Permaplans
English
Alle Pflanzen
Blauglockenbaum – Paulownia tomentosa

Blauglockenbaum

Paulownia tomentosa
Germany’s Next Topmodel mit Substanz
💬 1 Erfahrungsbericht lesen
Essbarkeit2Heilwirkung5Sonstiger Nutzen9
Baum15×10 mZone 6–9volle Sonne

Wächst das bei mir?

Blauglockenbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Paulowniaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
15 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
100 Jahre
Erster Ertrag
nach 9 Jahren
Winterhärte
Zone 6–9
Schattentoleranz
volle Sonne
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
trocken – sehr feucht
pH-Wert
5 – 8,9
Synonyme
Kiribaum, Kiri,
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar2 von 10
Heilkunde5 von 10
Sonstige Nutzung9 von 10

Essbar: Der Blauglockenbaum ist kein Obstbaum — die verholzenden Fruchtkapseln sind ungenießbar und bleiben nur als Winterschmuck stehen. Essbar sind die Blüten und, eingeschränkt, die Blätter. Die großen violetten Glockenblüten öffnen sich im Mai vor dem Laubaustrieb, enthalten reichlich Nektar und schmecken süßlich; sie werden roh in Salate gegeben, mit Miso angemacht oder in Ostasien als Tempura ausgebacken. Der Ertrag ist beträchtlich, das Zeitfenster aber kurz und auf ältere, blühfähige Bäume beschränkt. Die Blätter werden gekocht als Notnahrung genannt; sie sind grob behaart, geschmacklich unbedeutend und spielen in der Küche keine Rolle, haben als Viehfutter jedoch echten Wert — ein zehnjähriger Baum liefert um die hundert Kilogramm Laub je Jahr.

Heilkunde: Blüten Hauterkrankungen; Blätter Wickel blaue Flecken, Abkochung Waschen fauler Geschwüren, Bl.-saft Warzen i Darmparasiten; innere Rinde Tinktur Fieber, Delirium Die Blüten werden bei Hauterkrankungen verwendet, die Blätter können für Wickel bei blauen Flecken, als Abkochung zur Reinigung fauler Geschwüre und der Blattsaft für die Behandlung von Warzen genutzt werden. Die innere Rinde wird zur Herstellung einer Tinktur gegen Fieber und Delirium verwendet.

Sonstige Nutzung: Blätter Viehfutter; Holz 70fm/ha/a (leichter, härter, fester als Fichte, schwer entflammbar, leicht zu bearbeiten, splittert nicht, gute Temperaturisolierung, schön, insektenresistent); Haus-, Schiff-, Saunabau, Surfbretter, Möbel, Werkzeuggriffe, Musikinstrumente; Brennholz, Holzkohle (Feuerwerk), Humusaufbau, Zierde und Duft.

Anbau

Standortwahl: Beim Blauglockenbaum steht die Ausbreitungsfrage vor allen anderen. Eine einzige Fruchtkapsel enthält ein- bis zweitausend flugfähige Samen, Keimlinge kommen noch aus Mauerritzen und Pflasterfugen, und das Bundesamt für Naturschutz führt ihn auf der Grauen Liste als potenziell invasiv; die Schweiz hat Verkauf, Abgabe und Einfuhr zum 1. September 2024 verboten. Wer ihn pflanzt, übernimmt die Verantwortung, die Kapseln vor der Reife zu entfernen. Er braucht einen vollsonnigen, warmen und ausdrücklich windgeschützten Platz auf tiefgründigem, durchlässigem Boden — die riesigen Blätter wirken wie Segel und zerreißen im Wind. Sein Wurzelwerk ist aggressiv und gehört weit weg von Fundamenten, Leitungen, Pflaster und Drainagen. Unter der Krone wird es dunkel, und im Herbst fällt eine erhebliche Laubmenge an, die als Mulch allerdings rasch verrottet. Pflege: Junge Bäume frieren in Mitteleuropa regelmäßig zurück und brauchen in den ersten Wintern Stamm- und Wurzelschutz; mit dem Alter wird er winterhart. Ein Ausbleiben der Blüte ist meist kein Standortfehler, sondern Spätfrost: Die Knospen werden bereits im Vorjahr angelegt und überwintern ungeschützt. Weil er bis zu sechs Meter im Jahr treiben kann, ist der Jungbaum anzubinden, bis der Stamm trägt. Gedüngt wird nicht, gewässert nur in der Anwuchsphase. Die klassische Bewirtschaftung ist der Kurzumtrieb, auf den schon der japanische Name Kiri verweist: Setzt man den Baum im zeitigen Frühjahr auf den Stock, treibt er meterlange Ruten mit übergroßen Blättern, liefert Mulch und Viehfutter und bleibt zugleich klein und blütenlos — was die Ausbreitung von selbst unterbindet. Jungpflanzen bekommen einen Wühlmauskorb.

Vermehrung

Der Blauglockenbaum lässt sich außerordentlich leicht vermehren, was seine Ausbreitungsfreude erklärt. Die Samen sind winzig, geflügelt und Lichtkeimer: Sie werden nur aufgestreut und keinesfalls abgedeckt, bleiben gleichmäßig feucht und keimen bei etwa zwanzig Grad binnen zwei bis vier Wochen in großer Zahl. Die Sämlinge wachsen im ersten Jahr bereits über einen Meter, sind aber frostempfindlich und werden im Topf überwintert. Für die forstliche und gärtnerische Nachzucht ist jedoch die Wurzelstecklingsvermehrung das Verfahren der Wahl: Im Winter geschnittene, bleistiftstarke Wurzelstücke von fünf bis zehn Zentimetern werden waagerecht flach in durchlässiges Substrat gelegt und treiben im Frühjahr zuverlässig aus. Auch Steckhölzer und das Ausgraben von Wurzelbrut funktionieren. Die leistungsstarken Hybriden des Handels werden über Gewebekultur vermehrt und stehen unter Sortenschutz, sodass eigene Nachzucht dort nicht zulässig ist.

Wert für Tiere

Der Blauglockenbaum ist ein Neophyt ohne eingespielte Beziehungen zur mitteleuropäischen Tierwelt, und die Datenlage ist entsprechend dünn: Raupenfutterpflanze ist er nicht, spezialisierte Wildbienen sind nicht bekannt, belastbare Artenzahlen liegen für Mitteleuropa nicht vor. Was er bietet, ist Masse zur rechten Zeit. Die großen Glockenblüten öffnen sich im Mai vor dem Laubaustrieb und schütten reichlich Nektar aus; Honigbienen und Hummeln fliegen sie stark an, in China und Südosteuropa wird Paulownienhonig geerntet. Die sehr großen Blätter werfen dichten Schatten und liefern rasch zersetzendes Herbstlaub. Die verholzten Fruchtkapseln bleiben über den Winter stehen. Als ökologisches Argument trägt das allerdings nur begrenzt — die Ausbreitungsneigung der Art wiegt im Zweifel schwerer als ihr Blütenangebot.

Besonderheiten

Besonderheiten: bietet HangErosionsschutz+reichen Mulch; braucht Windschutz & entwässernde, leichte, gerne tiefe/gestörte Böden; mag heiße Sommer; In Japan zur Geburt(Tochter) gepflanzt & zur Hochzeit gefällt+geschreinert; Kiri (jap. = Schneiden) → Kurzumtrieb; Aggressive Wurzeln! Hybr.zücht. Nordmax21® Weltrekord; 6m/Jahr; +Agroforst;

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Zentral- und Westchina. Von dort wurde der Blauglockenbaum früh nach Korea und Japan gebracht, wo er so lange in Kultur steht, dass er vielfach für einheimisch gehalten wird; das leichte Kiri-Holz trägt dort ein eigenes Handwerk. Nach Europa und Nordamerika gelangte er im 19. Jahrhundert als Ziergehölz. In den wärmeren Teilen beider Kontinente ist er aus der Kultur ausgebrochen: In den Südoststaaten der USA gilt er als invasiv, in Europa breitet er sich vor allem im Mittelmeerraum, im pannonischen Raum und entlang von Bahnanlagen, Flussschottern und Brachen aus — begünstigt dadurch, dass eine einzige Frucht ein- bis zweitausend flugfähige Samen enthält und Keimlinge noch aus Mauerritzen und Pflasterfugen hochkommen. In Deutschland führt das Bundesamt für Naturschutz ihn auf der Grauen Liste als potenziell invasiv; die Schweiz hat ihn 2024 in die Freisetzungsverordnung aufgenommen, dort sind Verkauf, Abgabe und Einfuhr seit dem 1. September 2024 verboten. Auf der EU-Unionsliste steht er nicht.

Der Blauglockenbaum stammt aus den warmgemäßigten Bergwäldern Zentral- und Westchinas, wo er als lichtbedürftiger Pionier offene Hänge, Waldränder und gestörte Flächen besiedelt. Dieses Pionierverhalten bestimmt sein Auftreten überall sonst: Er keimt auf Rohboden, in Schotter, in Mauerritzen und Pflasterfugen und braucht dafür wenig mehr als Licht und Wärme. Bevorzugt werden nicht zu arme, mäßig trockene, durchlässige Böden an warmen, windgeschützten, sonnigen Stellen; Staunässe und dauerhafter Schatten bekommen ihm nicht. In der Jugend ist er frostempfindlich und friert regelmäßig zurück, mit zunehmendem Alter wird er winterhart. In Mitteleuropa findet er seine Nischen entlang von Bahnanlagen, auf Brachen, an Flussschottern und in aufgeheizten Innenstädten.

⚠️ Gefahren

Der Pflanze enthält einige potenziell giftige Verbindungen. Es ist wichtig, Vorsicht walten zu lassen, wenn man mit dieser Pflanze umgeht.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Blauglockenbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 15 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Blauglockenbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Blauglockenbaum verträgt volle Sonne. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5 und 8,9 liegen.

Blauglockenbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Blauglockenbaum ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Blauglockenbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Blauglockenbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Blauglockenbaum: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Blauglockenbaum: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im September.

Blauglockenbaum: Ist die Pflanze giftig?

Für Blauglockenbaum sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Blauglockenbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 2/10, Heilkunde 5/10, Sonstige Nutzung 9/10.

Erfahrungen aus der Community

Was Permaplans-Nutzer zu dieser Pflanze geschrieben haben – unverändert aus der App übernommen. 1 Beitrag.

Samuel 6. September 2025

krasser Baum mit schnellem Wuchs, schafft es unter guter Pflege mit ausreichend Wasser Sonne und Dung enorm zu wachsen. an schlechten Standort kann er sich aber auch schwer tun. als Schattenspender, Opferpflanze, Pionier und Bauholz für Wohnmobile und Wägen interessant. wird immer bekannter. nun werden auch industriell theobromin und Ölsäure aus den Wurzeln extrahiert. falls jemand Bäume braucht der gebe Bescheid ich vermehre sie durch Wurzelstecklinge

Hast du sie im Garten? Schreib in der App, was bei dir funktioniert – dein Beitrag erscheint hier.

💬 App laden und mitschreiben

Diese Pflanze in den eigenen Garten planen

Permaplans plant deinen Garten maßstabsgetreu auf der Karte — mit Standortcheck, Ernteplan und über 1.000 Pflanzen. Kostenlos für iPhone, Android, Mac, Windows & Linux.

Wächst diese Pflanze bei dir? → Standort prüfen

Angaben ohne Gewähr. Standortdaten und Texte aus der Permaplans-Datenbank.

Leg deinen Garten an

Kostenlos ausprobieren — im Browser sofort, ohne Anmeldung.

Im Browser startenApp laden