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Götterbaum – Ailanthus altissima

Götterbaum

Ailanthus altissima
schneller als die Polizei erlaubt
Essbarkeit1Heilwirkung6Sonstiger Nutzen6
Baum22,5×15 mZone 6–9Halbschatten

Wächst das bei mir?

Götterbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Simaroubaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
22,5 m
Kronenbreite
15 m
Wachstum
sehr schnell
Lebensdauer
125 Jahre
Erster Ertrag
nach 4 Jahren
Winterhärte
Zone 6–9
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm
Bodenfeuchte
sehr trocken – am Wasser
pH-Wert
4,1 – 8
heckentauglichduftendNektarquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar1 von 10
Heilkunde6 von 10
Sonstige Nutzung6 von 10

Essbar: Der Götterbaum ist keine Nahrungspflanze. Die Blätter sind giftig, ebenso Rinde und Pflanzensaft; gegessen wird an diesem Baum nichts. Zwei indirekte Nutzungen sind belegt. Die erste ist der Honig: Die Blüten liefern reichlich Nektar, und in Südosteuropa und Ungarn gilt Götterbaumhonig als eigenständige Sortenspezialität mit kräftigem, moschusartigem Aroma. Die zweite betrifft die Seidenraupenzucht, allerdings anders, als häufig behauptet wird: Für die klassische Seidenraupe Bombyx mori erwiesen sich die Blätter als unbrauchbar. Gefressen werden sie vom Ailanthus-Spinner (Samia cynthia), aus dessen Kokon eine gröbere, aber haltbarere und billigere Seide gewonnen wird; genau dafür wurde der Spinner 1856 nach Wien und in mehrere Städte im Osten der USA gebracht. Eine Seidenindustrie entstand daraus nicht, der Falter blieb als Neozoon zurück.

Heilkunde: Die Wurzel- und Stammrinde der Pflanze hat adstringierende, bittere und krampflösende Eigenschaften. Bei einer Dosierung von 4-9g kann sie jedoch giftig sein. Sie wird traditionell zur Behandlung von Malaria, Fieber, Ruhr, Darmbeschwerden und Wurmbefall verwendet. Eine Wurzeltinktur kann bei Herzrasen, Asthma, Epilepsie und Magen-Darm-Beschwerden helfen. Die Frucht der Pflanze wird bei Blut im Stuhl oder Urin, Geschlechtskrankheiten wie Metrorrhagie, Dysmenorrhoe, Leukorrhoe, Gonorrhoe und Spermatorrhoe sowie bei Augenkrankheiten eingesetzt. Blätter, Rinde und Wurzeln der Pflanze können bei parasitären Geschwüren, Juckreiz und Ausschlag helfen. Die Blätter haben anthelmintische, adstringierende und entschlackende Eigenschaften.

Sonstige Nutzung: Blätter gelb; Blätter und Holz Papier; Blätter und Blüten (zermatscht mit Wasser) Insektenabwehr; Holz hart, schwer, spaltet schwer, leicht zu bearbeiten, nicht haltbar, grobkörnig Tischlerei; Holzkohle und Brennholz. Blätter sind gelb. Wenn man Blätter mit Holz kombiniert, entsteht Papier. Eine Mischung aus Blättern und Blüten, die zermatscht und mit Wasser vermischt werden, dient als Insektenabwehr. Holz ist hart, schwer, spaltet schwer, leicht zu bearbeiten, nicht haltbar und grobkörnig. In der Tischlerei wird Holz verarbeitet. Holzkohle und Brennholz sind weitere Produkte, die aus Holz hergestellt werden.

Anbau

Standortwahl: Der Götterbaum steht seit dem 25. Juli 2019 auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Damit gilt in der EU ein Handelsverbot, und neu angepflanzt werden darf er nicht — die Standortfrage stellt sich für Neupflanzungen also nicht mehr; in der Schweiz ist der Verkauf seit September 2024 über Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung verboten. Praktisch bleibt nur der Umgang mit vorhandenen Bäumen, und der ist anspruchsvoll. Wo er steht, bildet er über aggressive Wurzelausläufer schnell Dickichte, hemmt mit dem allelopathisch wirkenden Ailanthon die Keimung anderer Arten und das Bodenleben und beschädigt Entwässerungsleitungen, Mauern und Wegbeläge. Das Holz ist spröde, Äste brechen im Wind — kritisch über Wegen, Sitzplätzen und Gebäuden. Männliche Blüten riechen unangenehm, Rinde und Saft sind giftig und reizen die Haut, was in Nähe von Kleintiergehegen und Spielflächen zählt. Pflege: Bei vorhandenen Bäumen geht es um Eindämmung, nicht um Förderung, und der häufigste Fehler ist das Absägen: Der Baum antwortet mit massivem Stockausschlag und Wurzelbrut und wird dadurch mehr statt weniger. Wirksamer ist Ringeln über zwei Vegetationsperioden oder das konsequente, über Jahre wiederholte Entfernen der Ausläufer; Sämlinge zieht man sofort heraus, solange sie einwurzelig sind. In Österreich und den USA werden wirtsspezifische Verticillium-Stämme (V. nonalfalfae) als Mykoherbizid eingesetzt, in der Schweiz wird das erwogen. Bei allen Arbeiten Handschuhe und langärmelige Kleidung tragen, weil der Saft die Haut reizt. Düngen und Bewässern erübrigen sich: Der Baum verträgt Trockenheit, Hitze, Streusalz, hohe und niedrige pH-Werte und Luftschadstoffe, ist mindestens bis minus 15 Grad winterhart und wächst selbst auf Schutt. Verticillium-Welke tritt auch spontan auf und lässt Bäume plötzlich absterben.

Wert für Tiere

Die Wildtierbilanz des Götterbaums ist gespalten. Auf der Habenseite steht der Nektar: Die Blüten sind ausgesprochen ergiebig, und in Südosteuropa und Ungarn ist Götterbaumhonig eine eigene Sortenspezialität — das erklärt den hohen Nektarwert in der Datenbank. Auf der Sollseite steht fast alles andere. Aus seinem Heimatareal in China sind 46 Arthropodenarten, 16 pflanzenpathogene Pilze und ein Virus bekannt, die ihn befallen; im eingeschleppten Areal akzeptieren ihn dagegen nur sehr wenige Pflanzenfresser, was ursprünglich sogar als Argument für die Anpflanzung galt. Der einzige Pflanzenfresser, der in Europa auf ihn übergegangen ist, ist der Amerikanische Webebär (Hyphantria cunea) — selbst ein Neozoon. Der Ailanthus-Spinner (Samia cynthia) frisst an den Blättern, wurde aber 1856 für die Seidenerzeugung nach Wien gebracht und bleibt an überwärmte Stadtgebiete gebunden. Hinzu kommt, dass Ailanthon Keimung und Bodenleben in der Umgebung hemmt. In Magerrasen und lichten Wäldern verdrängt er die heimische Flora und hebt durch leicht abbaubare Streu den Stickstoffgehalt — unter dem Strich ein Verlust, den die Nektarmenge nicht aufwiegt.

Besonderheiten

Besonderheiten: stark Dürre+/Salz+Verschmutzungstolerant mit weitem flachen Wurzelsys.: gut zur Boden+stabilisier+rückgewinnung (Minen&Ruinen); Bricht durch Beton, Wasserrohre!!; Min 9°C ØJahr; 1-2m Zuchwachs/a; In sumpfigen Gebieten, zur Bodenentwässerung → Mücken; Seit 1780 wieder (Eiszeit;) in D.land, seit 2019 im Handel verboten;

Herkunft & Lebensraum

Ostasien: China und Nordvietnam. Von dort wurde der Götterbaum ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in andere Teile Asiens, nach Europa und Amerika und später nach Afrika und Australien gebracht — zunächst als Stadt- und Zierbaum, in Wien auch für einen Versuch mit der Seidenraupenzucht. Heute wächst er wild in allen Gebieten mit gemäßigtem oder mediterranem Klima und wird zu den hundert problematischsten invasiven Arten Europas gezählt. In Deutschland ist er noch überwiegend an städtische Wärmeinseln gebunden: In Berlin sinkt seine Präsenz von 92 Prozent der Rasterfelder im Zentrum auf 3 Prozent am Stadtrand. Außerhalb der Städte folgt er auffällig den Bahnlinien und Autobahnen, von Berlin aus bereits messbar ins Umland. Mit steigenden Jahresmitteltemperaturen ist eine weitere Ausbreitung zu erwarten.

Wächst ursprünglich in gemäßigten bis subtropischen Regionen mit feuchten, meist kalkhaltigen Böden. Bevorzugt offene Standorte wie Waldränder, Ruderalflächen, Straßenränder und Brachflächen. Verträgt volle Sonne, ist aber auch in halbschattigen Lagen anzutreffen. Kommt von Tieflagen bis in mittlere Höhenlagen vor. Besiedelt oft gestörte Standorte und trockene bis mäßig feuchte Böden, ist aber anpassungsfähig an verschiedene Bodenarten und pH-Werte.

⚠️ Gefahren

Giftigkeit: giftig

Giftig, Hautreizung bei Berührung, giftig für Hunde und Katzen Rinde, Blüten und Pflanzensaft enthalten den Bitterstoff Quassin; Verzehr kann schwere Vergiftungserscheinungen auslösen, der Saft reizt die Haut — beim Schnitt Handschuhe tragen. Bei Säugetieren senkt Quassin die Herzfrequenz und kann in größerer Menge Lähmungen und Tod verursachen. Besonders gefährdet sind Katzen, die die Rinde zum Krallenwetzen nutzen, und Nager. Pferde meiden den Baum von selbst.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Götterbaum: Wie groß wird die Pflanze?

Götterbaum (Ailanthus altissima) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 22,5 m Höhe bei rund 15 m Breite. Das Wachstum ist sehr schnell.

Götterbaum: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Götterbaum verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich sehr trocken – am Wasser liegen. Der pH-Wert darf zwischen 4,1 und 8 liegen.

Götterbaum: Ist die Pflanze winterhart?

Götterbaum ist für die Winterhärte Zone 6–9 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Götterbaum: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Götterbaum ist bis Zone 6 winterhart. Das reicht für fast alle Lagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; nur in rauen Höhenlagen (Alpen, Mittelgebirgskämme) ist Winterschutz sinnvoll.

Götterbaum: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juni bis Juli.

Götterbaum: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Oktober.

Götterbaum: Ist die Pflanze giftig?

Götterbaum ist als giftig eingestuft. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Götterbaum: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 1/10, Heilkunde 6/10, Sonstige Nutzung 6/10.

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