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Zedrachbaum

Melia azedarach
Schnellster Schattenspender des Südens
Heilwirkung3Sonstiger Nutzen9
Baum9×9 mZone 7–11leichter Schatten

Wächst das bei mir?

Zedrachbaum ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Meliaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
9 m
Kronenbreite
9 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
60 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Winterhärte
Zone 7–11
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 8,5
Synonyme
Melia australis; Melia sempervirens; Melia japonica
duftendNektarquellePollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Sonstige Nutzung: Das Holz ist leicht, ringporig und mahagoniartig gezeichnet — botanisch steht der Zedrachbaum den Mahagonigewächsen tatsächlich nahe. Es trocknet schnell, arbeitet wenig, lässt sich gut bearbeiten und ist mäßig dauerhaft; in Indien und Argentinien wird es für Möbel, Furniere, Kisten und Musikinstrumente genutzt. Nach 20 bis 30 Jahren ist ein Stamm nutzbar, was für ein Möbelholz außergewöhnlich schnell ist. Die Blätter enthalten Limonoide, die mit dem Azadirachtin des Niembaums verwandt, aber schwächer wirksam sind: Als Aufguss gespritzt oder trocken in Getreidelager und Saatgutsäcke gelegt, halten sie Vorratsschädlinge fern. Getrocknete Steinkerne haben eine natürliche Bohrung und wurden über Jahrhunderte zu Rosenkranzperlen aufgefädelt.

Anbau

Vollsonnig bis lichtschattig, warm und geschützt vor scharfem Spätfrost. Beim Boden ist er praktisch anspruchslos: sandig bis lehmig, sauer bis stark kalkhaltig (pH 5,5 bis 8,5), auch verdichtet, salzhaltig oder schadstoffbelastet. Nur Staunässe verträgt er nicht. Winterhart bis etwa -10 bis -12 °C im ausgewachsenen Zustand (USDA 7-11), Jungbäume deutlich empfindlicher; er treibt spät aus und entgeht so den meisten Spätfrösten. Nach dem Anwachsen ist er ausgesprochen trockenheitstolerant und kommt im portugiesischen Sommer ohne Bewässerung aus — in den ersten zwei Standjahren aber unbedingt gießen, solange die Pfahlwurzel noch nicht unten ist. Er wächst extrem schnell, bis zu 1 m im Jahr, und verträgt jeden Schnitt bis auf den Stock. Wichtig in der Planung: Er wirft im Herbst dichtes Laub und massenhaft Früchte ab — nicht über Terrassen, Wegen, Zisternen oder Hühnerausläufen pflanzen. Selbstaussaat konsequent entfernen, sonst wird er lästig.

Vermehrung

Die Vermehrung über Samen ist der Normalfall und gelingt fast von selbst: Die Steinkerne aus den im Winter am Baum hängenden Früchten werden ausgelöst, 24 bis 48 Stunden gewässert und im Frühjahr flach ausgesät; Keimung bei 20 bis 25 °C innerhalb von drei bis sechs Wochen, Keimrate hoch. Unter Altbäumen läuft er ohnehin von allein auf — Wildlinge lassen sich im ersten Jahr einfach ausgraben und versetzen. Halbverholzte Stecklinge im Sommer und Wurzelschnittlinge im Winter bewurzeln ebenfalls. Nach dem Rückschnitt treibt der Stock kräftig wieder aus, sodass ein gefällter Baum ohne Zutun als Niederwald weiterläuft.

Wert für Tiere

Die duftenden, fliederähnlichen Blütenrispen im Mai und Juni sind eine gute Bienen- und Schwebfliegentracht in einer Zeit, in der im Süden bereits vieles verblüht ist. Die gelben Steinfrüchte hängen den ganzen Winter am kahlen Baum und werden von Staren, Drosseln und Amseln gefressen, die die Meliatoxine weitgehend vertragen und den Baum entsprechend weit verschleppen — größere Mengen können Vögel allerdings sichtbar berauschen. Die dichte Schirmkrone bietet Nistplätze und Deckung.

Besonderheiten

Für den Waldgartenaufbau in Portugal und im übrigen Mittelmeerraum ist der Zedrachbaum vor allem eines: schnell. Er legt im Jahr bis zu einem Meter zu, wirft ab dem dritten Standjahr echten Schatten und baut in kurzer Zeit das Mikroklima auf, das empfindlichere Obstgehölze zum Anwachsen brauchen. Als Ammenbaum gepflanzt, per Chop-and-drop geköpft und später ausgedünnt, liefert er Schatten, Windschutz, große Mengen schnell verrottendes Mulchmaterial und am Ende noch ein brauchbares Möbelholz. Er treibt zuverlässig aus dem Stock wieder aus, verträgt also Niederwaldwirtschaft. Der Preis dafür: Die Früchte sind giftig, der Baum versamt sich stark und gilt in mehreren Ländern als invasiv — in einem Familiengarten oder in der Nähe von Weideflächen gehört er nicht hin, und wer ihn setzt, sollte den Sämlingen hinterher sein.

Herkunft & Lebensraum

Ursprünglich Indien, Südchina, Südostasien bis Nordaustralien. Seit Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in Afrika, Nord- und Südamerika als Straßen- und Schattenbaum gepflanzt und weiträumig verwildert. In Portugal und Spanien in Dörfern, an Plätzen und Straßen allgegenwärtig. Im Südosten der USA, in Australien, Südafrika und Argentinien als invasiv eingestuft.

Lichte Laubwälder, Waldränder, Flussufer und gestörte Standorte von Meereshöhe bis etwa 1.500 m in Subtropen und warm-gemäßigten Zonen. Anspruchslos gegenüber dem Bodentyp, verträgt Kalk, Salz, Verdichtung und Stadtklima; empfindlich nur gegen Staunässe und starken Spätfrost.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: stark giftig

Stark giftig, besonders für Kinder und Tiere Alle Pflanzenteile sind giftig, die Früchte am stärksten: Sie enthalten Tetranortriterpenoide (Meliatoxine), die Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Lähmungen und Kreislaufversagen auslösen. Für ein Kind können bereits wenige Früchte lebensgefährlich sein; Schweine und Hunde sind besonders empfindlich, für Wiederkäuer gilt Ähnliches. Die Früchte hängen über den ganzen Winter am kahlen Baum und fallen dann in Mengen herunter — in Gärten mit Kindern, Hunden oder Geflügel hat der Baum deshalb nichts zu suchen. Beim Schnitt kann der Saft Hautreizungen auslösen. Außerdem versamt er sich stark und gilt in Nordamerika, Australien, Südafrika und Südamerika als invasiv; auf der EU-Unionsliste steht er nicht, trotzdem gehört Selbstaussaat konsequent entfernt.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Zedrachbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Zedrachbaum (Melia azedarach) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 9 m Höhe bei rund 9 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Zedrachbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Zedrachbaum verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 8,5 liegen.

Zedrachbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Zedrachbaum ist für die Winterhärte Zone 7–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Zedrachbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Zedrachbaum ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Zedrachbaum: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Zedrachbaum: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Februar.

Zedrachbaum: Ist die Pflanze giftig?

Zedrachbaum ist als stark giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Zedrachbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Heilkunde 3/10, Sonstige Nutzung 9/10.

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