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Purgier-Kreuzdorn

Rhamnus cathartica
Dornenhecke auf Kalk – Kinderstube des Zitronenfalters.
Strauch6×3 mZone 3–7Halbschatten

Steckbrief

Familie
Rhamnaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
6 m
Kronenbreite
3 m
Wachstum
langsam
Lebensdauer
100 Jahre
Erster Ertrag
nach 6 Jahren
Winterhärte
Zone 3–7
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 8,5
Synonyme
Rhamnus catharticus, Echter Kreuzdorn, Gemeiner Kreuzdorn, Kreuzbeere, Färberbeere, Hirschdorn
heckentauglichbedorntNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Heilkunde3 von 10
Sonstige Nutzung4 von 10

Anbau

Der Purgier-Kreuzdorn liebt volle Sonne bis Halbschatten auf trockenen, mageren und kalkreichen Böden; Staunässe verträgt er nicht. Er wächst langsam, ist voll frosthart und äußerst anspruchslos. Die Vermehrung erfolgt über Samen, die eine mehrmonatige Kaltstratifikation benötigen. Als Hecke ist er gut schnittverträglich – wegen der Dornen mit Handschuhen arbeiten. Für Fruchtansatz braucht es je einen männlichen und einen weiblichen Strauch.

Wert für Tiere

Wichtigste Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) – der Artname rhamni verweist direkt auf den Kreuzdorn. Die Blüten sind eine gute Nektarquelle für Bienen, die Beeren werden von Drosseln und anderen Vögeln gefressen und verbreitet. Das dornige Gestrüpp bietet Vögeln geschützte Nistplätze.

Besonderheiten

Achtung Verwechslungsgefahr: Der Purgier-Kreuzdorn wird oft mit dem Faulbaum (Frangula alnus) verwechselt. Der Kreuzdorn hat Dornen, gegenständige Blätter mit bogigen Seitennerven und liebt trockenen Kalk; der Faulbaum ist dornenlos, hat wechselständige Blätter und bevorzugt saure, feuchte Böden. In Nordamerika ist die Art ein problematischer Neophyt und Zwischenwirt des Haferkronenrostes.

Herkunft & Lebensraum

Europa bis Westsibirien und Kleinasien, nordwärts bis Südskandinavien und Großbritannien, südwärts bis Nordafrika. In Nordamerika eingebürgert und dort invasiv.

Kalkmagerrasen, Trockengebüsche, Waldränder, Hecken und lichte Laubwälder; ausgesprochener Kalkzeiger auf trockenen bis frischen, mageren Böden. Meidet staunasse Standorte.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Alle Pflanzenteile, besonders die schwarzen Beeren, sind giftig. Die enthaltenen Anthrachinonglykoside wirken drastisch abführend: Der Verzehr führt zu Erbrechen, Koliken, blutigem Durchfall und Kreislaufproblemen. Für Kinder sind bereits wenige Beeren gefährlich, da sie leicht mit essbaren Beeren verwechselt werden. Nicht in Selbstmedikation anwenden.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

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