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Jujube – Ziziphus jujuba

Jujube

Ziziphus jujuba
TCM-Brustbeere oder Dattelapfel
Essbarkeit9Heilwirkung7Sonstiger Nutzen6
Baum10,5×7 mZone 6–10volle Sonne🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Jujube ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Rhamnaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
10,5 m
Kronenbreite
7 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
800 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 100 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 10 t/ha
Energieertrag
400 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 6–10
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – feucht
pH-Wert
5,5 – 8
Synonyme
chinesische Dattel,
heckentauglichbedorntNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (4)

4 Sorten von Jujube sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar9 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Obst - roh oder gekocht. Es hat einen mehligen und süßen Geschmack mit einer säuerlich-süßen Note. Die Früchte können frisch gegessen, getrocknet wie Datteln oder in verschiedenen Gerichten wie Puddings, Kuchen, Brot, Gelees und Suppen gekocht werden. Getrocknete Früchte haben den besten Geschmack. Sie können auch zu Pulver gemahlen werden, das zur Herstellung von „Kochujang“ verwendet wird, einer fermentierten Paprika-Sojabohnen-Paste ähnlich wie Miso. Die Früchte haben einen Durchmesser von etwa 13 mm und enthalten einen oder zwei Samen. Der durchschnittliche Ertrag von wilden Bäumen im Himalaya beträgt 9,5 kg pro Jahr. Die Frucht enthält etwa 8,7 % Zucker, 2,6 % Protein, 1,4 % Asche, 1,7 % Pektin und 1,3 % Tannin. Sie ist etwa 25 mm lang, kann aber bei kultivierten Sorten größer sein. Die Frucht kann auch als Kaffeeersatz verwendet werden. Die Blätter können gekocht werden, sind aber nur als Notnahrung geeignet.

Heilkunde: Jujube ist eine köstliche Frucht und ein wirksames pflanzliches Heilmittel. Es unterstützt die Gewichtszunahme, verbessert die Muskelkraft und erhöht die Ausdauer. In der chinesischen Medizin wird es als Tonikum zur Stärkung der Leberfunktion verschrieben. Japanische Forschungen haben gezeigt, dass Jujube die Abwehrkräfte des Immunsystems erhöht. In einer klinischen Studie in China erhielten 12 Patienten mit Leberbeschwerden jeden Abend Jujube, Erdnüsse und braunen Zucker. In vier Wochen hatte sich ihre Leberfunktion verbessert. Jujube wird als Antidot, harntreibend, lindernd, schleimlösend, schmerzlindernd, krebshemmend, pektoral, kühlend, beruhigend, magenstärkend, blutstillend und stärkend angesehen. Es gilt als blutreinigend und verdauungsfördernd. Die getrockneten Früchte enthalten Saponine, Triterpenoide und Alkaloide. Sie werden innerlich zur Behandlung von chronischer Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Pharyngitis, Bronchitis, Anämie, Reizbarkeit und Hysterie eingesetzt. Der Samen enthält medizinisch aktive Verbindungen wie Saponine, Triterpene, Flavonoide und Alkaloide. Er wird zur Behandlung von Herzklopfen, Schlaflosigkeit, nervöser Erschöpfung, Nachtschweiß und übermäßigem Schwitzen verwendet. Die Wurzel wird bei Dyspepsie eingesetzt und als Abkochung zur Behandlung von Fieber verwendet. Sie wird zu einem Pulver verarbeitet und auf alte Wunden und Geschwüre aufgetragen. Die Blätter sind adstringierend und fiebersenkend, fördern das Haarwachstum und werden zur Behandlung von Strangurie verwendet. Die Pflanze ist ein Volksheilmittel gegen Anämie, Hypertonie, Nephritis und Nervenkrankheiten. In China wird sie häufig zur Behandlung von Verbrennungen eingesetzt.

Sonstige Nutzung: Die Pflanzen lassen sich zu Hecken ziehen; ihre Bedornung macht daraus eine wirksame Abwehrpflanzung. Das Holz ist rot, dicht, hart und ausgesprochen dauerhaft — es wird für Drechsler- und Tischlerarbeiten sowie für landwirtschaftliche Geräte verwendet und liefert zudem gute Holzkohle und Brennstoff. Die Blätter dienen, ähnlich denen des Maulbeerbaums, als Seidenraupenfutter. In den Anbauländern trägt die Jujube eine eigene Produktpalette: In Oberitalien werden Schnäpse und Konfitüren daraus hergestellt, in Nordchina bestehen ganze Verarbeitungsketten von der Plantage über Trocknung und Verpackung bis zum Verkauf.

Anbau

Standortwahl: Mager, trocken, den ganzen Tag besonnt — Hitze ist ihr Element, Staunässe ihr Ende. Sie verlangt Winterhärtezone 8, also Weinbauklima; außerhalb solcher Lagen bleibt nur der Kübel. Zwei Eigenheiten gehören in die Planung: Die Zweige tragen kräftige Dornen, weshalb sie an Gehwegen und Sitzplätzen fehl am Platz ist, und wurzelechte Pflanzen treiben Wurzelausläufer, die sich im Beet ausbreiten. Veredelte Exemplare tun das nicht. Einen Befruchter braucht sie nicht, sie ist selbstfruchtbar. Pflege: Der Winterschutz zielt weniger auf den Frost als auf die Wintersonne, die das Holz aufheizt und aufreißen lässt — Reisig oder Vlies genügen, Kübelpflanzen überwintern frostfrei. Gedüngt wird sparsam; üppige Gaben gehen auf Kosten von Fruchtansatz und Ausreife. Krankheiten sind praktisch kein Thema, nur in sehr heißen Sommern treten Spinnmilben auf, meist an trocken stehenden Kübelpflanzen. Geerntet wird ab September in mehreren Durchgängen, da die Früchte nacheinander reifen.

Vermehrung

Die Art lässt sich aus Samen vermehren, doch mit Tücken: Samen selbstfruchtbarer großfrüchtiger Auslesen sind zu mehr als der Hälfte taub, während aus Fremdbestäubung hervorgegangene Samen deutlich besser keimen. Zur Keimförderung öffnet man die harten Steinkerne mit einer Baumschere. Anschließend werden die Samen etwa zwei Monate stratifiziert, dabei aber keinen Minustemperaturen ausgesetzt. Die Sämlinge brauchen rund zwei Jahre, bis sie veredelt werden können; sortenechte Früchte sind von ihnen nicht zu erwarten. Sorten werden deshalb veredelt — üblich sind Chip-Budding, Okulation und Kopulation mit Gegenzunge. Wurzelechte Sorten lassen sich darüber hinaus über Wurzelausläufer und Wurzelschnittlinge vermehren. Junge Pflanzen beginnen mit drei bis vier Jahren zu tragen.

Wert für Tiere

Die Jujube blüht von Mai bis Juli mit kleinen, unscheinbar grünen Blüten, die reichlich Nektar führen — in ihren Herkunftsländern gilt Jujubenhonig als eigene Sorte. In Mitteleuropa fällt die Ausbeute bescheidener aus: Nachgewiesen sind bislang nur zwei Wildbienenarten, die Bärtige Sandbiene und die Schlehen-Lockensandbiene, spezialisiert ist keine. Da die Art selbstfruchtbar ist, braucht sie für den Fruchtansatz weder Bestäuber noch eine zweite Sorte. Als nordchinesische Kulturpflanze hat sie hier keine Raupen an sich gebunden, ihr Beitrag beschränkt sich also auf das Nektarangebot im Frühsommer. Wer gezielt Insekten fördern will, erreicht mit Weißdorn, Wildapfel oder Schlehe ein Vielfaches.

Besonderheiten

Besonderheiten: sehr wärmeliebend+dürreresistent, braucht durchlässigen Boden Angaben zu Erntemengen pro Baum liegen zwischen 10-300kg! Lage & Sorte sind dabei wohl entscheidend; der Baum bildet Wurzeltriebe zur Vermehrung; treibt erst spät aus → nicht spätfrostgefährdet; oft nur 4-7m hoch Seit Jahrtausenden in den Halbwüsten Chinas kultiviert.

Herkunft & Lebensraum

Nord- und Nordostchina; weltweit in warmen Regionen kultiviert. Die Jujube stammt aus Nord- und Nordostchina, wo sie seit Jahrtausenden in den Halbwüstengebieten angebaut wird und bis heute zu den wichtigsten Obstarten des Landes zählt. Von dort gelangte sie nach Korea, Japan, Indien, in den Iran und nach Südosteuropa. Heute wird sie in ganz China, in Nordwestindien, Vietnam, Georgien, Afghanistan, im Sudan, in Westasien, im Mittelmeerraum, in Nordafrika sowie in Nord- und Südamerika kultiviert. Im Mittelmeergebiet ist sie schon in der Antike bezeugt: Plinius berichtet, sie sei in den letzten Lebensjahren des Augustus nach Italien gebracht worden.

Am Naturstandort wächst die Jujube im Gebirge und auf Hügeln, an sonnigen, trockenen Plätzen bis in Höhen von 1700 m. Sie ist eine Pflanze arider und semiarider Lagen — in den Halbwüstengebieten Nordchinas liegt ihr Anbauschwerpunkt, und dort zeigt sich auch ihre eigentliche Stärke: Sie erträgt Hitze und Trockenheit, wie sie kaum ein anderes Obstgehölz aushält. Nährstoffarme bis mittlere, durchlässige und eher trockene Böden genügen ihr, Staunässe verträgt sie nicht. In Mitteleuropa gedeiht sie nur im Weinbauklima, und auch dort reifen die Früchte lediglich in warmen Jahren vollständig aus. Nicht die Sommerwärme, sondern die Winterkälte begrenzt ihr Areal.

⚠️ Gefahren

Das Fruchtfleisch gilt als unbedenklich; der längliche, beidseitig zugespitzte Steinkern wird nicht mitgegessen. Für Schwangerschaft und Stillzeit ist die Sicherheit nicht ausreichend dokumentiert, und für Rindenextrakte gibt es Hinweise auf eine empfängnisverhütende Wirkung — von einer arzneilichen Anwendung in dieser Zeit ist daher abzuraten. Die Zweige tragen kräftige Dornen; beim Ernten und Schneiden sind feste Handschuhe angeraten.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Jujube: Wie groß wird die Pflanze?

Jujube (Ziziphus jujuba) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 10,5 m Höhe bei rund 7 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Jujube: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Jujube verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 8 liegen.

Jujube: Ist die Pflanze winterhart?

Jujube ist für die Winterhärte Zone 6–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Jujube: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Jujube ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.

Jujube: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Juni.

Jujube: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Jujube: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Jujube trägt erstmals nach 4 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 100 kg im Jahr, im Anbau bis 10 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Jujube: Ist die Pflanze giftig?

Für Jujube ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Jujube: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 9/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 6/10.

Welche Sorten von Jujube gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 4 Sorten von Jujube hinterlegt, darunter Lang, Li, Parvenec, Provence. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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