Faulbaum
Wächst das bei mir?
Faulbaum ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Rhamnaceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 5 m
- Kronenbreite
- 4 m
- Wachstum
- schnell
- Lebensdauer
- 70 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 5 Jahren
- Winterhärte
- Zone 3–8
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr nass
- pH-Wert
- 5 – 7,5
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Essbar: Die Rinde, Blätter und Frucht dieser Pflanze sind giftig und können zu heftigem Erbrechen und Durchfall führen. Wenn man morgens nüchtern 15-20 Beeren isst, wirken sie schwächer abführend als die Rinde. Es ist wichtig, Vorsicht walten zu lassen und den Verzehr dieser Pflanze zu vermeiden.
Heilkunde: Innere Rinde über 1 Jahr getrocknet riecht faul und kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, wie chronische Verstopfung, Blähbauch, Hepatitis, Zirrhose, Gelbsucht, Leber- und Gallenleiden sowie Parasiten. Sie kann auch Zahnfleischerkrankungen, Kopfhautbefall und Hautreizungen verursachen. Es wird empfohlen, auf frische oder hochwertige Produkte zu achten, um heftiges Erbrechen zu vermeiden.
Sonstige Nutzung: Blätter und Rinde färben sich gelb oder schwarz, wenn sie mit Eisensalzen gemischt werden. Die Frucht ist grün, wenn sie unreif ist, und blau/grau, wenn sie reif ist. Holz wird für verschiedene Produkte wie Furnier, Holznägel, Schuhlöffel, Talismane usw. verwendet. Es kann auch zu Holzkohle oder Schwarzpulver verarbeitet werden. Holz ist vielseitig einsetzbar.
Anbau
Ein leicht anzubauendes Pflanze, die in jedem gutem Boden gedeiht, vorzugsweise in neutralen bis sauren Bedingungen. Sie wächst gut auf feuchten oder torfigen Böden. Vorzugsweise in einem feuchten, mäßig fruchtbaren Boden in der Sonne oder im Halbschatten. Sie gedeiht gut in feuchten Böden, aber nicht, wenn sie überschwemmt sind. Sie mag keine Trockenheit oder starke Winde. Die Pflanzen sind winterhart bis mindestens -15°C. Der Faulbaum ist eine langsam wachsende Pflanze, die jedoch gut ausschlägt. Früher wurde sie oft wegen ihres Holzes angebaut, das zur Herstellung von Holzkohle verwendet wurde. Die Pflanzen regenerieren sich gut nach Waldbränden oder Beweidung. Die Pflanzen blühen an einjährigem Holz und auch am aktuellen Jahreswachstum. In Südeuropa als Heilpflanze kultiviert. Oft trägt sie die Aecidosporenstufe des 'Kronenrostes' von Hafer. Die Arten dieser Gattung sind bemerkenswert resistent gegen den Hallimasch. Eine gute Bienenpflanze und eine Hauptnahrungspflanze für die Larven des Zitronenfalters.
Wert für Tiere
Der Faulbaum ist eines der wertvollsten Heckengehölze Mitteleuropas, und das liegt an seinem Blührhythmus: Er blüht von Ende Mai bis in den September durch und trägt Knospen, offene Blüten und reifende Früchte gleichzeitig am selben Zweig. Damit überbrückt er genau die Sommerlücke, in der die meisten Gehölze längst verblüht sind. Nektar und Pollen fallen reichlich an; die unscheinbaren grünlichen Blüten werden von Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schlupfwespen und Käfern angenommen, vier Wildbienenarten sind namentlich erfasst. Seine bekannteste Rolle ist die als Kinderstube: Die Blätter sind die wichtigste Raupennahrung des Zitronenfalters, und insgesamt nutzen ihn dreiunddreißig Schmetterlingsarten, eine davon ausschließlich. Die Früchte reifen über Wochen vom Grün ins Rote und schließlich Schwarze und werden von sechsunddreißig Vogelarten gefressen; Wacholder- und Misteldrosseln sowie Fasane tragen die Samen über weite Strecken. Wer nur einen Strauch für Insekten pflanzen kann, pflanzt diesen.
Besonderheiten
Besonderheiten: Wächst häufig auf nassen Standorten eher als unregelmäßig verzweigter flachwurzelnder Strauch (2-4m), sonst kleiner tiefwurzelnder Baum; wertvoll für viele Insekten & Vogelarten; +lange Blütezeit mit vielen ~300 Insektenbesuchen/Blüte in 2Wochen; Früher zur Schießpulver- produktion kultiviert, da die Kohle kaum zu Asche verfällt;
Herkunft & Lebensraum
Europa, Nordafrika und Westasien bis Sibirien. Der Faulbaum ist über fast ganz Europa verbreitet, von Skandinavien und Nordrussland bis in die Gebirge Nordafrikas, und reicht über den Kaukasus und Kleinasien bis nach Westsibirien und Nordwestchina. In Mitteleuropa ist er flächendeckend heimisch, von der Küste bis in die montane Stufe, und fehlt nur in ausgesprochen trockenen Gebieten. Nach Nordamerika wurde er im 19. Jahrhundert als Zier- und Heckenstrauch eingeführt; dort hat er sich im Nordosten der USA und in Ostkanada stark ausgebreitet, verdrängt heimische Unterholzarten in Feuchtwäldern und wird als invasiv eingestuft — ein Hinweis auf seine Anpassungsfähigkeit, der in seinem Heimatareal keine Einschränkung bedeutet.
Der Faulbaum wächst vorwiegend auf frischen, wechselfeuchten und nassen Böden: Erlenbrüche, Birkenmoore, Auwälder, Moorränder, feuchte Waldsäume und Ufergebüsche sind seine Kernlebensräume. Gegenüber pH-Wert und Lichtangebot verhält er sich auffallend gleichgültig — er gedeiht auf sauren Torfböden wie auf kalkhaltigem Untergrund und kommt im Halbschatten des Waldinneren ebenso zurecht wie in voller Sonne. Deshalb findet man ihn auch abseits der Nässe auf trockeneren Sandböden, in lichten Kiefernwäldern, Heiden und an Waldwegen. In Mitteleuropa ist er von der Küste bis in die montane Stufe verbreitet und gehört zu den anspruchslosesten heimischen Sträuchern überhaupt.
⚠️ Gefahren
Giftigkeit: giftig
Die Pflanze ist giftig, es sei denn, sie wird vor der Verwendung 12 Monate gelagert. Dieser Bericht bezieht sich wahrscheinlich auf die Rinde.
Häufige Fragen
Faulbaum: Wie groß wird die Pflanze?
Faulbaum (Rhamnus frangula) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 5 m Höhe bei rund 4 m Breite. Das Wachstum ist schnell.
Faulbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Faulbaum verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 7,5 liegen.
Faulbaum: Ist die Pflanze winterhart?
Faulbaum ist für die Winterhärte Zone 3–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Faulbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Faulbaum ist bis Zone 3 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Faulbaum: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Faulbaum: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von August bis September.
Faulbaum: Ist die Pflanze giftig?
Faulbaum ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Faulbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 5/10.
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