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Gew. Douglasie

Pseudotsuga menziesii
der alte Bau-Riese
Essbarkeit3Heilwirkung5Sonstiger Nutzen9
Baum72,5×20 mZone 4–7volle Sonne

Wächst das bei mir?

Gew. Douglasie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Pinaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
72,5 m
Kronenbreite
20 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
1300 Jahre
Erster Ertrag
nach 12 Jahren
Winterhärte
Zone 4–7
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
5 – 7
Synonyme
Abies douglasii, Douglasie
immergrünheckentauglich

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar3 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Die Douglasie ist kein Obstbaum, liefert aber ein bekanntes Würz- und Teekraut. Die jungen, hellgrünen Triebspitzen des Maiaustriebs schmecken harzig-zitronig und werden frisch als Würze in gekochte Speisen, in Zucker eingelegt, zu Sirup verkocht oder zum Aromatisieren von Essig und Spirituosen verwendet; beim Zerreiben verströmen sie den charakteristischen süßlich-fruchtigen Duft, der die Art von der Fichte unterscheidet. Aus jungen Nadeln und Zweigspitzen wird ein erfrischender Tee aufgebrüht, der reich an Vitamin C ist — in Nordamerika ein traditionelles Wintergetränk. Aus dem Stamm tritt ein Harz aus, das von verschiedenen indigenen Gruppen Nordamerikas als Kaumasse genutzt wurde. Die Mengen sind in allen Fällen klein, und geerntet wird nur von jungen Trieben, deren Verlust der Baum verkraftet.

Heilkunde: Douglasie wurde von verschiedenen nordamerikanischen Indianern häufig medizinisch eingesetzt, um eine Vielzahl von Beschwerden zu behandeln. In der modernen Kräuterkunde wird sie, wenn überhaupt, kaum verwendet. Aus dem Stamm wird ein antiseptisches Harz gewonnen. Es wird als Umschlag zur Behandlung von Schnitten, Verbrennungen, Wunden und anderen Hautkrankheiten verwendet. Der Umschlag wird auch zur Behandlung von verletzten oder ausgerenkten Knochen verwendet. Das Harz wird zur Behandlung von Husten verwendet und kann zur Behandlung von Halsschmerzen gekaut werden. Ein Aufguss aus der grünen Rinde wurde zur Behandlung von übermäßiger Menstruation, Darmblutungen und Magenbeschwerden verwendet. Ein Aufguss aus den Blättern wurde als Waschung und Schwitzbad bei rheumatischen und gelähmten Gelenken verwendet. Ein Aufguss aus den jungen Sprossen wurde zur Behandlung von Erkältungen verwendet. Ein Aufguss der Zweige oder Triebe wurde zur Behandlung von Nieren- und Blasenproblemen verwendet. Ein Sud aus den Knospen wurde zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten verwendet. Junge Triebe wurden in die Schuhspitzen gesteckt, um die Füße vor dem Schwitzen zu schützen und Fußpilz vorzubeugen. Durch Einweichen der Triebe in kaltem Wasser wird eine Mundspülung hergestellt.

Sonstige Nutzung: Die Douglasie ist weltweit einer der wichtigsten Nutzholzbäume. Ihr Holz ist schwer, fest, feingefasert und dauerhaft, trocknet rasch, schwindet wenig und lässt sich gut bearbeiten; verwendet wird es für tragende Konstruktionen, Brettschichtholz, Fenster, Masten, Möbel und im Außenbau. In Deutschland liegt der durchschnittliche Zuwachs bei knapp 19 Vorratsfestmetern je Hektar und Jahr und damit über dem aller heimischen Nadelbäume, was die Art zur meistdiskutierten Baumart des Waldumbaus macht. Die Rinde ist gerbstoffhaltig, enthält Pech, brennt heiß und rauchfrei und wird als Mulchmaterial und Korkersatz verwendet; aus dem Stammharz lassen sich Klebstoffe und Fixiermittel gewinnen. Als schnellwüchsiger, vergleichsweise sturmfester Baum wird sie in Windschutzpflanzungen gesetzt, und wegen des festen Nadelhalts und des Duftes ist sie eine der gefragtesten Weihnachtsbaumarten.

Anbau

Standortwahl: Die erste Entscheidung fällt beim Kauf, nicht im Garten — nur küstennahe Herkünfte aus Oregon, Washington und Südwest-British Columbia sind in Mitteleuropa erprobt; Inlandherkünfte treiben früher aus und erfrieren. Die zweite Entscheidung betrifft die Größe: Die Douglasie wird 40 bis 60 Meter hoch und ist damit ein Baum für Wald und Park, nicht für den Hausgarten. Ab etwa 30 Metern Höhe verlieren freistehende Exemplare in ungeschützten Lagen regelmäßig die Krone; unter der Krone konkurrieren kräftige Oberflächenwurzeln mit allem, was darunter wächst. Ungeeignet sind vernässte, staunasse und überflutungsgefährdete Standorte sowie flachgründige Trockenlagen, ebenso ausgesprochen kalkreiche Böden. Naturschutzfachlich zu beachten: Das Bundesamt für Naturschutz führt die Art seit 2013 auf der Schwarzen Liste invasiver Arten, weil sie auf trockenen und sauren Böden heimische Vegetation verdrängen kann, und empfiehlt mindestens 300 Meter Abstand zu gefährdeten Lebensraumtypen. Forstwissenschaftliche Stellungnahmen widersprechen dieser Einstufung; in Bayern wurde keine invasive Ausbreitung festgestellt. Pflege: Gepflanzt wird klein, zwischen 30 und 90 Zentimetern Höhe. Größere Bäume brechen die tief reichenden Wurzeln beim Verpflanzen, stocken jahrelang und bleiben windwurfgefährdet. In den ersten Jahren wächst die Douglasie langsam, danach schnell, mit Jahrestrieben bis über einen Meter. Der wichtigste Schutz gilt dem Wild: Bis etwa zum fünfzehnten Standjahr sind Verbiss und Schälschäden das Hauptproblem, Einzelschutz oder Zaun sind in wildreichen Lagen Pflicht. Spätfröste schädigen den jungen Austrieb, ein Stand ohne Kaltluftstau zahlt sich aus. Bei Pilzbefall geht es um die beiden Nadelschütten, die Rostige (Rhabdocline pseudotsugae) und die Rußige Douglasienschütte (Phaeocryptopus gaeumannii), die sich in Verfärbung und jahrweiser Entnadelung zeigen und durch luftigen Stand und die richtige Herkunft vermieden werden. Dazu kommen die Douglasienwolllaus, die Douglasiensamenwespe und seit 2015 Gallmücken. Gegenüber Hallimasch ist die Art vergleichsweise widerstandsfähig. Geschnitten wird nicht; die Douglasie baut ihre Krone selbst auf.

Vermehrung

Die Douglasie wird aus Samen vermehrt, und die entscheidende Frage ist nicht die Technik, sondern die Herkunft: Nur küstennahe Provenienzen aus Oregon, Washington und Südwest-British Columbia sind in Mitteleuropa anbauwürdig. In Deutschland unterliegt forstliches Vermehrungsgut deshalb dem Forstvermehrungsgutgesetz — beim Kauf gehört ein Herkunftsnachweis dazu, sonst kauft man das Risiko mit. Die Samen werden vor der Aussaat drei bis vier Wochen kalt-feucht stratifiziert und im Frühjahr flach ausgesät; sie keimen zügig und zuverlässig. Zu beachten ist die Douglasiensamenwespe, die die Samen von innen ausfrisst und ganze Partien entwertet, ohne dass man es der Saat ansieht. Stecklinge bewurzeln bei dieser Gattung schlecht und kommen nur bei Zierformen infrage, die üblicherweise auf Sämlingsunterlagen veredelt werden. Gepflanzt wird klein, zwischen 30 und 90 Zentimetern, weil größere Pflanzen beim Verpflanzen die tiefreichenden Wurzeln verlieren und jahrelang stocken.

Wert für Tiere

Der Wildtierwert der Douglasie fällt in ihrer Heimat und in Mitteleuropa sehr verschieden aus. In Nordamerika nutzen rund 140 pflanzenfressende Arten sie als Nahrungspflanze, ihre Samen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Kleinsäuger und Vögel, und die Rote Baumwühlmaus lebt fast ausschließlich in Douglasienwipfeln. In Mitteleuropa ist die Bindung schwächer: Nachgewiesen sind bisher 24 Borkenkäfer- und 14 Bockkäferarten, während spezialisierte Nadelbaum-Arthropoden sie deutlich seltener besiedeln als heimische Nadelbäume — mit zunehmender Anbaudauer wandern allerdings immer mehr europäische Arten ein. Ihr eigentlicher Beitrag liegt anderswo: Als immergrüner Baum mit dichtem Nadelkleid bietet sie ganzjährig Deckung, Schlafplatz und Windschutz zu einer Zeit, in der Laubgehölze kahl stehen; Ringeltauben, Drosseln und Meisen nutzen sie regelmäßig zum Übernachten und Brüten. Altbäume mit grobborkigen Stämmen und Totholz liefern Nist- und Versteckplätze, die Samen werden von Kreuzschnabel, Meisen und Eichhörnchen genutzt. Wer sie pflanzt, sollte den naturschutzfachlichen Vorbehalt kennen: Auf trockenen und sauren Böden kann sie heimische Vegetation verdrängen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Nadeln beim Zerreiben stark zitronig-fruchtig duftend → sicheres Unterscheidungsmerkmal zur Fichte; Zapfen hängend, dreizipfelige Deckschuppen ragen heraus ("Mäuseschwänzchen"), einzigartig unter den hier angebauten Nadelbäumen; nur Küstenherkünfte anbauwürdig, Herkunftsnachweis nach Forstvermehrungsgutgesetz; Zuwachs ~19Vfm/ha/Jahr, höher als jeder heimische Nadelbaum; Rinde ausgewachsen bis 30cm dick, isoliert gegen Waldbrandhitze; Alter 400-1400Jahre, in Europa über 60m; seit 2013 auf der BfN-Schwarzen-Liste, forstlich umstritten;

Herkunft & Lebensraum

Westliches Nordamerika. Das Areal zerfällt in zwei Formen mit deutlich verschiedenen Ansprüchen: Die Küstendouglasie (var. menziesii) reicht vom südöstlichen Alaska über British Columbia, Washington und Oregon bis Kalifornien und wächst dort in einem milden, regenreichen Seeklima. Die Gebirgs- oder Inlanddouglasie (var. glauca) besiedelt die Rocky Mountains südwärts bis ins zentrale Mexiko, wo sie mit deutlich weniger Niederschlag auskommt. Diese Unterscheidung ist für den europäischen Anbau entscheidend: Bewährt haben sich in Deutschland küstennahe Herkünfte westlich der Kammlinie der Kaskaden aus Oregon, Washington und dem südwestlichen British Columbia bis in etwa 600 Meter Seehöhe. In Deutschland stockt die Douglasie heute auf rund 218.000 Hektar, gut zwei Prozent der Waldfläche, mit Schwerpunkten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

In ihrer Heimat besiedelt die Douglasie ein außerordentlich weites Spektrum, von sehr feuchten Tieflagen mit über 2.000 Millimetern Jahresniederschlag bis in trockene Gebirgslagen mit 540 Millimetern und auf über 2.000 Meter Höhe. Ihre Wachstumsoptima liegen jedoch enger: Sie erreicht ihre höchsten Leistungen auf tiefgründigen, lockeren und frischen Mischlehmen bei mittlerer Nährstoff- und Basenversorgung, gefördert durch milde Winter, mäßig warme Sommer und eine lange Vegetationszeit. In ihren Feuchtigkeitsansprüchen steht sie zwischen Fichte und Kiefer und übersteht teilweisen Niederschlagsmangel während der Vegetationszeit auch auf trockenen Standorten. Gegen Sauerstoffarmut im Boden ist sie dagegen so empfindlich wie die Fichte und verträgt keine Überflutung. Anders als die Fichte versauert sie den Boden nicht. Sie bildet ein Herzwurzelsystem, wird in Europa über 60 Meter hoch und kann über tausend Jahre alt werden.

⚠️ Gefahren

Keine bekannte Gefahr

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Gew. Douglasie: Wie groß wird die Pflanze?

Gew. Douglasie (Pseudotsuga menziesii) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 72,5 m Höhe bei rund 20 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Gew. Douglasie: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Gew. Douglasie verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7 liegen.

Gew. Douglasie: Ist die Pflanze winterhart?

Gew. Douglasie ist für die Winterhärte Zone 4–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Gew. Douglasie: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Gew. Douglasie ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Gew. Douglasie: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im April.

Gew. Douglasie: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Gew. Douglasie: Ist die Pflanze giftig?

Für Gew. Douglasie ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Gew. Douglasie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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