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Feldahorn

Acer campestre
Essbarkeit2Heilwirkung1Sonstiger Nutzen1
Baum15×10 mZone 4–7Halbschatten

Wächst das bei mir?

Feldahorn ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Aceraceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
15 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
200 Jahre
Erster Ertrag
nach 10 Jahren
Winterhärte
Zone 4–7
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
5,6 – 7,6
heckentauglichNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar2 von 10
Heilkunde1 von 10
Sonstige Nutzung1 von 10

Essbar: Der Saft enthält Zucker und kann entweder als Getränk konsumiert oder durch Verdampfen des Wassers zu Sirup eingekocht werden. Die Zuckerkonzentration ist deutlich geringer als beim Zuckerahorn (Ahorn saccharum). Der Sirup wird als Süßungsmittel für viele Speisen verwendet. Der Baumstamm wird im frühen Frühling angezapft, da der Saft an warmen, sonnigen Tagen nach dem letzten Frost am besten fließt. Die beste Saftausbeute erzielt man in Regionen mit kalten Wintern und kontinentalem Klima.

Heilkunde: Zur medizinischen Verwendung des Feldahorns liegt kaum Belegmaterial vor. Überliefert ist die Verwendung der getrockneten Rinde als adstringierendes Mittel und ein Absud daraus als Waschung bei gereizten Augen — eine Anwendung, die in älteren Kräuterbüchern für mehrere Ahornarten genannt wird und für die es keinen Wirknachweis gibt. Der im Frühjahr gewonnene Saft wurde wie beim Zucker-Ahorn zu Sirup eingekocht und galt als stärkendes Getränk. Eine eigenständige arzneiliche Bedeutung hat die Art heute nicht.

Sonstige Nutzung: Die Blätter werden um Äpfel, Wurzelgemüse usw. gelegt, um diese zu konservieren. Die schnellwachsende Pflanze verträgt Schnittgut gut und eignet sich hervorragend als Formhecke. Sie kann auch als Teil einer naturnahen Hecke verwendet werden, wo sie nur alle drei bis vier Jahre geschnitten wird. Auch im Formschnitt findet sie Verwendung. Das Holz ist feinkörnig, zäh, elastisch, schwer zu spalten, lässt sich gut polieren und wird selten von Insekten befallen. Die Bäume sind selten groß genug, um viel nutzbares Holz zu liefern, aber wenn es verfügbar ist, wird es von Tischlern sehr geschätzt. Es wird auch für Becher, Schalen usw. verwendet. Das Wurzelholz ist oft astig und wird für kleine Tischlerarbeiten geschätzt. Das Holz ist ein ausgezeichneter Brennstoff. Aus dem Holz hergestellte Holzkohle ist ein guter Brennstoff.

Anbau

Standortwahl: Der Feldahorn ist der unkomplizierteste heimische Baum für den Garten — er nimmt fast jeden Boden, bevorzugt aber kalkhaltigen Lehm in warmer Lage, erträgt Trockenheit, Verdichtung und Stadtklima und wächst zur Not auch im Halbschatten weiter. Als Solitär wird er zehn bis fünfzehn Meter hoch, lässt sich aber auf jede beliebige Höhe herunterhalten, was ihn zur klassischen Heckenpflanze macht. Was man einplanen sollte: Er ist im Sommer stark von Blattläusen besiedelt, und der klebrige Honigtau überzieht alles darunter — nicht über Terrasse, Sitzplatz oder Stellplatz setzen. Seine Samen keimen willig, sodass im Umkreis reichlich Sämlinge auflaufen. Die Wurzeln streichen flach und konkurrieren mit Staudenbeeten in unmittelbarer Nähe. Für Obstanlagen ist er unbedenklich, er überträgt weder Feuerbrand noch Scharka. Pflege: Der Feldahorn ist der schnittverträglichste unserer Bäume und treibt auch aus mehrjährigem, blattlosem Holz wieder aus — eine Hecke schneidet man zweimal im Jahr, im Juni und im Spätsommer, ein Solitär braucht überhaupt nichts. Im Februar und März steigt der Saft, geschnitten wird deshalb später. Jungpflanzen brauchen Verbissschutz gegen Rehe und einen Wühlmauskorb, gedüngt wird nicht. Der Ahornrunzelschorf, der im Spätsommer große schwarze Flecken auf die Blätter setzt, sieht dramatisch aus und schadet nicht. Ernst zu nehmen ist allein die Verticillium-Welke: Einzelne Äste welken bei voller Belaubung, im Schnittholz zeigen sich braune Ringe. Befallene Äste weit ins gesunde Holz zurücknehmen, das Werkzeug desinfizieren und an derselben Stelle keinen Ahorn nachpflanzen. Von der Rußrindenkrankheit, die dem Bergahorn zusetzt, ist der Feldahorn bislang kaum betroffen.

Vermehrung

Die Spaltfrüchte reifen im September und Oktober; ihre beiden Flügel stehen beim Feldahorn fast waagerecht, was ihn von Spitz- und Bergahorn unterscheidet. Der Samen hat eine doppelte Keimruhe und liegt nach normaler Aussaat oft erst im zweiten Frühjahr. Der bewährte Kunstgriff ist die Grünernte: Nimmt man die Früchte ab, sobald sie voll ausgebildet, aber noch nicht ausgetrocknet sind, und sät sofort, dann keimen sie schon im Spätwinter, weil die Keimhemmstoffe sich noch nicht aufgebaut haben. Zu früh geerntetes Saatgut liefert dagegen nur schwache oder gar keine Pflanzen. Trocken gelagerte Samen weicht man 24 Stunden ein und stratifiziert sie zwei bis vier Monate bei ein bis acht Grad. Sämlinge werden pikiert und auf mindestens zwanzig Zentimeter herangezogen, bevor sie an ihren endgültigen Platz kommen. Vegetativ ist der Feldahorn über Absenker zu vermehren, die etwa zwölf Monate brauchen; in der Hecke verjüngt er sich ohnehin ständig selbst über Stockausschlag.

Wert für Tiere

Der Feldahorn trägt für seine Größe erstaunlich viel. An seinem Laub fressen die Raupen von rund 47 Schmetterlingsarten, zehn davon auf Ahorn spezialisiert, dazu kommen etwa sechs an ihn gebundene Käferarten. Fünfzehn Wildbienenarten nutzen ihn, eine davon ausschließlich. Seine unscheinbaren gelbgrünen Blüten öffnen sich im Mai zugleich mit dem Laubaustrieb und sind ausgesprochen nektarreich — für Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen ist das eine der ergiebigen Trachten des Frühsommers, während der Pollenertrag gering bleibt. Fünfzehn Vogelarten nehmen Samen und Insekten von ihm. Seine größte Leistung erbringt er allerdings als Heckenpflanze: Weil er auch nach hartem Rückschnitt dicht und sperrig wieder austreibt, liefern Feldahornhecken und Knicks die geschützten Nistplätze, die Neuntöter, Goldammer, Dorngrasmücke und Heckenbraunelle in der offenen Feldflur sonst nicht mehr finden. Alt gewordene Einzelbäume kommen mit Höhlen und Totholz dazu.

Besonderheiten

Besonderheiten: einziger heimischer Ahorn mit Korkleisten an jungen Trieben; schnittverträglichster heimischer Baum → klassische Hecken-+Knickpflanze, treibt auch aus altem Holz; Baum des Jahres 2015; Flügel der Spaltfrucht fast waagerecht gestellt (Unterscheidung zu Spitz-+Berg-Ahorn); Blattstiele führen Milchsaft; bislang kaum von der Rußrindenkrankheit betroffen (anders als der Berg-Ahorn); starker Blattlausbesatz → klebriger Honigtau; Herbstfärbung leuchtend goldgelb; schattentolerant, hält Jahrzehnte im Unterstand aus;

Herkunft & Lebensraum

Europa, Kleinasien und Nordafrika. Der Feldahorn ist von Südengland und Südschweden über ganz Mittel- und Südeuropa bis Spanien verbreitet, ostwärts über die Ukraine und den Kaukasus bis Kleinasien und in den Nordiran; im Atlasgebirge Nordafrikas steht er mit isolierten Vorkommen. Er ist die wärmeliebendste der drei heimischen Ahornarten und fehlt deshalb im Norden Skandinaviens und in den Hochlagen der Gebirge, wo er selten über 800 bis 1.000 Meter hinausgeht. In Mitteleuropa gehört er zu den häufigsten Gehölzen der Feldflur; in Nordamerika ist er örtlich als Gartenflüchtling eingebürgert.

Der Feldahorn ist der Baum des Waldrandes und der Feldhecke. Seinen natürlichen Schwerpunkt hat er in wärmeliebenden Eichen-Hainbuchenwäldern und in der Hartholzaue, wo er als mittelgroßer Baum in der zweiten Baumschicht mitwächst; er verträgt Schatten besser als die anderen heimischen Ahorne und hält im Unterstand jahrzehntelang aus, bis eine Lücke entsteht. Er bevorzugt basenreiche, oft kalkhaltige Lehm- und Tonböden in sommerwarmer Lage, erträgt aber sowohl sommerliche Trockenheit als auch zeitweilige Überflutung und verdichteten Boden. Seine eigentliche Domäne in der Kulturlandschaft sind Knicks, Wallhecken und Feldraine, wo er den regelmäßigen Rückschnitt über Jahrhunderte hinweg mitmacht.

Häufige Fragen

Feldahorn: Wie groß wird die Pflanze?

Feldahorn (Acer campestre) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 15 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Feldahorn: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Feldahorn verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,6 und 7,6 liegen.

Feldahorn: Ist die Pflanze winterhart?

Feldahorn ist für die Winterhärte Zone 4–7 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Feldahorn: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Feldahorn ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Feldahorn: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Feldahorn: Ist die Pflanze giftig?

Für Feldahorn sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Feldahorn: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 2/10, Heilkunde 1/10, Sonstige Nutzung 1/10.

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