Chilenische Araukarie
Wächst das bei mir?
Chilenische Araukarie ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel.
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Steckbrief
- Familie
- Araucariaceae
- Wuchsform
- Baum
- Wuchshöhe
- 35 m
- Kronenbreite
- 20 m
- Wachstum
- sehr langsam
- Lebensdauer
- 1500 Jahre
- Erster Ertrag
- nach 28 Jahren
- Vollertrag
- nach 60 Jahren
- Ertrag im Anbau
- bis 1 t/ha
- Energieertrag
- 220 kcal pro m² und Jahr
- Winterhärte
- Zone 7–11
- Schattentoleranz
- Halbschatten
- Boden
- Sand, Schluff, Lehm
- Bodenfeuchte
- halbfeucht – sehr feucht
- pH-Wert
- 5,5 – 7,5
- Synonyme
- Araukarie, Araukarienbaum
Blüte & Ernte
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Nutzung
Heilkunde: Die Blätter oder das ganze Kraut sind kardiotonisch, harntreibend und blutdrucksenkend. Sie werden zur Behandlung von hypertensiven Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Oligurie und Nierenödem eingesetzt. Es erhöht die Nierendurchblutung und kann bei Nieren- und Herzödem sowie Aszites bei Leberzirrhose eingesetzt werden.
Sonstige Nutzung: Bäume sind sehr tolerant gegenüber salzhaltiger Luft und können als Teil eines Schutzgürtels angebaut werden, obwohl sie langsam wachsen und ein offenes Blätterdach haben, das nicht viel Schutz bietet. Aus Schnitten im Stamm wird Harz gewonnen, das hauptsächlich für medizinische Zwecke verwendet wird. Das Holz ist blass gelblich und von guter Qualität, es nimmt eine schöne Politur an und wird für Tischlerei und Zimmerei verwendet.
Anbau
Standortwahl: Die Araukarie gelingt in Mitteleuropa nur in mild-ozeanisch getönten Lagen, im Weinbauklima und in wintermilden Stadtlagen; in rauen Mittelgebirgs- und Beckenlagen ist sie auf Dauer verloren. Sie braucht tiefgründigen, durchlässigen Boden mit gleichmäßiger Feuchte, verträgt weder Sommerhitze auf trockenem Grund noch Staunässe und reagiert empfindlich auf Luftverschmutzung. Der Platzbedarf ist erheblich, sie wird 20 bis 30 Meter hoch und im Alter breit. Zwei Dinge gehören in die Standortentscheidung: Die Zweige tragen derbe, messerscharf zugespitzte Schuppenblätter, an denen man sich ernsthaft verletzt, und die weiblichen Zapfen wiegen bis zu zwei Kilogramm und fallen aus großer Höhe. Also Abstand zu Wegen, Sitzplätzen, Spielflächen und Stellplätzen. Pflege: In Trockenperioden durchdringend wässern, gerade Jungpflanzen, und diese in den ersten Wintern am Wurzelbereich schützen. Geschnitten wird nicht: Die Araukarie treibt aus altem Holz nicht wieder aus, und jeder entfernte Ast hinterlässt eine dauerhafte Lücke im regelmäßigen Astquirl; verlorene Leittriebe werden nicht ersetzt. Untere Äste altern und sterben von selbst ab, das ist normal und kein Krankheitszeichen. Anfällig ist sie für den Hallimasch, weshalb frische Baumstubben in der Nähe ungünstig sind. Sie wächst sehr langsam, höchstens etwa 30 Zentimeter im Jahr, und blüht erst mit rund 15 Jahren. Die Art ist zweihäusig: Samen gibt es nur, wenn ein männlicher und ein weiblicher Baum in Reichweite stehen.
Vermehrung
Vermehrt wird die Araukarie aus Samen. Die Piñones sind 3 bis 5 Zentimeter lang und ungewöhnlich schwer, tausend Korn wiegen 3,3 bis 5 Kilogramm; sie enthalten kein Nährgewebe zum Austrocknen und verlieren ihre Keimfähigkeit innerhalb weniger Wochen. Deshalb gilt: frisch säen oder gar nicht. Die Samen werden liegend und nur halb eingesenkt in tiefe Töpfe gesteckt, denn der Keimling schiebt zuerst eine kräftige Pfahlwurzel nach unten und braucht Raum dafür; eine Stratifikation ist nicht nötig, eine Wässerung über Nacht hilft. Bei etwa 15 bis 20 Grad keimen sie innerhalb einiger Wochen. Die Sämlinge wachsen quälend langsam und stehen mitunter fünf bis zehn Jahre, bis sie über Grashöhe hinaus sind. Stecklinge gelingen nur aus dem Leittrieb, Seitentriebe wachsen dauerhaft schief weiter. Sortenechte Klone bekannten Geschlechts sind bislang nicht im Handel.
Wert für Tiere
In Mitteleuropa ist die Araukarie ökologisch ein Fremdkörper: Sie ist windblütig, liefert keine Bienentracht, und spezialisierte Insekten hat sie hier nicht. Als immergrüner Großbaum bietet sie immerhin ganzjährige Deckung und Windschutz, allerdings ist ihre Krone so sparrig und so bewehrt, dass kaum ein Vogel darin nistet. In ihrem Heimatareal sieht die Bilanz anders aus: Dort sind die fettreichen Samen ein zentrales Glied der Nahrungskette. Der Langflügelsittich hackt die reifenden Zapfen an, Nagetiere wie das Chilenische Kaninchen legen Vorräte an und tragen die schweren Samen dabei weiter, als der Baum sie je werfen könnte, und die Pehuenche holen sie seit Jahrtausenden von den Bäumen. Die Araukarie hat keine Windverbreitung, ihre Ausbreitung hängt an diesen Tieren.
Besonderheiten
Besonderheiten: Pehuén, heiliger Baum der Pehuenche - deren Name heißt "Menschen der Araukarie"; Piñones-Ernte im März, traditionell mit Lasso vom Baum; Geschmack zwischen Kartoffel, Mandel+Erdnuss; ein Zapfen bis 200 Samen, bis 2kg schwer; zweihäusig, ohne Partnerbaum nie Samen; wird über 1000 Jahre alt; weltweiter Handel per Washingtoner Artenschutzabkommen verboten.
Herkunft & Lebensraum
Südchile und Westargentinien, Anden. Die Chilenische Araukarie besiedelt ein sehr kleines Areal beiderseits der Anden zwischen etwa 37 und 39,5 Grad südlicher Breite: in Chile die Región de la Araucanía und den Süden der Región del Biobío vom Vulkan Antuco bis zum Vulkan Villarrica, in Argentinien die Provinz Neuquén von Caviahue über Villa Pehuenia bis zum Vulkan Lanín. Hinzu kommt ein abgetrennter Restbestand in der Küstenkordillere im Nationalpark Nahuelbuta. Sie wächst dort zwischen 600 und 1700 Metern Höhe. Die IUCN führt sie als stark gefährdet, der internationale Handel ist über das Washingtoner Artenschutzabkommen verboten, und in Chile besteht ein Nutzungsverbot. Außerhalb dieses Areals kommt sie nur gepflanzt vor.
Die Araukarie wächst in gemäßigten Bergregenwäldern auf jungen vulkanischen Böden, gemeinsam mit Scheinbuchen der Gattung Nothofagus. Die Niederschläge reichen von 1000 bis 4500 Millimeter im Jahr, die Temperaturen von minus 20 bis plus 30 Grad, ein rauer, aber gleichmäßig feuchter Standort ohne sommerliche Dürre. In der Bestandsstruktur ist sie der Überhälter: Ihre Kronen ragen als lockere oberste Schicht über das geschlossene Nothofagus-Dach hinaus. Entscheidend für ihr Überleben ist Feuer. Die dicke, in grobe Platten zerfallende Borke schützt Stamm und Krone vor Bodenbränden, die konkurrierende Gehölze beseitigen, so dass die Art nach einem Brand mit Vorsprung nachwächst. In jüngerer Zeit bedrängen sie eingeführte Kiefern, die schneller aufwachsen als sie.
Häufige Fragen
Chilenische Araukarie: Wie groß wird die Pflanze?
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 35 m Höhe bei rund 20 m Breite. Das Wachstum ist sehr langsam.
Chilenische Araukarie: Welchen Standort braucht die Pflanze?
Chilenische Araukarie verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr feucht liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 7,5 liegen.
Chilenische Araukarie: Ist die Pflanze winterhart?
Chilenische Araukarie ist für die Winterhärte Zone 7–11 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.
Chilenische Araukarie: Wächst die Pflanze in Deutschland?
Chilenische Araukarie ist bis Zone 7 winterhart: Tiefland, Flusstäler und Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind kein Problem, in rauen Lagen (Höhenlagen ab etwa 600 m, kontinentale Winter im Osten) braucht sie Winterschutz oder einen Kübel.
Chilenische Araukarie: Wann ist die Blütezeit?
Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Mai bis Juni.
Chilenische Araukarie: Wann kann man ernten?
Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.
Chilenische Araukarie: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?
Chilenische Araukarie trägt erstmals nach 28 Jahren. Den Vollertrag erreicht sie nach 60 Jahren. Im Anbau sind bis 1 t pro Hektar üblich. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.
Chilenische Araukarie: Ist die Pflanze giftig?
Für Chilenische Araukarie ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.
Chilenische Araukarie: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?
Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 6/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 5/10.
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