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Baum-Lupine

Lupinus arboreus
Dünenschutz-Bienenweide
Sonstiger Nutzen6
Strauch1,5×1,2 mZone 8–11volle Sonne

Wächst das bei mir?

Baum-Lupine ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

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Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Fabaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
1,5 m
Kronenbreite
1,2 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
6 Jahre
Erster Ertrag
nach 2 Jahren
Winterhärte
Zone 8–11
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 7,5
Synonyme
Buschlupine
immergründuftendPollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Sonstige Nutzung6 von 10

Sonstige Nutzung: Der Hauptnutzen der Baum-Lupine liegt in ihrer Pionierleistung. Über die Wurzelknöllchen bindet sie Luftstickstoff und gibt einen Teil davon an die Umgebung ab, weshalb sie in der Permakultur als Ammenpflanze eingesetzt wird: Sie wächst auch auf armem Sand und in exponierten Lagen rasch zu etwa anderthalb Metern heran und schafft damit in kurzer Zeit Windschutz und Bodenverbesserung für langsamere Sträucher und Stauden. In Landgewinnungs- und Rekultivierungsprogrammen dient sie der Festlegung von Sandböden und Dünen — wobei dieselbe Eigenschaft sie außerhalb ihres Areals zum Problem macht. Aus den Blüten lässt sich ein leuchtend gelber Farbstoff gewinnen, aus den Wurzelfasern wurden früher Schnüre und Netze gedreht. Die nach Weißklee duftenden Blütenkerzen sind eine gute Bienenweide. Als Futterpflanze ist sie wegen ihres Alkaloidgehalts nicht geeignet.

Anbau

Standortwahl: Zwei Eigenschaften bestimmen den Platz. Erstens versamt sich die Baum-Lupine an zusagenden Standorten stark und läuft dann überall auf; wo das unerwünscht ist, müssen die Hülsen vor dem Aufplatzen abgeschnitten werden, und in die Nähe von Dünen, Magerrasen und anderen nährstoffarmen Schutzflächen gehört sie nicht — sie düngt sie über ihre Wurzelknöllchen auf und verändert sie dauerhaft. Zweitens gibt sie diesen Stickstoff auch an Nachbarpflanzen weiter, was sie im Gemüsegarten und in jungen Gehölzpflanzungen wertvoll macht: Als schnell wachsende, salz- und windfeste Pionierin liefert sie binnen zwei Jahren Windschutz von etwa anderthalb Metern Höhe, unter dem sich empfindlichere Arten etablieren können. Sie braucht volle Sonne und durchlässigen, eher kalkhaltigen Boden. Alle Pflanzenteile, besonders Samen und Hülsen, enthalten Lupinenalkaloide — an Weiden, Kleintiergehegen und Kinderspielflächen ist sie deshalb fehl am Platz. Pflege: Die Pflege besteht vor allem darin, ihre Kurzlebigkeit einzuplanen. Die Baum-Lupine wird selten älter als sieben Jahre, auf nährstoffreichem Boden noch deutlich weniger, und altert dabei sichtbar: Der Wuchs wird sparrig, die Winterhärte lässt nach. Ziehen Sie deshalb regelmäßig Nachwuchs heran und ersetzen Sie überalterte Exemplare, statt sie zu retten. Gedüngt wird nicht — Stickstoff bringt sie selbst mit, und nährstoffreiche Böden verkürzen ihr Leben zusätzlich. Ein Rückschnitt nach der Blüte um etwa ein Drittel hält sie kompakt und verhindert gleichzeitig die Selbstaussaat; ein Schnitt ins alte Holz wird dagegen schlecht vertragen. Winterhart ist sie bis etwa minus fünfzehn Grad, junge Pflanzen überstehen mehr als alte. In rauem Gras kommt sie zurecht, sofern dieses einmal jährlich im Herbst gemäht wird.

Vermehrung

Die Baum-Lupine ist aus Samen leicht zu ziehen und kommt schnell in Fahrt: Auf nährstoffreichem Boden erreichen Sämlinge binnen vier Jahren zweieinhalb bis drei Meter Höhe und Breite, blühen und tragen reichlich Samen. Die hartschaligen Körner keimen ungleichmäßig, wenn man sie unbehandelt sät; ein Anrauen mit Schmirgelpapier oder eine Nacht im lauwarmen Wasser hebt die Keimrate deutlich. Gesät wird ab März im Topf oder ab Mai direkt an Ort und Stelle. Weil die Pflanzen eine empfindliche Pfahlwurzel bilden, sollte möglichst früh und in tiefe Töpfe pikiert oder gleich direkt gesät werden — ältere Exemplare lassen sich praktisch nicht mehr verpflanzen. Eine Impfung des Saatguts mit Knöllchenbakterien ist auf Böden ohne Leguminosenvorgeschichte nützlich. Stecklinge halbreifer, nicht blühender Seitentriebe im Spätsommer sind möglich, aber unzuverlässig; sie lohnen nur bei besonderen Farbformen.

Wert für Tiere

Die Baum-Lupine ist eine ausgesprochene Pollenpflanze. Wie die Lupinen überhaupt bildet sie so gut wie keinen Nektar; was Hummeln und größere Wildbienen an den nach Weißklee duftenden Blütenkerzen holen, ist Pollen, und den liefert sie von Mai bis in den Hochsommer reichlich. Die Blüten sind Klappblumen, die sich erst unter dem Gewicht kräftiger Besucher öffnen — kurzrüsselige Kleininsekten bleiben außen vor, Erd- und Steinhummeln sind die typischen Nutzer. Raupenfutterpflanze für mitteleuropäische Falter ist sie nicht; die an Lupinen gebundenen Arten sitzen in ihrem nordamerikanischen Heimatareal. Der dichte, halbstrauchige Wuchs gibt Kleinsäugern und Bodenbrütern Deckung. Gegenzurechnen ist die Kehrseite: Über ihre Knöllchenbakterien düngt sie nährstoffarme Flächen auf und verdrängt dort die spezialisierte Magerflora — auf Sandtrockenstandorten wiegt das ihren Bestäuberwert auf.

Besonderheiten

Besonderheiten: kurzlebig (max. ~7 Jahre, auf nährstoffreichem Boden deutlich weniger) - Nachwuchs einplanen; Stickstoffsammler, düngt Nachbarpflanzen mit - auf Magerflächen unerwünscht; versamt sich stark (Hülsen vor dem Aufplatzen schneiden); winterhart bis ca. -15°C, Winterhärte sinkt mit dem Alter; Schnitt ins alte Holz wird schlecht vertragen; alle Teile alkaloidhaltig (kein Futter);

Herkunft & Lebensraum

Westliches Nordamerika, ursprünglich mit sehr kleinem Areal: Die Baum-Lupine stammt vermutlich nur von einem schmalen Küstenstreifen Mittelkaliforniens zwischen Point Reyes und dem San Luis Obispo County. Alles Übrige ist Ausbreitung durch den Menschen — und sie verlief erfolgreich. Nach Norden hat sie sich über Oregon und Washington bis British Columbia ausgedehnt, nach Süden bis Südkalifornien und Niederkalifornien, und in mehreren dieser Gebiete gilt sie inzwischen als invasiv. Eingeführt wurde sie außerdem nach Westeuropa, wo sie an britischen und niederländischen Küsten eingebürgert ist, nach Australien, wo sie als potenzielles Schadkraut geführt wird, nach Neuseeland, in die türkische Ägäis und ins südliche Südamerika einschließlich der Falklandinseln. In Deutschland tritt sie nur in Kultur auf.

Die Baum-Lupine ist eine Art der offenen, sandigen Küstenlandschaft. In ihrem Heimatareal besiedelt sie festgelegte Dünen, das kalifornische Küstengestrüpp und lichte Kiefernbestände in Meeresnähe — Standorte mit scharfer Drainage, viel Licht, Salzluft und wenig Nährstoffen. Ihre Wurzelknöllchen binden Luftstickstoff, was ihr erlaubt, auf nahezu rohem Sand zu wachsen; sie kommt sogar in Spalten senkrechter Steinmauern zurecht, wo das Wasser sofort abzieht. Diese Fähigkeit ist zugleich ihr ökologisches Problem: Wo sie außerhalb ihres Areals einwandert, reichert sie den Boden mit Stickstoff an und verändert damit die Standortbedingungen dauerhaft zugunsten weiterer gebietsfremder Arten, während die an Nährstoffarmut angepasste Dünenflora verdrängt wird.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Giftig, giftig für Weidetiere Die Baum-Lupine enthält wie die Lupinen überhaupt Chinolizidin-Alkaloide, die sich vor allem in Samen und Hülsen anreichern. Für Weidetiere sind Lupinen eine anerkannte Vergiftungsursache; bei tragenden Rindern sind zusätzlich Missbildungen der Kälber beschrieben. Samen und Hülsen sind für den Menschen nicht zum Verzehr geeignet.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Baum-Lupine: Wie groß wird die Pflanze?

Baum-Lupine (Lupinus arboreus) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 1,5 m Höhe bei rund 1,2 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Baum-Lupine: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Baum-Lupine verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7,5 liegen.

Baum-Lupine: Ist die Pflanze winterhart?

Baum-Lupine ist für die Winterhärte Zone 8–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Baum-Lupine: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Baum-Lupine ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Baum-Lupine: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.

Baum-Lupine: Ist die Pflanze giftig?

Baum-Lupine ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Baum-Lupine: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Sonstige Nutzung 6/10.

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