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Ginkgo-Baum – Ginkgo biloba

Ginkgo-Baum

Ginkgo biloba
Symbol der Fruchtbarkeit/Cashew Chinas
Essbarkeit6Heilwirkung7Sonstiger Nutzen5
Baum35×10 mZone 4–10leichter Schatten🍎 Essbar

Wächst das bei mir?

Ginkgo-Baum ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Ginkgoaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
35 m
Kronenbreite
10 m
Wachstum
sehr langsam
Lebensdauer
1000 Jahre
Erster Ertrag
nach 35 Jahren
Ertrag pro Pflanze
bis 50 kg im Jahr
Ertrag im Anbau
bis 7 t/ha
Energieertrag
1300 kcal pro m² und Jahr
Winterhärte
Zone 4–10
Schattentoleranz
leichter Schatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – sehr feucht
pH-Wert
5,5 – 9
Synonyme
Ginkgo, Gingko
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte
Blatternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar6 von 10
Heilkunde7 von 10
Sonstige Nutzung5 von 10

Essbar: Der Samen kann roh oder gekocht in kleinen Mengen verzehrt werden. Er hat eine weiche und ölige Textur sowie einen süßen Geschmack, der an große Pinienkerne erinnert. Beim Kochen schmeckt der Samen eher wie eine Mischung aus Kartoffeln und Edelkastanien. Er kann in Suppen, Brei und anderen Gerichten verwendet werden, sollte jedoch vor dem Verzehr erhitzt werden, um ein leicht scharfes Prinzip zu zerstören. Einige Berichte besagen, dass der Samen roh gegessen werden kann, während andere warnen, dass große Mengen giftig sein können. Der Samen ist reich an Niacin und eine gute Quelle für Stärke und Protein, aber fettarm. Das enthaltene Fett ist größtenteils ungesättigt oder einfach gesättigt. Es wird auch Speiseöl aus dem Samen gewonnen.

Heilkunde: Ginkgo hat eine lange Geschichte in der traditionellen chinesischen Medizin, wo vor allem die Samen verwendet werden. Die Blätter der Pflanze enthalten medizinisch aktive Verbindungen, die die Durchblutung anregen, das Gehirn stärken und das Gedächtnis verbessern können. Sie haben auch positive Auswirkungen auf die periphere arterielle Durchblutung und können bei Hörstörungen wie Tinnitus helfen. Ginkgolide, spezielle Verbindungen in den Blättern, können allergische Reaktionen hemmen und sind daher bei Asthma von Nutzen. Die Frucht der Ginkgo-Pflanze hat antibakterielle, antimykotische und beruhigende Eigenschaften. Der gekochte Samen wird traditionell zur Behandlung von Asthma, Husten und Harninkontinenz eingesetzt. Es wird jedoch empfohlen, den Samen mit Vorsicht zu verwenden, da Berichte über Toxizität vorliegen.

Sonstige Nutzung: Wirtschaftlich am bedeutendsten sind heute die Blätter: Ihr Extrakt ist Grundlage einer weltweiten Arznei- und Nahrungsergänzungsindustrie. Dafür wird Ginkgo in Plantagen angebaut — die größte liegt in Sumter, South Carolina, wo Millionen eng gesetzter Bäume alle fünf Jahre auf Bodenhöhe zurückgeschnitten und maschinell abgeerntet werden; in China stehen rund 5.000 Hektar, vor allem in Jiangsu und Shandong. Geerntet wird ab Mitte Juli im noch grünen Zustand, die Blätter müssen binnen zwölf Stunden getrocknet werden. Das Holz ist leicht, weich und gut spaltbar und wird in Ostasien für Schreine, Tempelbauten und Möbel verwendet. Im Garten schätzt man den schmalen Wuchs und den geringen Schattenwurf, der den Baum zum lebenden Rankgerüst für Wein oder Kiwi macht.

Anbau

Standortwahl: Der Ginkgo ist anspruchslos, braucht aber Platz und Zeit — er wird 25 bis 40 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt. Sehr nasse und sehr trockene Böden meidet er, ansonsten wächst er auf saurem wie kalkhaltigem Grund, verträgt Frost bis etwa minus 30 Grad und steckt Streusalz, Abgase und verdichteten Stadtboden weg wie kaum ein anderer Baum. Entscheidend ist das Geschlecht: Der fleischige Samenmantel weiblicher Bäume riecht beim Verrotten stark nach Buttersäure und macht Wege, Terrassen und Stellplätze für Wochen unangenehm — weibliche Exemplare deshalb weit ab von Sitzplätzen setzen, oder bewusst einen männlichen Klon wählen, wenn keine Samen geerntet werden sollen. Seine schmale Krone wirft wenig Schatten, weshalb er sich als lebendes Rankgerüst für Wein oder Kiwi eignet. Für Obstanlagen ist er unbedenklich: Er teilt mit ihnen keine Krankheiten. Pflege: Ein Schnitt ist nicht nötig, wird aber klaglos vertragen; in China hält man Ertragsbäume durch regelmäßigen Rückschnitt auf etwa fünf Meter. Gedüngt wird sparsam, die ersten Winter sollten junge Bäume geschützt überstehen, danach ist der Baum praktisch unverwüstlich — nennenswerte Krankheiten und Schädlinge sind nicht bekannt. Das Laub fällt spät und innerhalb weniger Tage vollständig ab, was das Zusammenrechen einfach macht. Samen reifen im Oktober und November; beim Entfernen des Fruchtfleischs Handschuhe tragen, denn die enthaltenen Ginkgolsäuren reizen die Haut. Sämlinge brauchen zwei bis drei Jahrzehnte bis zum ersten Ertrag und man weiß bis dahin nicht, ob man einen männlichen Baum gezogen hat; veredelte weibliche Sorten fruchten schon nach drei bis fünf Jahren, dann allerdings deutlich alternierend.

Vermehrung

Der übliche Weg ist die Aussaat. Dazu muss das weiche Fruchtfleisch vor dem Stratifizieren vollständig entfernt werden — am besten mit Handschuhen, da es die Haut reizt. Die gereinigten Samen werden über den Winter feucht-kühl stratifiziert und im Frühjahr ausgesät; die Keimung ist zuverlässig. Der Nachteil liegt im Ergebnis: Ginkgo ist zweihäusig, und ob ein Sämling männlich oder weiblich wird, zeigt sich erst nach vielen Jahren. Bis zur ersten Fruchtbildung vergehen bei samenvermehrten Bäumen nach Literaturangaben zwanzig bis fünfunddreißig Jahre, in der Praxis meist deutlich weniger. Wer gezielt ernten will, greift deshalb zur Veredelung auf Sämlingsunterlagen: Veredelte weibliche Sorten tragen bereits nach drei bis fünf Jahren. Möglich, aber weniger gebräuchlich ist die Vermehrung über Grünstecklinge im warmen Gewächshaus.

Wert für Tiere

Der Wildtierwert des Ginkgos ist gering, und das lässt sich nicht schönreden: Er ist eine über 200 Millionen Jahre alte Reliktpflanze ohne jede Verwandtschaft zur mitteleuropäischen Flora, wird vom Wind bestäubt, liefert weder Nektar noch verwertbaren Pollen, und keine heimische Raupe oder Wildbiene hat sich auf ihn eingestellt. Gerade seine sprichwörtliche Schädlingsfreiheit ist die Kehrseite dieser Isolation. Was er beitragen kann, ist Struktur: Als groß werdender, sehr alt werdender Baum liefert er über Jahrzehnte Ansitz- und Nistgelegenheiten, später Höhlen und Totholz, und er hält dort durch, wo Stadtklima, Streusalz und verdichteter Boden heimische Arten scheitern lassen. Wer im Garten primär Insekten fördern will, erreicht mit Feldahorn, Hainbuche oder Sommerlinde ein Vielfaches.

Besonderheiten

Besonderheiten: Einzige überlebende Art der Ginkgogewächse, die schon vor 200Millionen Jahren auf der Erde wuchs +überlebte in nur 800m Entfernung die Hiroshima Atombombe (alles Leben wurde sonst in 2km Umkreis zerstört); Sorte „Dafushon“ bringt mit 15 Jahren 5-10kg; mit 50 Jahren 50-100kg Ertrag; Beschattet nur sehr wenig + Rankgerüst für Wein, Kiwi und Andere; sehr selten auch einhäusig,

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: Südwestchina. Natürliche Wildvorkommen sind nur aus einem kleinen Gebiet im Südwesten Chinas belegt — an den Südhängen des Jinfo-Gebirges bei Chongqing, wo die Bestände die höchste genetische Vielfalt zeigen, sowie in einigen kleinen Populationen im angrenzenden Guizhou. Das ursprüngliche Areal lag in mesophytischen Mischwäldern am Jangtse. Die bekannte Population am Tianmu Shan in Zhejiang geht dagegen wahrscheinlich auf Anpflanzungen buddhistischer Mönche zurück. Von China aus gelangte der Ginkgo über Korea nach Japan und 1730 nach Europa; heute ist er als Park-, Straßen- und Tempelbaum weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet, ohne irgendwo zu verwildern.

In den wenigen als natürlich geltenden Vorkommen wächst der Ginkgo in artenreichen sommergrünen Laubmischwäldern der Mittelgebirgslagen Südwestchinas, meist an steilen, felsigen Hängen und in Schluchten zwischen 300 und 1100 Metern, vergesellschaftet mit Eichen, Ahorn, Hickory und Magnolien. Er verträgt saure wie alkalische Böden und wächst auf letzteren besser, meidet aber sowohl dauernasse als auch ausgesprochen trockene Substrate. Als Relikt einer vor rund 200 Millionen Jahren weit verbreiteten Pflanzengruppe hat er heute kein zusammenhängendes natürliches Ökosystem mehr; sein tatsächlicher Lebensraum ist der vom Menschen gepflanzte Park-, Tempel- und Straßenstandort.

⚠️ Gefahren

Der Samen enthält ein leicht saures Prinzip, das instabil ist, wenn es erhitzt wird. Es ist daher am besten, den Samen vor dem Verzehr zu kochen, um sicherzustellen, dass mögliche Toxizität zerstört wird. Dieses saure Prinzip ist wahrscheinlich 4'-Methoxypyridoxin, das Vitamin B6 zerstören kann. Es ist giftiger für Kinder, aber die rohen Nüsse müssten über einen längeren Zeitraum hinweg oft gegessen werden, damit negative Auswirkungen sichtbar werden.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Ginkgo-Baum: Wie groß wird die Pflanze?

Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 35 m Höhe bei rund 10 m Breite. Das Wachstum ist sehr langsam.

Ginkgo-Baum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Ginkgo-Baum verträgt leichter Schatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 9 liegen.

Ginkgo-Baum: Ist die Pflanze winterhart?

Ginkgo-Baum ist für die Winterhärte Zone 4–10 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Ginkgo-Baum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Ginkgo-Baum ist bis Zone 4 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Ginkgo-Baum: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Ginkgo-Baum: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Ginkgo-Baum: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Ginkgo-Baum trägt erstmals nach 35 Jahren. Eine ausgewachsene Pflanze liefert bis zu 50 kg im Jahr, im Anbau bis 7 t pro Hektar. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Ginkgo-Baum: Ist die Pflanze giftig?

Für Ginkgo-Baum sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Ginkgo-Baum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 7/10, Sonstige Nutzung 5/10.

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