pflanze giftig?
Für Weißtanne ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Weißtanne: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 7/10.
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