Lorbeerstrauch
Wächst das bei mir?
Lorbeerstrauch ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
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Steckbrief
- Familie
- Lauraceae
- Wuchsform
- Strauch
- Wuchshöhe
- 12 m
- Kronenbreite
- 10 m
- Wachstum
- langsam
- Lebensdauer
- 100 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 6 Jahren
- Ertrag pro Pflanze
- bis 5 kg im Jahr
- Winterhärte
- Zone 8–11
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- trocken – sehr feucht
- pH-Wert
- 6 – 8,5
- Synonyme
- Lorbeer
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte |
Nutzung
Heilkunde: Der Lorbeerbaum hat eine lange Tradition in der Volksmedizin und wird zur Behandlung zahlreicher Beschwerden eingesetzt, insbesondere als Verdauungshilfe sowie bei Bronchitis und Grippe. Auch verschiedene Krebsarten wurden damit behandelt. Die Früchte und Blätter werden üblicherweise nicht innerlich angewendet, außer als Stimulans in der Veterinärmedizin. Früher wurden sie jedoch zur Behandlung von Hysterie, Amenorrhoe, Blähungen und Koliken eingesetzt. Einem anderen Bericht zufolge werden die Blätter hauptsächlich zur Behandlung von Erkrankungen der oberen Atemwege und zur Linderung arthritischer Schmerzen verwendet. Der Lorbeerbaum wirkt magenberuhigend und tonisierend, regt den Appetit an und fördert die Produktion von Verdauungssäften. Die Blätter wirken antiseptisch, aromatisch, adstringierend, karminativ, schweißtreibend, verdauungsfördernd, harntreibend, in hohen Dosen brechmittelisch, menstruationsfördernd, narkotisch, parasitizid, stimulierend und magenstärkend. Die Frucht wirkt antiseptisch, aromatisch, verdauungsfördernd, narkotisch und stimulierend. Ein Aufguss wird zur Appetitanregung und als Menopausemittel verwendet. Die Frucht wird auch zur Herstellung karminativer Medikamente verwendet und diente früher auch zur Förderung von Abtreibungen. Das fette Öl der Frucht wird äußerlich zur Behandlung von Verstauchungen, Prellungen usw. angewendet und manchmal auch als Ohrentropfen zur Schmerzlinderung eingesetzt. Das ätherische Öl der Blätter hat narkotische, antibakterielle und fungizide Eigenschaften.
Sonstige Nutzung: Über die Küche hinaus liefert der Lorbeer vor allem ätherische Öle. Aus den reifen Beeren wird ein fettes, grünes Lorbeeröl gepresst, das den charakteristischen Anteil der syrischen Aleppo-Seife ausmacht — je höher sein Anteil, desto hochwertiger gilt die Seife. Das Öl der Blätter geht in Parfümerie und Kosmetik. Getrocknete Blätter sind ein altes Mittel des Vorratsschutzes: Zwischen Mehl, Getreide und Hülsenfrüchte gelegt halten sie Rüssel- und Vorratskäfer fern, und als Streukraut wurden sie wegen Duft und antiseptischer Wirkung auf Böden ausgelegt. Das Holz duftet süßlich, ist feinfaserig und abriebfest und wird für Intarsien, Spazierstöcke und Reibhölzer verwendet. Im Garten ist der praktische Hauptnutzen der Formschnitt: Als schnittfestes, immergrünes Gehölz dient er als Hecke, Sichtschutz und Schattenspender in Agroforstsystemen milder Lagen.
Anbau
Standortwahl: In Mitteleuropa ist der Lorbeer eine Kübelpflanze, und die Standortfrage ist im Kern die Frage nach dem Winterquartier — ohne hellen, frostfreien Raum bei null bis zehn Grad geht es nicht. Im Sommer will er den warmen, windgeschützten Platz an der Südseite, verträgt aber auch halbschattige Ecken, in denen andere Kübelpflanzen aufgeben. Er ist extrem schnittverträglich und damit das klassische Formgehölz für Kegel, Kugel und Hochstamm an Eingängen und Sitzplätzen. Von den Beeren geht eine leichte Färbung auf hellem Pflaster aus. Ein Fruchtansatz ist ohnehin die Ausnahme: Die Art ist meist zweihäusig, für Beeren braucht es eine weibliche und eine männliche Pflanze. Krankheiten überträgt er nicht, und seine aromatischen Blätter halten Vorratsschädlinge fern, weshalb er gut neben Lagerräume passt. Pflege: Im Topf wächst er langsam und braucht alle zwei bis drei Jahre ein größeres Gefäß mit strukturstabilem, durchlässigem Substrat; Staunässe quittiert er mit Wurzelfäule. Von Mai bis August alle zwei Wochen mäßig düngen, ab September nicht mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Geschnitten wird im Frühjahr vor dem Austrieb oder nach dem ersten Trieb; er treibt willig aus altem Holz nach. Das Winterquartier ist die kritische Phase: zu warm und zu dunkel überwinterte Pflanzen werden von Schild- und Wollläusen befallen, denen Rußtau auf den klebrigen Blättern folgt — kühl und hell stellen, sparsam gießen, regelmäßig kontrollieren. Der Lorbeer-Blattfloh rollt im Sommer die Blattränder blasig ein; befallene Triebspitzen ausschneiden reicht.
Vermehrung
Der Lorbeer lässt sich aus Samen und aus Stecklingen vermehren, beides braucht Geduld. Die Samen sind fettreich und kurzlebig: Sie müssen frisch aus der reifen Beere gelöst, vom Fruchtfleisch befreit und sofort ausgesät werden, weil sie bei Lagerung rasch ihre Keimfähigkeit verlieren. Gekeimt wird warm und gleichmäßig feucht, wobei die Keimung sich über zwei bis drei Monate hinziehen und einzelne Samen über ein Jahr liegen bleiben können. Weil die Art meist zweihäusig ist, zeigt sich das Geschlecht der Sämlinge erst mit der ersten Blüte — wer Beeren will, zieht mehrere Pflanzen. Verlässlicher und sortenecht sind Stecklinge von halbreifen Trieben im Juli und August, mit Bodenwärme und unter Folie oder Haube bewurzelt; drei bis sechs Monate sind normal, im Winter geschnittene Risslinge mit Fersenstück brauchen noch länger. Ältere Pflanzen bilden Wurzelausläufer, die sich abstechen lassen, und niedrig angelegte Zweige wurzeln als Absenker zuverlässig.
Wert für Tiere
Der Lorbeer blüht klein und unscheinbar gelbgrün von April bis Mai und ist meist zweihäusig. Sein Blütenangebot ist nicht üppig, wird aber angenommen: Als Besucher sind Honigbienen, Furchenbienen und Schlupfwespen belegt, letztere machen ihn zum Anlaufpunkt für Nützlinge, die anschließend Blattläuse in der Umgebung parasitieren. Die blauschwarzen, einsamigen Beeren reifen im Herbst und werden von Vögeln gefressen, die die Samen ausbreiten — im Mittelmeerraum ist das der Regelweg der Verjüngung. Den größten Beitrag leistet er jedoch über die Struktur: Als dicht belaubtes, immergrünes Gehölz bietet er ganzjährig Deckung, Schlafplatz und Nistgelegenheit, und die langsam verrottende, ledrige Laubstreu beherbergt überwinternde Wirbellose. Für mitteleuropäische Falter ist er keine Raupenfutterpflanze, und im Kübel bleibt der Beitrag zwangsläufig klein.
Besonderheiten
Besonderheiten: Nymphe Daphne floh vor Apoll + wurde in einen Lorbeer verwandelt → er trug den Kranz als Zeichen unerwiderter Liebe; röm. Triumphatoren trugen ihn ebenfalls, daher „sich auf seinen Lorbeeren ausruhen"; poeta laureatus + Bakkalaureus von bacca lauri = Lorbeerbeere; die Pythia in Delphi soll Lorbeerblätter gekaut haben; auf La Gomera überdauert echter Lorbeerwald.
Herkunft & Lebensraum
Mittelmeerraum und Vorderasien: Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen, Südfrankreich, Italien mit Sizilien, Sardinien und Korsika, die Balkanhalbinsel, die Türkei, die Ägäischen Inseln, Kreta, Zypern, Israel und Jordanien. Der Schwerpunkt liegt im Ostmittelmeer, von wo aus die Art über Jahrtausende Kultur nach Westen weitergereicht wurde; in Spanien und Portugal gilt sie deshalb als eingebürgerter Neophyt. Auf La Gomera steht im Nationalpark Garajonay ein Reliktbestand echter subtropischer Lorbeerwälder, ein Rest jener Vegetation, die vor den Eiszeiten weite Teile Südeuropas bedeckte. In Mitteleuropa gibt es keine Freilandvorkommen: Ausgepflanzt hält sich der Lorbeer nur in den mildesten Lagen am Rhein, am Bodensee und in Weinbauklimaten, und auch dort mit Winterschutz.
Der Lorbeer gehört zur immergrünen Hartlaubvegetation des Mittelmeerraums und ist dort kein Bewohner der trockenen Hänge, sondern der feuchteren Sonderstandorte: schattige Schluchten, Quellhänge, nordexponierte Felswände, Bachbegleitgehölze und die frischeren Säume der Macchie. Er verträgt tiefen Schatten besser als Trockenheit und bevorzugt mäßig trockene bis frische, lockere, schwach saure bis neutrale Böden. Historisch ist er ein Überbleibsel der tertiären Lorbeerwälder, die im Mittelmeerraum weitgehend verschwunden sind und nur auf den atlantischen Inseln überdauert haben. Ökologisch begrenzend ist der Winter, nicht der Sommer: Ältere Pflanzen überstehen kurze Fröste bis etwa minus zehn Grad, junge und frisch getriebene erheblich weniger, und anhaltende Kahlfröste mit Wintersonne führen zu Frosttrocknis.
⚠️ Gefahren
Keine bekannte Gefahr
Häufige Fragen
Lorbeerstrauch: Wie groß wird die Pflanze?
Lorbeerstrauch (Laurus nobilis) wächst als Strauch und erreicht ausgewachsen etwa 12 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist langsam.
Lorbeerstrauch: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Lorbeerstrauch verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8,5 liegen.
Lorbeerstrauch: Ist die Pflanze winterhart?
Lorbeerstrauch ist für die Winterhärte Zone 8–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Lorbeerstrauch: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Lorbeerstrauch ist nur bis Zone 8 winterhart und gedeiht dauerhaft im Freien nur in den mildesten Lagen – Weinbauklima, Ober- und Niederrhein, Küsten, Bodensee, Tessin. Sonst als Kübelpflanze mit geschützter Überwinterung. Zusätzlich braucht sie warme Sommer, wie sie hierzulande nur im Weinbauklima, in Stadtlagen oder an geschützten Südwänden zusammenkommen.
Lorbeerstrauch: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Lorbeerstrauch: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Lorbeerstrauch: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Lorbeerstrauch trägt erstmals nach 6 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 5 kg im Jahr. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Lorbeerstrauch: Ist die Pflanze giftig?
Für Lorbeerstrauch ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Lorbeerstrauch: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 3/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 5/10.
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