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Bergulme – Ulmus glabra

Bergulme

Ulmus glabra
die ersten Baumfrüchte im Jahr
💬 1 Erfahrungsbericht lesen
Essbarkeit4Heilwirkung4Sonstiger Nutzen8
Baum32,5×24 mZone 5–8Halbschatten

Wächst das bei mir?

Bergulme ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Ulmaceae
Wuchsform
Baum
Wuchshöhe
32,5 m
Kronenbreite
24 m
Wachstum
schnell
Lebensdauer
400 Jahre
Erster Ertrag
nach 30 Jahren
Winterhärte
Zone 5–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
5,5 – 8
Synonyme
Ulme
Pollenquelle

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar4 von 10
Heilkunde4 von 10
Sonstige Nutzung8 von 10

Essbar: Blätter können roh oder gekocht gegessen werden. Sie können ein wenig bitter sein, besonders wenn sie nicht sehr jung sind, und haben eine schleimige Textur. Sie eignen sich gut als Ergänzung zu gemischten Salaten. Unreife Früchte, die direkt nach ihrer Bildung verwendet werden, können roh gegessen werden. Sie haben einen aromatischen und ungewöhnlichen Geschmack, der ein frisches Mundgefühl und einen angenehmen Duft hinterlässt. Die Frucht ist etwa 2,5 cm lang. Die innere Rinde ist schleimig und wird oft getrocknet, zu einem Pulver gemahlen und dann als Andickungsmittel in Suppen oder beim Brotbacken mit Getreide vermischt. Sie enthalten etwa 34,4 % Protein, 28,2 % Fett, 17 % Kohlenhydrate und 5 % Asche.

Heilkunde: Die innere Rinde der Pflanze hat adstringierende, lindernde und leicht harntreibende Eigenschaften. Sie wird sowohl innerlich als auch äußerlich zur Behandlung von Durchfall, Rheuma, Wunden, Hämorrhoiden und anderen Beschwerden verwendet. Auch als Mundwasser bei der Behandlung von Geschwüren findet sie Anwendung. Die innere Rinde wird von 3-4 Jahre alten Zweigen geerntet und getrocknet. In der Bachblütentherapie wird die Pflanze bei Gefühlen von Unzulänglichkeit, Mutlosigkeit und Erschöpfung durch übermäßiges Streben nach Perfektion eingesetzt. Ein homöopathisches Mittel wird aus der inneren Rinde hergestellt und zur Behandlung von Ekzemen verwendet.

Sonstige Nutzung: Das Holz der Bergulme ist zäh, elastisch, hart und abriebfest und hat die seltene Eigenschaft, unter Wasser praktisch nicht zu verrotten. Deshalb wurden daraus jahrhundertelang Wasserleitungsrohre, Brunnenkästen, Schiffskiele und Hafenpfähle gefertigt. Wo Zähigkeit gefragt war, war Ulmenholz erste Wahl: Wagenräder und Radnaben, Hammerstiele, Stuhlsitze, Dreschflegel. Möbeltischler schätzen die lebhafte Maserung bis heute. Aus dem Bast der inneren Rinde lassen sich Matten, Seile und Schnüre herstellen. Geköpfte Triebe liefern Brennholz und Holzkohle sowie Zaunpfosten; das Laub wurde als Schneitelfutter für Vieh genutzt. Weil große, gesunde Bergulmen durch das Ulmensterben selten geworden sind, spielt das Holz wirtschaftlich heute kaum noch eine Rolle.

Anbau

Standortwahl: Entscheidend ist nicht der Boden, sondern das Ulmensterben. Der Schlauchpilz Ophiostoma ulmi verstopft die Wasserleitbahnen und wird vom Ulmensplintkäfer übertragen, der in geschwächten Ulmen brütet; stehen in der Nachbarschaft kranke oder abgestorbene Altulmen, ist eine Neupflanzung fast aussichtslos. Das ist vor der Pflanzung zu klären; andernfalls auf eine resistente Hybridsorte ausweichen. Begünstigt wird der Befall durch Trockenstress, enge Pflanzung und abgesenktes Grundwasser, also durch genau die Bedingungen, die ein zu knapp bemessener Standort schafft. Die Bergulme wird 30 bis 40 Meter hoch und wirft dichten Schatten, unter dem kaum etwas gedeiht; sie braucht entsprechend Raum. Ausläufer bildet sie fast nie. Sie blüht windbestäubt im März vor dem Laubaustrieb, was sie für pollenempfindliche Menschen in Sitznähe ungünstig macht. Pflege: Jungbäume in den ersten Sommern wässern, denn Trockenstress ist die Eintrittspforte für die Krankheit. So wenig wie möglich schneiden und nur im Winter: Offene Wunden locken die Splintkäfer an, deren Flugzeit von April bis September reicht. Anfallendes Ulmenholz darf nicht mit Rinde gelagert werden, weil es den Käfern als Brutmaterial dient — entrinden oder verbrennen, befallene Äste sofort entfernen. Die Art treibt kräftig aus dem Stock und verträgt Kopfbaumschnitt, was sie für Schneitelhecken und Brennholz brauchbar macht (rund 4,1 kWh je Kilogramm). Jungpflanzen gegen Wildverbiss und Fegeschäden schützen. Zusätzliche Düngung ist auf geeigneten Böden unnötig.

Vermehrung

Die Bergulme fruchtet reich, aber ihr Samen ist heikel: Die rundum dünn geflügelten Flügelnüsse reifen schon zwei Monate nach der Blüte im Mai, sind Lichtkeimer und bleiben nur wenige Tage bis Wochen keimfähig. Wer aussäen will, muss deshalb frisch ernten und sofort flach aussäen, ohne zu bedecken; getrocknete oder gelagerte Ware keimt praktisch nicht. Ein Gramm enthält rund achtzig Samen. Die Keimung erfolgt innerhalb weniger Wochen, die Jungpflanzen wachsen zügig, blühen aber erst nach dreißig bis vierzig Jahren. Vegetativ ist die Art gut über Stockausschlag zu vermehren: Auf den Stock gesetzte Bäume treiben zuverlässig wieder aus. Stecklinge bewurzeln schlecht, weshalb im Erwerbsgartenbau auf Sämlingsunterlagen veredelt wird — bei resistenten Sorten ist das ohnehin der einzige Weg, die Resistenz weiterzugeben.

Wert für Tiere

Die Bergulme ist trotz ihrer Seltenheit ein tragender Baum im heimischen Nahrungsnetz. Sie blüht windbestäubt schon im März, vor fast allen anderen Gehölzen, und obwohl sie kaum Nektar liefert, ist ihr Pollen eine der ersten Eiweißquellen des Jahres für Honigbienen und früh fliegende Wildbienen; erhaltene Reste von Nektardrüsen und Pollenkitt zeigen, dass die Art erst spät zur Windblütigkeit übergegangen ist. Der größere Wert liegt im Laub: Mehrere Falter sind ganz oder überwiegend an Ulmen gebunden, darunter Ulmen-Zipfelfalter, Ulmen-Fleckenspanner und Bergulmen-Spanner, dazu fressen C-Falter, Großer Rindenspanner und Weißstirn-Weißspanner an den Blättern. Die schon im Mai reifenden Flügelnüsse werden von körnerfressenden Vögeln genutzt, Rindenspalten und Höhlungen alter Stämme von Spechten, Fledermäusen und holzbewohnenden Käfern. Mit dem Ulmensterben ist all das seltener geworden.

Besonderheiten

Besonderheiten: liebt luftfeuchtes Klima, verträgt verschmutzte Luft; bildet nie geschlossene Bestände, sondern nur gestreut in Mischwäldern; Samen (1g=80 Samen) sind nur wenige Wochen keimfähig; treibt gut aus, geköpfte Triebe für Feuerholz, Kohle, Pfosten,..; teilw. auf Roter Liste (selten); 1900KWh/rm; 4,1KWh/kg

Herkunft & Lebensraum

Europa, von Mittelspanien und Italien bis Südskandinavien, ostwärts bis zum Ural und in den Kaukasus. Die Bergulme besiedelt damit fast den gesamten Kontinent, tritt aber nirgends flächig auf, sondern immer eingestreut in Mischwälder. In Mitteleuropa liegt ihr Schwerpunkt in den Mittelgebirgen und am Alpenrand: Sie steigt vom Tiefland bis etwa 1300 Meter, in den Allgäuer Alpen bis 1500 Meter. Der Bestand ist seit Jahrzehnten stark rückläufig, seit das Ulmensterben große Altbäume flächendeckend beseitigt hat; in mehreren Bundesländern steht sie deshalb auf der Roten Liste, obwohl das Areal selbst unverändert groß ist.

Die Bergulme ist ein Baum der schattigen, luftfeuchten Hanglagen. Ihre typischen Standorte sind Schluchtwälder und steile, nordexponierte Hangwälder auf sickerfeuchten, nährstoff- und basenreichen Lehm- und Tonböden, oft über Blockschutt. Pflanzensoziologisch ist sie Charakterart der Linden-Ahorn-Schluchtwälder, wo sie mit Sommerlinde, Bergahorn und Esche zusammensteht; in höheren Lagen tritt sie in Ahorn-Buchen-Mischwälder über. Geschlossene Bestände bildet sie nie. Sie wurzelt in arbuskulärer Mykorrhiza, verträgt mäßigen Schatten und ist ausgesprochen windfest, reagiert aber empfindlich auf Grundwasserabsenkung und auf stark saure Böden. Verdichteter, trockener Stadtboden liegt ihr nicht, wohl aber verschmutzte Luft.

⚠️ Gefahren

Keine bekannte Gefahr

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Bergulme: Wie groß wird die Pflanze?

Bergulme (Ulmus glabra) wächst als Baum und erreicht ausgewachsen etwa 32,5 m Höhe bei rund 24 m Breite. Das Wachstum ist schnell.

Bergulme: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Bergulme verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 5,5 und 8 liegen.

Bergulme: Ist die Pflanze winterhart?

Bergulme ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Bergulme: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Bergulme ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Bergulme: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im März.

Bergulme: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel im Mai.

Bergulme: Ist die Pflanze giftig?

Für Bergulme ist keine Giftigkeit vermerkt. Verlass dich bei Wildpflanzen trotzdem nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Bergulme: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 4/10, Heilkunde 4/10, Sonstige Nutzung 8/10.

Erfahrungen aus der Community

Was Permaplans-Nutzer zu dieser Pflanze geschrieben haben – unverändert aus der App übernommen. 1 Beitrag.

Samuel 26. August 2025

ist wirklich eine tolle Art, keimt bei unserem Hof in Kroatien wild. Und eine sehr alte steht hier auch. Diese hat das Ulmensterben jedenfalls verpasst oder überlebt. weitere größere/ältere Ulmen im Wald in der Umgebung

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