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Walnuss – Juglans regia

Walnuss

Juglans regia
Nuss des Jupiter
Essbarkeit9Heilwirkung8Sonstiger Nutzen9
Baum25×25 mZone 6–9volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Walnuss ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Juglandaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
25 m
Kronenbreite
25 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
150 Jahre
Erster Ertrag
nach 8 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 60 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 1,8 t/ha
Energieertrag
1300 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 6–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 8,5
Synonyme
Walnussbaum
In Gärten geplant
8×
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte
Blatternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (26)

26 Sorten von Walnuss sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde8 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Frucht eingelegt, Samen roh und gekeimt – 1,8 Tonnen pro Hektar, was etwa 1290 Kalorien pro Quadratmeter entspricht. Das Öl kann aus den Samen gewonnen werden. Der Baumsaft kann genutzt werden und die Blätter eignen sich für Tee oder als Pfeffergewürz.

Heilkunde: Blätter und die grüne Fruchtschale der Walnuss sind seit Langem in der europäischen Volksmedizin gebräuchlich. Sie enthalten Gerbstoffe sowie Juglon und wurden traditionell äußerlich in Waschungen und Umschlägen bei nässenden Hautausschlägen und Ekzemen angewendet; als Teeaufguss galten die Blätter als adstringierendes Mittel. Der Kern selbst ist kein Heilmittel, ernährungsphysiologisch aber bemerkenswert: 40 bis 65 Prozent Fett, davon rund 70 Prozent ungesättigte Fettsäuren mit hohem Anteil an Linol- und Linolensäure, dazu knapp 15 Prozent Eiweiß, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen bei sehr niedrigem Natriumgehalt.

Sonstige Nutzung: Färben: Blütenkätzchen und Fruchtschale gelb, Nusschale und Blätter braun. Nussöl und Holzpolitur aus dem Kern reiben, um Macken zu füllen. Fruchtschale getrocknet für Holzanstrich. Blätter wirken insektenvertreibend. Rinde enthält Tannin und dient als Zahnreiniger. Das Holz ist schwer, hart, langlebig und trocknet schnell.

Anbau

Die Walnuss braucht Platz und Tiefe: mindestens 120 Zentimeter durchwurzelbaren, nährstoffreichen, kalkreichen bis mäßig sauren Lehmboden im pH-Bereich 6,0 bis 8,0, frisch bis wechselfeucht, aber ohne Staunässe. Am besten gedeiht sie in Lagen mit trockenen, heißen Sommern und mäßig strengen Wintern. Das Holz ist kälteempfindlich, und Spätfröste vernichten die Blüte, weshalb spät austreibende Sorten wie Mars oder Geisenheim 26 in frostgefährdeten Lagen die sichere Wahl sind. Ein Altbaum beansprucht acht bis zehn Meter im Quadrat. Obwohl die Walnuss selbstfruchtbar ist, blühen männliche und weibliche Blüten oft zeitversetzt, sodass eine zweite Sorte den Ertrag sichert. Geschnitten wird außer beim Pflanzschnitt nicht; nötige Eingriffe gehören in den Spätsommer, weil der Baum im Frühjahr stark blutet. In nassen Sommern treten Blattbräune und Bakterienbrand auf, seit 2009 breitet sich zudem die Walnussfruchtfliege aus.

Vermehrung

Aus Samen gezogene Walnüsse fruchten erst nach zwölf bis fünfzehn Jahren und fallen nicht sortenecht — welche Nuss ein Sämling einmal trägt, ist vorher nicht absehbar. Die Aussaat lohnt daher nur zur Unterlagenanzucht oder wenn man bewusst auf Auslese setzt, wie es früher im Streuobst geschah. Die Nüsse werden dazu im Herbst eingeschlagen und überwintern kaltfeucht, bevor sie im Frühjahr keimen; gegen Mäuse, Eichhörnchen und Krähen muss man sie sichern. Sorten vermehrt man durch Reiserveredlung oder Plattenokulation, meist unter Glas bei kontrollierter Wärme, weil die Walnuss im Freiland schlecht verwächst. Als Unterlagen dienen ein- bis zweijährige Sämlinge von Juglans regia. Inzwischen gelingt auch die Vermehrung erwachsener Sorten in Gewebekultur.

Wert für Tiere

Bietet Pollen und Nektar für verschiedene Insekten, insbesondere während der Blüte im Frühling. Die Blätter sind wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts für viele Insekten weniger attraktiv als Futter. Die Früchte dienen Vögeln und kleinen Säugetieren als Nahrung. Die dichte Krone bietet Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten. Die abgefallenen Blätter und die chemischen Stoffe im Boden unter dem Baum beeinflussen die Vegetation und damit indirekt das Tierleben im Umfeld.

Besonderheiten

Besonderheiten: Eine Kultur hat sich komplett vom Walnussbaum versorgen können. Halbreife Nüsse und Frühsommerlaub enthalten 1%!Vitamin C!! Die Blätter sind sehr gerbstoffreich+allelopathisch=kompostieren nur langsam=werden von Insekten gemieden; Laub beschattet erst Anfang Sommer; skandinav. Walnuss blüht erst ab Juni, d.h. keine Spätfrostgefahr; Wärme+Windschutzliebend; Sehr gutes Verhätlnis von Omega3:6-Fettsäuren ~2,1% am deutschen Wald; 1500KWh/rm; 4,1KWh/kg

Herkunft & Lebensraum

Südosteuropa bis Vorderasien. Als natürliches Areal der Echten Walnuss gelten der Balkan und Vorderasien; die Vorkommen vom Kaukasus bis nach Westchina könnten dagegen auf den Menschen zurückgehen. Sie ist die einzige Walnussart, die in Europa heimisch vorkommt. Bemerkenswert sind die Walnuss-Wildobstwälder Kirgisistans um Arslanbob, die als größte zusammenhängende Bestände der Art gelten und als eiszeitliches Reliktvorkommen diskutiert werden. Nach Mitteleuropa gelangte die Art über römische Kultur und später über die Klostergärten; heute ist sie hier weit verbreitet und verwildert regelmäßig, weil Krähen und Eichhörnchen die Nüsse verschleppen und vergraben und damit die Ausbreitung übernehmen.

Die Walnuss ist ein Baum sommerwarmer, wintermilder Lagen auf tiefgründigem, frischem, nährstoff- und basenreichem Boden. In ihrer Heimat wächst sie in lichten Laubmischwäldern der Gebirgsvorländer und in Bachtälern, wo Wasser und Feinerde zusammenlaufen; in Kirgisistan bildet sie dort sogar geschlossene Walnusswälder. Staunässe, schwere Tonböden und saure Rohböden meidet sie ebenso wie Frostlöcher, denn ihr Austrieb ist spätfrostempfindlich. Als lichtbedürftige Art entwickelt sie freistehend eine breite, tief beschattende Krone und setzt sich im geschlossenen Wald nicht durch. In Mitteleuropa ist ihr eigentlicher Lebensraum deshalb die Kulturlandschaft: Hofstellen, Streuobstwiesen, Feldraine und Waldränder in wärmebegünstigten Tal- und Beckenlagen.

⚠️ Gefahren

Die Blätter und die grüne Fruchthülle enthalten Juglon, eine Substanz, die bei manchen Menschen Hautreizungen auslösen kann und das Wachstum anderer Pflanzen hemmt. Für Pferde sind Walnussblätter giftig und können Hufentzündungen verursachen. Walnüsse gehören zu den häufigen Allergenen, die schwere allergische Reaktionen auslösen können. Beim Schnitt im Frühjahr tritt starker Saftfluss auf, der Wunden offen hält und Infektionen begünstigen kann.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Walnuss: Wie groß wird die Pflanze?

Walnuss (Juglans regia) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 25 m Höhe bei rund 25 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Walnuss: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Walnuss verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8,5 liegen.

Walnuss: Ist die Pflanze winterhart?

Walnuss ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Walnuss: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Walnuss ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Walnuss: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Walnuss: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Walnuss: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Walnuss trägt erstmals nach 8 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 60 kg im Jahr, im Anbau bis 1,8 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Walnuss: Ist die Pflanze giftig?

Für Walnuss ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Walnuss: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 8/10, Sonstige Nutzung 9/10.

Welche Sorten von Walnuss gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 26 Sorten von Walnuss hinterlegt, darunter Broadview, Chandler, Czerniowicki 1, Esterhazy II, Europa, Fernette, Fernor, Franquette, Geisenheim 139, Geisenheim 26, Hartley, Kardinal und 14 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

Erfahrungen aus der Community

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