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Hopfen

Humulus lupulus
Essbarkeit5Heilwirkung9Sonstiger Nutzen7
Kletterpflanze5,5×7 mZone 5–8Halbschatten

Wächst das bei mir?

Hopfen ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Oder gleich hier für deinen Standort prüfen:

Winterhärte nach USDA-Zone, Sommerwärme nach Wärmesumme – dieselben Werte, mit denen die App und der Pflanzenfinder rechnen.

Steckbrief

Familie
Cannabidaceae
Wuchsform
Kletterpflanze
Wuchshöhe
5,5 m
Kronenbreite
7 m
Wachstum
mittel
Lebensdauer
30 Jahre
Erster Ertrag
nach 3 Jahren
Ertrag im Anbau
bis 1,5 t/ha
Winterhärte
Zone 5–8
Schattentoleranz
Halbschatten
Boden
Sand, Schluff, Lehm, Ton
Bodenfeuchte
halbfeucht – sehr nass
pH-Wert
6 – 8
duftend

Blüte & Ernte

J F M A M J J A S O N D
Blüte
Fruchternte

Zeiten gelten für die Nordhalbkugel in gemäßigtem Klima und verschieben sich mit Höhenlage und Sorte.

Nutzung

Essbar5 von 10
Heilkunde9 von 10
Sonstige Nutzung7 von 10

Heilkunde: Hopfen hat eine lange und bewährte Geschichte in der Kräuterheilkunde, wo er vor allem wegen seiner wohltuenden, beruhigenden, stärkenden und entspannenden Wirkung auf Körper und Geist eingesetzt wird. Sein stark bitterer Geschmack ist maßgeblich für seine Fähigkeit verantwortlich, die Verdauung zu stärken und anzuregen und die Magen- und andere Sekretion zu erhöhen. Der weibliche Fruchtkörper wirkt schmerzstillend, antiseptisch, krampflösend, harntreibend, fiebersenkend, hypnotisch, nervenstärkend, beruhigend, magenstärkend und tonisierend. Hopfen wird häufig als Volksheilmittel zur Behandlung eines breiten Spektrums von Beschwerden verwendet, darunter Furunkel, Prellungen, Zahnstein, Krebs, Krämpfe, Husten, Blasenentzündung, Schwäche, Delirium, Durchfall, Dyspepsie, Fieber, Krampfanfälle, Hysterie, Entzündungen, Schlaflosigkeit, Gelbsucht, Nervenschmerzen, Neuralgie, Rheuma und Würmer. Die Härchen der Früchte enthalten Lupulin, ein Beruhigungsmittel und Schlafmittel. Stillenden Müttern sagt, fördert Lupulin den Milchfluss – neuere Forschungen haben gezeigt, dass es ein verwandtes Hormon enthält, das für diese Wirkung verantwortlich sein könnte. Dem Absud der Blüte wird nachgesagt, Schwellungen und Verhärtungen der Gebärmutter zu lindern. Hopfenblüten werden häufig als Aufguss verwendet oder zum Füllen von Kissen verwendet, wobei das Gewicht des Kopfes die ätherischen Öle freisetzt. Die Früchte werden auch äußerlich als Umschlag auf Geschwüre, Furunkel, schmerzhafte Schwellungen etc. aufgetragen, sie sollen schmerzhafte Tumore heilen. Die weiblichen Blütenköpfe werden im Herbst geerntet und können frisch oder getrocknet verwendet werden. Alkoholische Hopfenextrakte in verschiedenen Dosierungsformen wurden klinisch zur Behandlung zahlreicher Formen von Lepra, Lungentuberkulose und akuter Bakterien Ruhr verwendet, mit unterschiedlichem Erfolg in China. Der weibliche Fruchtkörper enthält Humulon und Lupulon, diese wirken stark bakteriostatisch gegen grampositive und säurefeste Bakterien. Ein Kataplasma des Blattes soll Kältetumor heilen. Die deutsche Kommission E „Monographien“, ein therapeutischer Leitfaden zur Kräutermedizin, genehmigt Humulus lupulus zur Behandlung von Nervosität und Schlaflosigkeit (Kritik an Kommission E siehe ).

Sonstige Nutzung: Aus den Blättern und Blütenköpfen wird ein feiner brauner Farbstoff gewonnen. Das ätherische Öl der weiblichen Fruchtköpfe wird in der Parfümerie verwendet. Die durchschnittliche Ausbeute beträgt 0,4 - 0,5 %. Extrakte der Pflanze werden in Europa wegen ihrer angeblich hautweichmachenden Eigenschaften in Hautcremes und Lotionen verwendet. Aus den Stängeln wird eine Faser gewonnen. Sie ähnelt Hanf (Cannabis sativa), ist aber nicht so stark und wird zur Herstellung einer groben Stoffart verwendet. Sie wird manchmal als Füllmaterial in Wellpappe oder Karton verwendet, ist aber für Wellpappe wegen der geringen Zellstoffausbeute und des hohen Chemikalienbedarfs oder zur Herstellung von hochwertigem Zellstoff für Spezialpapier ungeeignet. Die Faser ist sehr haltbar, aber schwer zu trennen; Die Stängel müssen vorher einen ganzen Winter lang eingeweicht werden. Aus den Fasern kann auch Papier hergestellt werden. Die Stängel werden im Herbst geerntet, die Blätter entfernt und die Stängel gedämpft, bis die Fasern entfernt werden können. Die Fasern werden zwei Stunden in Lauge gekocht und anschließend zweieinhalb Stunden lang mit Hämmern von Hand oder in einer Kugelmühle zerstoßen. Das Papier ist braun gefärbt.

Anbau

Standortwahl: Der Hopfen braucht vor allem eines: eine dauerhafte, hohe Kletterhilfe. Als Rechtswinder schlingt er sich ohne Ranken um seine Stütze und schafft vier bis acht Meter in einer einzigen Saison — am besten an einer senkrecht gespannten Kokos- oder Sisalschnur, die im Herbst mitsamt der Rebe abgenommen wird. Draht schneidet ein und ist ungeeignet. Er will tiefgründigen, nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten Boden in Sonne bis Halbschatten und eine windgeschützte Lage, weil die Triebe an exponierten Stellen abreißen. Zwei Dinge gehören in die Planung: Der Wurzelstock treibt Ausläufer und wandert, weshalb eine Wurzelsperre oder jährliches Abstechen nötig ist, und er wird zwanzig Jahre und älter, der Platz ist also dauerhaft vergeben. Weil die Art zweihäusig ist, tragen nur weibliche Pflanzen Dolden. Die Stängel sind mit hakigen Kletterhaaren besetzt, die auf der Haut schmirgeln — nicht direkt an einen engen Durchgang setzen. Pflege: Im Frühjahr werden aus den zahlreichen Austrieben die drei kräftigsten je Pflanze ausgewählt und im Uhrzeigersinn an die Schnur geleitet, alle übrigen werden entfernt; ohne diese Auswahl entsteht ein Gewirr mit wenig Ertrag. Die unteren rund achtzig Zentimeter werden im Sommer entblättert, das lüftet den Bestand und nimmt dem Falschen Mehltau die Grundlage. Hopfen zehrt stark und bekommt im Frühjahr reifen Kompost oder verrotteten Mist. Gleichmäßiges Wässern ist wichtig, denn Trockenheit begünstigt die Gemeine Spinnmilbe; der zweite regelmäßige Gast ist die Hopfenblattlaus, beide werden von Marienkäfern und Florfliegen meist in Schach gehalten. Geerntet wird im August und September, sobald das Lupulin in den Dolden gelb leuchtet und die Dolden beim Zerreiben harzig duften. Im Herbst werden die Reben bodennah abgeschnitten; einige hohle Stängelstücke bleiben als Winterquartier für Insekten stehen. Wühlmäuse gehen an den Wurzelstock.

Vermehrung

Der einfachste Weg ist die Teilung: Im zeitigen Frühjahr, wenn die ersten Augen am Wurzelstock schwellen, wird ein Stück mit mehreren Trieben abgestochen und sofort neu gepflanzt. Genauso gut lassen sich die Wurzelausläufer nutzen, die der Hopfen ohnehin in alle Richtungen schiebt — ein Stück Rhizom mit zwei bis drei Augen genügt. Klassisch sind Rhizomstecklinge: etwa zwanzig Zentimeter lange Wurzelstücke mit mindestens zwei Augen, im März waagerecht fünf Zentimeter tief eingelegt. Von jungen Trieben lassen sich im Mai und Juni Kopfstecklinge schneiden, die unter Folie zügig bewurzeln. Die Aussaat bleibt der Züchtung vorbehalten: Der Samen ist ein Kaltkeimer und braucht eine Winterperiode im Freien, das Geschlecht zeigt sich erst im zweiten oder dritten Jahr, und etwa die Hälfte der Sämlinge ist männlich und damit für die Doldenernte wertlos. Benannte Sorten werden ausschließlich vegetativ vermehrt.

Wert für Tiere

Der Hopfen ist windbestäubt und liefert weder nennenswerten Nektar noch Pollen für Bienen — sein Wert liegt woanders. Als heimische Art ist er Raupenfutterpflanze für rund zehn Schmetterlingsarten, von denen drei ausschließlich auf ihn angewiesen sind: Hopfen-Blütenspanner, Hopfen-Zünslereule und Gemeine Nessel-Zünslereule. Dazu kommen Hopfen-Wurzelbohrer, C-Falter, Nesselzünsler, Flohkrauteule und weitere Eulenfalter. Die Reben bilden in Ufergehölzen dichte grüne Vorhänge, in denen Zaunkönig, Mönchsgrasmücke und Rotkehlchen Deckung und Nistgelegenheit finden. Die Blattläuse an den jungen Trieben sind kein reiner Schaden, sondern Nahrung für Marienkäfer, Florfliegen und Meisen im Frühsommer. Werden im Herbst einige hohle Stängelstücke stehen gelassen, überwintern darin Wildbienen und Schlupfwespen.

Besonderheiten

Besonderheiten: Ausdauernder Wurzelstock, Triebe einjährig - treibt jedes Frühjahr neu aus dem Boden; Rechtswinder, klettert ohne Ranken über hakige Kletterhaare Schnur als Kletterhilfe (kein Draht); Zuwachs bis 10cm/Tag, 4-8m je Saison; zweihäusig - nur weibliche Pflanzen tragen Dolden; Samenansatz durch männliche Nachbarn mindert die Braugüte; Ernte Aug/Sept bei gelbem Lupulin; junge Triebe im April als Hopfenspargel; Wurzelausläufer Wurzelsperre; Standzeit 20 Jahre und mehr;

Herkunft & Lebensraum

Nordhalbkugel der gemäßigten Zone: Europa, West- und Mittelasien sowie Nordamerika. In Mitteleuropa ist der Hopfen nahezu flächendeckend vertreten, mit kleineren Lücken im Alpenvorland; in den Allgäuer Alpen steigt er bis etwa 1036 Meter. Die europäische Wildform gilt als heimisch, sehr häufig und ungefährdet, ihr Schwerpunkt liegt in den Fluss- und Bachniederungen des Tief- und Hügellands. Nordamerika beherbergt eigene Varietäten der Art. Über den Hopfenanbau, der in Mitteleuropa seit dem frühen Mittelalter betrieben wird, ist sie zusätzlich in alle Bierbrauregionen der Welt gelangt, Nordamerika, Australien und Neuseeland eingeschlossen, und verwildert dort regelmäßig aus Kulturen.

Der Hopfen ist eine Liane der feuchten, stickstoffreichen Säume. Sein natürlicher Platz sind Auwälder — er tritt in den Erlen-Eschen- und Ulmen-Auwaldgesellschaften auf und ist Charakterart der Schlehen-Gebüsche —, dazu Waldränder, Ufergehölze, Hecken und Gebüsche entlang von Gräben und Bächen. Er verlangt tiefgründige, nährstoff- und basenreiche Böden mit hoher, gleichmäßiger Bodenfeuchte und verträgt kurzzeitige Überflutung. Licht braucht er für die Blüte, kommt aber im Halbschatten gut zurecht, weil er sich mit seinen Reben bis in die Kronen der Ufergehölze hochzieht und dort erst seine Blattmasse entfaltet. Trockene, magere und stark saure Standorte meidet er.

⚠️ Gefahren

Giftig für Hunde, Hautreizung bei Berührung Für Hunde sind Hopfendolden gefährlich: Sie können eine maligne Hyperthermie mit Hecheln, Zittern, Krämpfen und lebensbedrohlichem Fieber auslösen, wobei Greyhounds, Labradore, Pointer und Border Collies als besonders empfindlich gelten. Auch der Treber aus dem Hausbrauen gehört deshalb nicht auf den offenen Kompost. Die Ranken sind mit hakigen Kletterhaaren besetzt, die bei der Ernte über die Haut schmirgeln und zusammen mit dem Harz der Dolden eine Kontaktdermatitis auslösen können — mit langen Ärmeln und Handschuhen arbeiten. Für Menschen sind die Dolden nicht giftig, wirken in größerer Menge aber sedierend.

Diese Angabe ersetzt keine fachkundige Bestimmung. Im Zweifel nichts essen.

Häufige Fragen

Hopfen: Wie groß wird die Pflanze?

Hopfen (Humulus lupulus) wächst als Kletterpflanze und erreicht ausgewachsen etwa 5,5 m Höhe bei rund 7 m Breite. Das Wachstum ist mittel.

Hopfen: Welchen Standort braucht die Pflanze?

Hopfen verträgt Halbschatten. Als Boden eignet sich Sand, Schluff, Lehm, Ton. Die Bodenfeuchte sollte im Bereich halbfeucht – sehr nass liegen. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen.

Hopfen: Ist die Pflanze winterhart?

Hopfen ist für die Winterhärte Zone 5–8 angegeben und übersteht dort normale Winter im Freien.

Hopfen: Wächst die Pflanze in Deutschland?

Hopfen ist bis Zone 5 winterhart und übersteht damit in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz normale Winter im Freien.

Hopfen: Wann ist die Blütezeit?

Die Blüte liegt in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von Juli bis August.

Hopfen: Wann kann man ernten?

Die Früchte reifen in gemäßigtem Klima auf der Nordhalbkugel von September bis Oktober.

Hopfen: Ab wann trägt die Pflanze und wie viel?

Hopfen trägt erstmals nach 3 Jahren. Im Anbau sind bis 1,5 t pro Hektar üblich. Die Werte gelten für gute Standorte; Sorte, Boden und Klima verschieben sie deutlich.

Hopfen: Ist die Pflanze giftig?

Für Hopfen sind einzelne Pflanzenteile als leicht bedenklich vermerkt — die Pflanze gilt nicht als giftig. Verlass dich bei Wildpflanzen nie allein auf eine Datenbank, sondern nur auf eine sichere Bestimmung.

Hopfen: Wozu lässt sich die Pflanze nutzen?

Bewertet auf einer Skala bis 10: Essbar 5/10, Heilkunde 9/10, Sonstige Nutzung 7/10.

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