Rotfichte
Wächst das bei mir?
Rotfichte ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:
Steckbrief
- Familie
- Pinaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 40 m
- Kronenbreite
- 14 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 600 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 30 Jahren
- Winterhärte
- Zone 3–7
- Schattentoleranz
- leichter Schatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr nass
- pH-Wert
- 4 – 7
- Synonyme
- Fichte
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Junge männliche Kätzchen werden als Aroma verwendet. Unreife weibliche Zapfen können gekocht werden, wobei der zentrale Teil nach dem Rösten süß und sirupartig schmeckt. Die innere Rinde wird getrocknet, zu Pulver gemahlen und als Verdickungsmittel in Suppen oder zur Brotherstellung verwendet. Sie dient auch als Notnahrung in Krisensituationen. Die Samen sind roh essbar und reich an Öl mit einem angenehmen, leicht harzigen Geschmack. Aus den jungen Triebspitzen kann ein erfrischender Tee mit viel Vitamin C zubereitet werden. Diese Tipps werden auch bei der Herstellung von Fichtenbier verwendet.
Sonstige Nutzung: Der Baum produziert Burgunderpech und Jura-Terpentin. Burgunderpech wird als Firnis und in medizinischen Pflastern verwendet und dient auch als starker Klebstoff. Jura-Terpentin wird als Imprägniermittel und Holzschutzmittel eingesetzt. Beide werden durch Schnitte im Stamm gewonnen und das Harz wird einige Monate später herausgeschabt. Ein ätherisches Öl aus den Blättern wird in der Parfümerie genutzt. Der Samen enthält 30 % fettes Öl, das zur Herstellung von Lack verwendet wird. Die Rinde enthält etwas Tannin. Sowohl die Rinde als auch der Rindenextrakt wurden in Europa weit verbreitet als Tanninquelle genutzt, wobei die Rinde bis zu 13 % Tannin enthält. Die Tanninausbeute wurde verdoppelt, indem die Rinde so schnell wie möglich nach dem Fällen des Baumes erhitzt oder gedämpft wurde. Der Baum ist ziemlich windfest und schnell wachsend, daher kann er in Schutzgürteln gepflanzt werden, um Schutz vor dem Wind zu bieten. Es gibt auch Zwergsorten wie 'Inversa', 'Reflexa' und 'Procumbens', die als Bodendecker an einem sonnigen Standort angebaut werden können. Das Holz ist mittelhart, ziemlich elastisch, beständig unter Wasser, leicht in Gewicht und Farbe. Es wird für allgemeine Tischlerei, Musikinstrumente und in der Zellstoffindustrie zur Papierherstellung geschätzt.
Anbau
Standortwahl: Entscheidend ist der Wurzelteller: Er bleibt flach, besonders auf verdichteten oder staunassen Böden, und macht die Fichte zur häufigsten Windwurfart Mitteleuropas. Sie darf deshalb nicht in Fallrichtung von Haus, Leitung oder Sitzplatz stehen. Mit 25 bis 40 Metern Endhöhe ist sie als Solitär im Hausgarten fast immer zu groß; als Windschutzhecke im Verband von ein bis anderthalb Metern ist sie dagegen sehr wirksam und gibt im Winter Deckung und Brutplatz, wenn alles Laub gefallen ist. Die Nadelstreu versauert den Boden, unter der Krone gedeihen nur säuretolerante Pflanzen. In warmen, trockenen Tieflagen steht sie am falschen Platz. Pflege: Ballenware im Herbst oder zeitigen Frühjahr pflanzen und in den ersten Jahren durchdringend wässern, der Wasserbedarf bleibt ganzjährig hoch. Nicht düngen, das fördert nur weiches Holz. Als Hecke jährlich im Juni ins diesjährige Holz schneiden; ins alte, unbenadelte Holz darf nie geschnitten werden, dort treibt sie nicht wieder aus und verkahlte Partien bleiben dauerhaft kahl. Sommerliche Trockenheit macht sie für Buchdrucker und Kupferstecher anfällig, befallene Stämme rasch entfernen und nicht berindet liegen lassen. Reh- und Rotwild fegen an jungen Stämmen, Verbissschutz lohnt. Herkunft beachten: Hochlagensaatgut wächst im Flachland schlecht.
Vermehrung
Fichten werden aus Samen gezogen. Die Zapfen reifen im ersten Jahr und öffnen sich ab Oktober; geerntet wird, sobald sie braun sind, danach löst Trocknung in einem warmen Raum die Samen. Kältestratifikation ist nicht zwingend, verbessert aber Gleichmäßigkeit und Tempo: vier bis sechs Wochen feucht bei etwa vier Grad, anschließend Aussaat im Frühjahr. Alternativ wird frischer Samen im Herbst gesät und überwintert im Freien. Gesät wird flach und kaum mit Erde bedeckt, auf saures bis neutrales, humoses Substrat; die Sämlinge brauchen im ersten Jahr Halbschatten und dürfen nie austrocknen. Nach zwei Jahren wird pikiert, nach drei bis vier Jahren ausgepflanzt. Stecklinge bewurzeln schlecht, Zwerg- und Zierformen werden im Handel deshalb veredelt. Auf die Herkunft achten: Saatgut aus Hochlagen wächst im Flachland langsam, Flachlandherkünfte erfrieren im Gebirge.
Wert für Tiere
Die Fichte ist insektenärmer als heimische Laubbäume, aber keineswegs wertlos. 28 Schmetterlingsarten fressen als Raupe an den Nadeln, 16 davon ausschließlich an Fichte, dazu kommen 26 Käfer- und neun Schwebfliegenarten. Nektar bieten die Blüten nicht, wohl aber große Pollenmengen im Mai; wirtschaftlich bedeutsamer ist der Honigtau der Rindenläuse, aus dem Bienen den dunklen Waldhonig eintragen. Der eigentliche Wert liegt in der Struktur: Der dichte, immergrüne Kronenaufbau gibt ganzjährig Deckung und Witterungsschutz, wenn Laubgehölze kahl stehen. Fichtenkreuzschnabel, Waldbaumläufer, Tannen- und Eichelhäher, Wintergoldhähnchen, Sperber, Waldohreule und Waldkauz brüten oder jagen hier, der Schwarzspecht arbeitet an Borkenkäferlarven, Rothirsch und Wildschwein nutzen das dämmrige Licht als Einstand. Ökologisch wertvoll sind allerdings strukturreiche Mischbestände, nicht gleichaltrige Reinbestände.
Besonderheiten
Besonderheiten: wächst auf verarmten, verdichteten, feuchten, sauren Böden (Moorrand→Hochgebirge→-60°C). Bestände stauen Kaltluft/Nebel; Wind+ Schädlingsanfällig; als Hecke guter Windschutz; Wächst so schnell, dass sie 2-3xmehr Holzmasse als Buche produziert, dabei immer gerade aufrecht. ~28% am deutschen Wald; 1500KWh/rm; 4,5KWh/kg
Herkunft & Lebensraum
Nord-, Ost- und Mitteleuropa bis Sibirien. Das natürliche Areal umfasst fast ganz Europa mit Ausnahme Irlands, Großbritanniens und der Iberischen Halbinsel und reicht weit in das kontinentale Asien; Schwerpunkte sind Skandinavien, das Baltikum, Belarus, Polen, die Karpaten und der Balkan. Nach Süden hin wird die Fichte zum reinen Gebirgsbaum und steigt zwischen etwa 950 Metern im Harz, 2200 Metern im Wallis und 2460 Metern in den Allgäuer Alpen zur Waldgrenze auf. Für die Planung entscheidend ist der Unterschied zwischen natürlichem und angebautem Areal: In Deutschland wäre die Fichte von Natur aus nur in den Bergwäldern der Alpen und der höchsten Mittelgebirge am Waldaufbau beteiligt. Ihre heutige Verbreitung über 2,3 Millionen Hektar geht auf forstlichen Anbau zurück, vielfach auf ungeeigneten Standorten.
Die Fichte ist ein Baum des winterkalten Kontinental- und Gebirgsklimas und als Kühlezeiger auf ganzjährig ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Sie besiedelt frische bis mäßig frische, gut durchlüftete Böden mit Moderhumusauflage und kommt mit geringem Nährstoffangebot aus, solange Feuchtigkeit vorhanden ist. Am besten wächst sie auf sandigen bis lehmigen Verwitterungsböden über Silikatgestein, auf tiefgründig verlehmten Sanden und milden Geschiebelehmen. Ihre Wurzel ist ausgesprochen luftbedürftig: Auf verdichteten, staunassen oder sauerstoffarmen Böden bleibt sie flachwurzelnd und damit windwurfgefährdet. Auf flachgründigen Kalkstandorten zeigt sie Nadelverfärbung und neigt zur Rotfäule, auf Aueböden fällt sie ganz aus. Natürlich bildet sie Bergmischwälder mit Buche und Tanne und geht erst in den Hochlagen sowie an Moorrändern in Reinbestände über.
Häufige Fragen
Rotfichte: Wie groß wird die Pflanze?
Rotfichte (Picea abies) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 40 m Höhe bei rund 14 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Rotfichte: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Rotfichte verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4 und 7 liegen.
Rotfichte: Ist die Pflanze winterhart?
Rotfichte ist für die Winterhärte Zone 3–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Rotfichte: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Rotfichte ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Rotfichte: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.
Rotfichte: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im November.
Rotfichte: Ist die Pflanze giftig?
Für Rotfichte ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Rotfichte: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 7/10.
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