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Kornelkirsche – Cornus mas

Kornelkirsche

Cornus mas
Winter-erleuchtender OlivenGeist
Essbarkeit7Heilwirkung6Sonstiger Nutzen8
Strauch5,5×5 mZone 4–8Halbschatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Kornelkirsche ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Cornaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
5,5 m
Kronenbreite
5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
100 Jahre
Erster Ertrag
nach 10 Jahren
Ertragsjahre
150–200 Jahre
Ertrag pro Pflanze
bis 40 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 25 t/ha
Energieertrag
1500 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
6,5 – 7,5
In Gärten geplant
3×
heckentauglichNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Sorten (23)

23 Sorten von Kornelkirsche sind im Permaplans-Sortenfinder hinterlegt — jede mit eigener Seite: Geschmack, Reifezeit, Resistenzen, Abstammung und Verwendung.

Nutzung

Essbar7 von 10
Heilkunde6 von 10
Sonstige Nutzung8 von 10

Essbar: Obst - roh, getrocknet oder in Konserven verwendet. Die Frucht ist saftig und hat einen angenehmen Säuregeschmack. Vollreife Früchte haben ein pflaumenartiges Aroma und eine weiche Textur, während unreife Früchte eher adstringierend sind. Die Frucht ist arm an Pektin und wird daher oft mit anderen Früchten zur Herstellung von Marmelade kombiniert. Früher wurde die Frucht in Salzlake eingelegt und ähnlich wie Oliven verwendet. Sie hat eine angemessene Größe von bis zu 15 mm und enthält einen großen Samen. Aus den Samen kann eine kleine Menge Speiseöl gewonnen werden. Geröstete und gemahlene Samen werden als Kaffeeersatz verwendet.

Heilkunde: Überliefert ist die Frucht seit der Antike als adstringierendes Mittel: Dioskorides beschreibt sie im 1. Jahrhundert, und die stopfende Wirkung des hohen Gerbstoffanteils findet sich durchgehend in den alten Kräuterbüchern bis zu Hahnemanns Apothekerlexikon von 1793. Hildegard von Bingen empfahl Bäder aus Blättern und Borke bei rheumatischen Schmerzen, Tee aus getrockneten Blättern gegen Husten. Ernährungsphysiologisch belegt ist der hohe Vitamin-C-Gehalt von 70 bis 125 (–200) mg pro 100 g sowie ein hoher Anteil an Anthocyanen; neuere Untersuchungen richten sich auf dieses antioxidative Potenzial. Die Frucht ist ungiftig — anders als bei Kirsche und Pflaume enthalten die Kerne kein Amygdalin, sodass von ihnen keine Blausäuregefahr ausgeht.

Sonstige Nutzung: Aus dem Samen der Pflanze wird Öl gewonnen. Die Rinde liefert einen Farbstoff. Es wird angenommen, dass auch die Pflanze selbst einen roten Farbstoff produziert, jedoch wird nicht spezifiziert, aus welchem Teil der Pflanze dieser gewonnen wird. Die Blätter enthalten Tannine. Das Holz der Pflanze ist sehr hart und wird von Drechslern geschätzt. Es ist schwerer als Wasser und sinkt. Das Holz wird für Werkzeuge, Maschinenteile und andere Anwendungen verwendet.

Anbau

Standortwahl: Humos, kalkhaltig und nicht zu trocken, sonnig bis halbschattig. Vor allem aber braucht sie Platz: mindestens drei Meter, alte Sträucher werden bis zu zehn Meter breit, und die Krone wird regelmäßig breiter als hoch. Ihre Besonderheit ist der Blühzeitpunkt — ab Ende Februar ist sie eine der ersten Nahrungsquellen überhaupt und zieht früh fliegende Wildbienen, Hummelköniginnen und Schwebfliegen an. In ausgesprochenen Frostlagen mindert genau das den Ertrag, weil die Blüten erfrieren oder bei Kälte keine Insekten fliegen. In höheren Lagen wächst sie gut, die Früchte reifen dort aber nicht mehr aus. Pflege: Bei eingeschränktem Wurzelraum trocknen die Blattränder ein, deshalb während der sommerlichen Fruchtentwicklung gleichmäßig feucht halten. Ein Schnitt ist bei genügend Platz überflüssig; sie verträgt Auslichtung gut und regeneriert selbst nach dem Absetzen auf den Stock. Junge Pflanzen sind wildverbissgefährdet und brauchen die ersten Jahre Schutz. Krankheiten treten kaum auf, gelegentlich Blattflecken — dann auslichten und Herbstlaub entfernen. Geerntet wird durch Abschütteln auf ein untergelegtes Netz.

Vermehrung

Wildformen lassen sich unkompliziert aus Samen ziehen: Die Kerne werden gleich nach der Ernte vom Fruchtfleisch befreit, gewaschen und stratifiziert. Sie liegen ein bis zwei Jahre über und keimen meist erst im dritten Frühjahr — Geduld ist hier die eigentliche Anforderung. Sämlinge blühen nach sechs bis acht Jahren; unter den Nachkommen großfrüchtiger Sorten finden sich erfahrungsgemäß wieder viele groß- und reichfruchtende Typen. Sorten müssen vegetativ vermehrt werden, üblich ist die Okulation im Sommer: Solche Pflanzen blühen bereits im zweiten und tragen ab dem vierten Jahr. Im Winter gelingt auch die Reiserveredlung. Niedergelegte Zweige bewurzeln sich zuverlässig, weshalb Absenker eine einfache Hausgartenmethode sind — dieselbe Eigenschaft macht die Art für die Böschungssicherung brauchbar.

Wert für Tiere

Als eine der ersten Gehölzblüten des Jahres — je nach Witterung ab Ende Februar bis in den März — ist die Kornelkirsche eine Schlüsseltracht für früh fliegende Insekten. Belegt sind drei Wildbienenarten, darunter die Gelbbeinige Kielsandbiene und die Schottische Erdbiene, keine davon auf sie spezialisiert; dazu kommen Honigbienen, überwinterte Hummelköniginnen und Schwebfliegen. In kalten Frühjahren liegt die Blüte mitunter so früh, dass kaum Insekten fliegen und der Fruchtansatz darunter leidet. Als Raupenfutter dient sie vier Schmetterlingsarten, ebenfalls ohne Spezialisten. Die Früchte fressen rund fünfzehn Vogelarten, unter ihnen Amsel, Kernbeißer, Mönchsgrasmücke und Ringeltaube; auch Haselmaus und Siebenschläfer nutzen sie. Das dichte Astwerk trägt Nester und bietet Deckung.

Besonderheiten

Besonderheiten: Schadstoff+Schnitt+Windresistent+gegen Bodenerosion; Befruchtung ist viel besser mit Fremdbefruchter. Alternanz nicht bei allen Sorten. Die LWK Niedersachsen gibt bis zu 80kg Ertrag für manchen Baum an. Gut für städtische Kleingärten+für heimische Tierwelt als Nahrung; Sämlinge können 20 Jahre brauchen bis sie das 1.mal fruchten.

Herkunft & Lebensraum

Mittel- und Südeuropa bis Kleinasien und Kaukasus. Das natürliche Areal der Kornelkirsche zieht sich von Mittel- und Südeuropa über Klein- bis Mittelasien. Die größten zusammenhängenden Wildbestände liegen im Kaukasusgebiet, das zugleich als Zentrum ihrer Formenvielfalt gilt und aus dem ein Großteil der heutigen Ertragssorten stammt. In Österreich liegen die Schwerpunkte im östlichen und südlichen Niederösterreich, im nördlichen Burgenland sowie im oberösterreichischen Voralpenland südlich von Linz; das Pielachtal im Mostviertel trägt seiner dichten Bestände wegen den Beinamen Dirndltal und vermarktet die Früchte bis heute gewerblich. Höhenmäßig reicht die Verbreitung von der Ebene bis ins Hügelland.

Die Kornelkirsche ist ein Gehölz der halboffenen Übergangslagen: Sie wächst in lichten Laubmischwäldern, an sommerwarmen Waldrändern, in Gebüschen und Hecken sowie an trockenen Hängen. Sie ist ausgesprochen wärmeliebend und meidet dichte, schattige Bestände ebenso wie staunasse und verdichtete Böden; bevorzugt werden humose, kalkhaltige und nicht zu trockene Standorte in sonniger bis halbschattiger Lage. In Saumgesellschaften bildet sie gemeinsam mit Liguster, Wolligem Schneeball, Mehlbeere, Weißdorn und Berberitze oft dichte Bestände, die als Grenzlinie zwischen Wald und Offenland eine eigene Lebensgemeinschaft tragen. Mäßige Sommertrockenheit übersteht sie gut; bei eingeschränktem Wurzelraum reagiert sie dagegen rasch mit eintrocknenden Blatträndern.

Häufige Fragen

Kornelkirsche: Wie groß wird die Pflanze?

Kornelkirsche (Cornus mas) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 5,5 m Höhe bei rund 5 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Kornelkirsche: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Kornelkirsche verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6,5 und 7,5 liegen.

Kornelkirsche: Ist die Pflanze winterhart?

Kornelkirsche ist für die Winterhärte Zone 4–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Kornelkirsche: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Kornelkirsche ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Kornelkirsche: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.

Kornelkirsche: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im September.

Kornelkirsche: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Kornelkirsche trägt erstmals nach 10 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 40 kg im Jahr, im Anbau bis 25 t pro Hektar. Die Ertragsphase dauert etwa 150–200 Jahre. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Kornelkirsche: Ist die Pflanze giftig?

Für Kornelkirsche ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Kornelkirsche: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 7/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 8/10.

Welche Sorten von Kornelkirsche gibt es?

Im Permaplans-Sortenfinder sind 23 Sorten von Kornelkirsche hinterlegt, darunter Alyosha, Bylda, Dublany, Elegantnyj, Flava, Fructu Violaceo, Jantarnyj, Jolico, Kazanlak, Korallowyj Marka, Koralovyj Marka, Lukjanovskij und 11 weitere. Jede Sorte hat eine eigene Seite mit Geschmack, Reifezeit, Resistenzen und Abstammung.

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