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Roter Hartriegel

Cornus sanguinea
Strauch3×3,5 mZone 5–7Halbschatten

Steckbrief

Familie
Cornaceae
Wuchsform
Strauch
Wuchshöhe
3 m
Kronenbreite
3,5 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
50 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Winterhärte
Zone 5–7
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
5,6 – 7,6
Synonyme
Swida sanguinea. Thelycrania sanguinea.

Nutzung

Essbar3 von 10
Heilkunde1 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Die Frucht kann roh oder gekocht verzehrt werden. Sie schmeckt bitter und kann Brechreiz auslösen. Der Verzehr ist nicht empfehlenswert. Die Frucht hat einen Durchmesser von etwa 8 mm. Aus den Samen wird ein Öl gewonnen, das nach der Raffination genießbar ist.

Heilkunde: Die Frucht wird in der Medizin ähnlich wie Cornus officinalis (Echter Hartriegel) verwendet. Dazu gehören: Shan Zhu Yu wird in der chinesischen Kräutermedizin seit mindestens 2000 Jahren eingesetzt. Es handelt sich um ein Kraut mit stabilisierender und bindender Wirkung, das hauptsächlich zur Linderung starker Menstruationsblutungen und ungewöhnlich aktiver Körperflüssigkeiten wie starkem Schwitzen, vermehrtem Urinieren, Spermatorrhoe und vorzeitigem Samenerguss verwendet wird. Wie alle Kräuter, die den Ausfluss von Körperflüssigkeiten hemmen (auch übermäßigen), verlängert oder verschlimmert es die Symptome, wenn es ohne stärkende oder entgiftende Kräuter angewendet wird. Daher wird es üblicherweise in Kombination mit Kräutern wie Rehmannia glutinosa (Glutenkraut) verwendet und ist Bestandteil der „Acht-Zutaten-Pille“, die in China zur Stärkung des Yang der Lenden eingesetzt wird. Die Frucht wirkt antibakteriell, antimykotisch, blutdrucksenkend, tumorhemmend, adstringierend, harntreibend, leberstärkend und tonisierend. Die Frucht wird ohne Kern als Absud zur Behandlung von Arthritis, Fieber und einer Vielzahl anderer Beschwerden verwendet. Sie findet Anwendung bei Alters-Himmelschnupfen, Diabetes, Blasenentzündung, Tinnitus usw. Die Frucht wirkt antibakteriell und hemmt das Wachstum von Bacillus dysenteriae und Staphylokokken. Sie wird vollreif geerntet und für die spätere Verwendung getrocknet. Die Stammrinde wirkt adstringierend, antimalariawirksam und stärkend. Die Pflanze wirkt antibakteriell, harntreibend, blutdrucksenkend und harnwegsdesinfektionsmittel.

Sonstige Nutzung: Der Samen enthält 45 % eines nicht trocknenden Öls und wird zur Seifenherstellung und für Beleuchtungszwecke verwendet. Auch aus der Fruchtschale (Perikarp) wird ein nicht trocknendes Öl gewonnen, das ebenfalls für Beleuchtungszwecke genutzt wird. Die Fruchtschale enthält 19–35 % Öl. Aus der Frucht wird ein grünlich-blauer Farbstoff gewonnen. Die jungen Stängel sind sehr biegsam und werden zum Korbflechten verwendet. Das Holz ist zäh und hart. Es wird für kleine Gegenstände wie Werkzeuggriffe, Drechselarbeiten usw. verwendet. Aus dem Holz lässt sich hochwertige Holzkohle gewinnen; es eignet sich außerdem hervorragend als Brennstoff.

Anbau

Diese pflegeleichte Pflanze gedeiht auf allen gut bis mäßig fruchtbaren Böden, von sauer bis flachgründig kalkhaltig. Auch in schweren Lehmböden wächst sie gut. Die Pflanzen sind relativ schattentolerant, bevorzugen aber dichten Schatten. Starke, kalte Winde schaden ihnen. Die Pflanzen sind bis etwa -25 °C winterhart. Die Blüten riechen für die meisten Menschen eher unangenehm, sind aber für Insekten attraktiv. Die Pflanzen bilden Ausläufer und können schnell dichte Dickichte bilden. Regelmäßiges Zurückschneiden ist möglich, und die Pflanzen treiben danach lange, gerade Triebe aus. Pflanzen dieser Gattung sind besonders resistent gegen Hallimasch.

Vermehrung

Samen – am besten direkt nach der Reife im Frühbeet oder, falls ausreichend Samen vorhanden sind, im Freiland ausgesät. Die Samen müssen vom Fruchtfleisch getrennt werden, da dieses Keimungshemmer enthält. Gelagerte Samen sollten 3–4 Monate lang einer Kältebehandlung unterzogen und so früh wie möglich im Jahr ausgesät werden. Eine Skarifizierung oder eine Warmstratifizierung vor der Kältebehandlung kann die Keimung fördern. Die Keimung, insbesondere von gelagerten Samen, kann sehr langsam sein und 18 Monate oder länger dauern. Pikieren Sie die im Frühbeet vorgezogenen Sämlinge in einzelne Töpfe, sobald sie groß genug sind, und überwintern Sie sie im Gewächshaus. Im Frühjahr, nach den letzten Frösten, können sie ausgepflanzt werden. Stecklinge von halbreifen Seitentrieben, Juli/August im Frühbeet. Stecklinge von verholzten Trieben des laufenden Jahres, möglichst mit Fersenstück, im Herbst im Frühbeet. Hohe Erfolgsquote. Absenker von neuen Trieben, Juni/Juli. Dauert 9 Monate.

Herkunft & Lebensraum

Mischwälder, Gebüsche und Hecken, insbesondere auf kalkhaltigen Böden.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: leicht giftig

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

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