Berg-Ahorn
Wächst das bei mir?
Berg-Ahorn ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
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Steckbrief
- Familie
- Aceraceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 31,5 m
- Kronenbreite
- 16 m
- Wachstum
- sehr schnell
- Lebensdauer
- 500 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 20 Jahren
- Vollertrag
- nach 80 Jahren
- Ertrag im Anbau
- bis 12 t/ha
- Energieertrag
- 75 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 5–7
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm, Ton
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5 – 8
- Synonyme
- Bergahorn
Blüte & Ernte
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Blüte | ||||||||||||
| Fruchternte | ||||||||||||
| Blatternte |
Nutzung
Essbar: Genutzt wird im Wesentlichen der Frühjahrssaft. Vor dem Blattaustrieb, meist zwischen Februar und Anfang April, steht der Baum unter Wurzeldruck; wird der Stamm angebohrt, läuft ein klarer, schwach süßer Saft, den man frisch trinkt oder wie beim Zucker-Ahorn zu Sirup einkocht. Der Zuckergehalt liegt deutlich unter dem von Acer saccharum, entsprechend groß ist die Menge, die für einen Liter Sirup eingedampft werden muss. Bohrlöcher werden nach der Ernte verschlossen, und angezapft wird nur an starken, gesunden Stämmen. Die Blätter dienten früher als Wickelmaterial, um Brotteig, Butter und Käse frisch zu halten. Samen und Keimlinge sind ausdrücklich kein Lebensmittel: Sie enthalten Hypoglycin A, dieselbe Substanz, die bei Weidetieren schwere Vergiftungen auslöst.
Heilkunde: Eine arzneiliche Verwendung des Berg-Ahorns ist nicht belegt. Überliefert ist, dass Ahornblätter in der Volksheilkunde äußerlich als Umschlag auf Wunden gelegt wurden und der Frühjahrssaft in den Alpen als stärkendes Frühjahrsgetränk galt — beides historisch bezeugt, ohne Wirknachweis.
Sonstige Nutzung: Das Holz des Berg-Ahorns zählt zu den Edellaubhölzern: hell bis fast weiß, feinporig, gleichmäßig und geruchsneutral. Es geht in Möbel, Parkett, Treppen und Drechselarbeiten und, weil es keinen Eigengeruch abgibt, traditionell in Küchengeräte, Backtröge und Hackblöcke. Stämme mit welliger Faser — der sogenannte Riegelahorn — sind das klassische Holz für Böden und Zargen von Geigen und Gitarren und erzielen Spitzenpreise. In den Alpen ließ man Berg-Ahorne als Weidbäume auf den Almen stehen, wo sie Schatten spenden und Vieh Schutz bieten; einzelne dieser Bäume sind mehrere hundert Jahre alt. Das Laub wurde geschneitelt und als Winterfutter verfüttert, die Blätter dienten in der Vorratshaltung als Wickel- und Einschlagmaterial.
Anbau
Standortwahl: Der Berg-Ahorn wird 25 bis 30 Meter hoch und im Alter fast ebenso breit — ein Baum für große Grundstücke, Weiden und Alleen, nicht für den Hausgarten. Entscheidend ist der Abstand zu Pferdeweiden und Kleintiergehegen: Samen und Keimlinge enthalten Hypoglycin A und lösen bei Pferden die meist tödliche atypische Weidemyopathie aus. Die Flügelfrüchte wehen weit, ein Sicherheitsabstand von mindestens fünfzig Metern zur Weidefläche ist deshalb sinnvoll. Die Selbstaussaat ist stark; im Folgejahr stehen Sämlinge in Beeten, Fugen und Hecken. Als Herzwurzler durchwurzelt er den Boden tief und macht Unterpflanzung mühsam, das grobe Laub zersetzt sich langsam und gehört nicht in Teiche. Für Bienen ist er im Mai eine der ergiebigsten Nektarquellen überhaupt. Pflege: Jungbäume brauchen drei bis vier Jahre einen Dreibock sowie Schutz gegen Rehverbiss und Hasenfraß an der Rinde. Geschnitten wird im Sommer oder Spätsommer — im Vorfrühling blutet der Berg-Ahorn stark aus jeder Schnittstelle. Gedüngt wird nicht, er profitiert ohnehin von den Stickstoffeinträgen aus der Luft. Ahornrunzelschorf zeichnet im Spätsommer schwarze Flecken auf die Blätter und ist rein kosmetisch. Ernst zu nehmen sind die Verticillium-Welke, gegen die keine Behandlung existiert, und die Rußrindenkrankheit, die nach Trockenjahren auftritt: Ihre Sporen können beim Menschen eine allergische Alveolitis auslösen, befallene Bäume dürfen nur feucht und mit Atemschutz gefällt werden.
Vermehrung
Der Berg-Ahorn vermehrt sich beinahe von selbst — Naturverjüngung ist reichlich, und wer Jungpflanzen braucht, gräbt im Frühjahr einfach Sämlinge aus. Für die gezielte Anzucht werden die Flügelfrüchte im September und Oktober geerntet und sofort ins Freiland oder in Saatkisten gesät, die über Winter draußen bleiben; der Samen ist ein Kaltkeimer und läuft im folgenden Frühjahr auf. Stark ausgetrockneter Samen verliert rasch an Keimkraft; muss gelagert werden, braucht er vor der Aussaat zwei bis vier Monate Stratifikation bei ein bis fünf Grad. Saatbeete sind gegen Mäuse zu sichern. Stecklinge bewurzeln schlecht, benannte Sorten werden deshalb im Winter auf Sämlingsunterlagen kopuliert oder im Sommer okuliert. Auf den Stock gesetzte Bäume treiben zuverlässig wieder aus, sodass Kopfbaum- und Niederwaldbewirtschaftung möglich sind.
Wert für Tiere
Der Berg-Ahorn ist eine der ergiebigsten Nektarquellen des Frühjahrs. Seine unscheinbaren grünlichen Blüten öffnen sich im Mai zugleich mit dem Blattaustrieb und liefern reichlich Nektar und Pollen; Honigbienen, Sand- und Mauerbienen, Schwebfliegen und Käfer nutzen sie, bestäubt wird durch Insekten und ergänzend durch Wind. An Blättern, Holz und Rinde leben Schmetterlingsraupen, Bockkäfer und Gallmilben, deren rote Pusteln auf den Blättern harmlos sind. Alte Bäume mit Höhlen und grober Borke sind Brut- und Jagdraum für Spechte, Kleiber und Fledermäuse; die Flügelfrüchte werden von Gimpel, Kernbeißer und Mäusen gefressen. In Mitteleuropa ist der Berg-Ahorn heimisch und in seinen Bergwäldern eine tragende Art — außerhalb Europas, etwa in Neuseeland, gilt er dagegen als invasiv.
Besonderheiten
Besonderheiten: Super Chop&Drop Mulch&Bodenaufbauer; Sirup min. 60%Zucker; Zuckerahorn (Acer saccharum) braucht kontinentaleres Klima, wächst langsam, ist 3x zuckerreicher, findet kulinarisch & medizinisch mehr Anwendung; Feldahorn (Acer campestre) Blätter+Blattstiele +Sauerkraut; Bergahorn beliebt als Wildverbiss, aber für Pferde giftig;
Herkunft & Lebensraum
Europa und Westasien. Das geschlossene Areal reicht von den Pyrenäen über Alpen, Apennin und Karpaten bis zum Kaukasus und nach Kleinasien; in Mitteleuropa ist der Berg-Ahorn die häufigste Ahornart der Gebirge. Sein Schwerpunkt liegt zwischen 900 und 1300 Metern, im Harz steigt er bis etwa 850 m, im Bayerischen Wald bis 1300 m, im Schwarzwald bis 1400 m und in den Alpen bis über 1600 m. Nördlich der Mittelgebirge kommt er natürlich nur auf basenreicheren eiszeitlichen Böden der Tiefebene vor, sonst vor allem angepflanzt und von dort eingebürgert. Als Forst- und Parkbaum gelangte er nach Nordamerika, Neuseeland, Australien und Argentinien und breitet sich dort stellenweise invasiv aus.
Der Berg-Ahorn ist ein Baum der kühl-feuchten Berglagen mit subatlantisch-humidem Klimacharakter. Seine Schwerpunkte liegen in Schluchtwäldern gemeinsam mit Esche und Bergulme, in Waldgeißbart-Bergahornwäldern, hochmontanen Bergahorn-Buchenwäldern und in subalpinen Fichten-Tannen-Wäldern; daneben tritt er in Karbonat-Fichten-Tannen-Buchenwäldern und Eichen-Eschenwäldern auf. Er verlangt frische, gut nährstoffversorgte und basenreiche Böden — Kalkhangschutt, Lösslehm, Basaltverwitterung, milde Tone —, Grobblockschutthalden sind ein typischer Spezialstandort. Stark wechselfeuchte, sehr saure und trockene Böden meidet er ebenso wie basenarme Grundwasserböden, eiszeitliche Sande und stärker pseudovergleyte Berglandböden. Hohe Stickstoffeinträge aus der Luft begünstigen ihn, sodass er derzeit in Lagen vordringt, in denen er früher fehlte.
⚠️ Gefahren
Giftig für Weidetiere Samen und Keimlinge enthalten Hypoglycin A und lösen bei Pferden die meist tödliche atypische Weidemyopathie aus. Gefährlich sind der Herbst, wenn die Flügelfrüchte auf die Weide wehen, und das Frühjahr mit dem Keimlingsaustrieb; der Stoff geht auch ins Wasser über, Tränken unter dem Baum sind deshalb ebenfalls ein Risiko. Beim Fällen von Bäumen mit Rußrindenkrankheit ist Atemschutz nötig, die Sporen können eine allergische Alveolitis auslösen.
Häufige Fragen
Berg-Ahorn: Wie groß wird die Pflanze?
Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 31,5 m Höhe bei rund 16 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.
Berg-Ahorn: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Berg-Ahorn verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8 liegen.
Berg-Ahorn: Ist die Pflanze winterhart?
Berg-Ahorn ist für die Winterhärte Zone 5–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Berg-Ahorn: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Berg-Ahorn ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.
Berg-Ahorn: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.
Berg-Ahorn: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.
Berg-Ahorn: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Berg-Ahorn trägt erstmals nach 20 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 80 Jahren. Im Anbau sind bis 12 t pro Hektar üblich. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Berg-Ahorn: Ist die Pflanze giftig?
Für Berg-Ahorn ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Berg-Ahorn: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 4/10, Heilkunde 2/10, Sonstige Nutzung 9/10.
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